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Erfolgs- und Wirtschaftsfaktor Ernährungscoaching

Laut repräsentativen Umfragen geben 60 % der Fitnessstudiomitglieder an, dass das Abnehmen und die Figurverbesserung die Hauptmotive für den Abschluss ihrer Fitnessmitgliedschaft waren. Fitnessclubs, die darauf Wert legen, dass ihre Kunden ihre Ziele sicher erreichen, wissen, dass das Kraft- und Ausdauertraining alleine nicht ausreicht, um ihre Kunden erfolgreich zu machen. Es fehlt der entscheidende Faktor: das Ernährungscoaching.

In der Fachliteratur findet man Angaben, die besagen, dass für den Abnehmerfolg zu 70–80 % die Ernährung und für den Rest das Training verantwortlich ist. Die richtige Ernährung hat demnach mehr Bedeutung für den Abnehmerfolg als das Training. Trainings- und Ernährungscoaching sind deshalb in zeitgemäßen Fitnessclubs untrennbare Leistungsbausteine des Gesamtangebotes und genau das hat enorme Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg. Damit die Neu- und Bestandsmitglieder bereit sind, für das Ernährungscoaching zusätzlich zu bezahlen, sind allerdings bestimmte Faktoren zu berücksichtigen. Traditionell leisten Fitnessmitglieder ihren Wochen- oder Monatsbeitrag für das Training. Soll der Kunde zudem für das Ernährungscoaching bezahlen, hören die Berater in den Studios häufig den Satz „Ich probier‘s erst einmal mit dem Fitnesstraining“. Genau an diesem Punkt gilt es anzusetzen. 

Möglichkeiten, Ernährungscoaching gewinnbringend anzubieten
Das bedeutet, dass Fitnessclubbetreiber die Kosten für das Ernährungscoaching von z. B. 99 € für ein achtwöchiges Programm in den Mitgliedsbeitrag der ersten Wochen einbinden sollten. Fitnessclubs, die beispielsweise vom Unternehmen des Autors betreut werden, nutzen die sogenannte „8-wöchige Intensivbetreuungszeit“. Das bedeutet, der Kunde bucht je nach Trainingsziel das entsprechende achtwöchige Paket. Dafür zahlt er acht Wochen lang einen etwas höheren Beitrag, der sich aber nach Ablauf der acht Wochen auf den regulären Beitrag reduziert. Die Kosten für das Ernährungscoaching konnten so in diese 8 Wochen eingerechnet werden. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Studios den Preis für das Startpaket erhöhen. Lag das Startpaket bisher bei 99 € ohne Ernährungscoaching, erhöht sich dieses auf 198 € inklusive Ernährungscoaching. Handelt es sich bei dem Ernährungscoaching um ein nach § 20 der Primärprävention zertifiziertes Programm, das von den gesetzlichen Krankenkassen bis zu 100 % bezuschusst wird, kann der Berater dem Kunden aufzeigen, dass die Krankenkasse die 99 € für das Ernährungscoaching zurückerstattet und somit lediglich 99 € für die übrigen Startpaket-Leistungen verbleiben. Formell muss dabei beachtet werden, dass dann zwei gesonderte Anmeldungen ausgefüllt werden. Die Anmeldung für das Ernährungscoaching muss den §-20-Abrechnungsvorgaben exakt entsprechen. Aber auch Ernährungscoachingprogramme, die nicht von den Krankenkassen bezuschusst werden, lassen sich einfach und sicher in bestehende Beitragsstrukturen einbinden. So lassen sich vor allem digitale Abnehmprogramme sehr gut „On Top“ zum Mitgliedsbeitrag verkaufen. Dabei spielen neben der systematischen, strategischen Einbindung der Kosten in unterschiedliche Beitragsmodelle dann die Beratungsqualität und die Verkaufsleistung des Beraters eine große Rolle.

 

 Das Carpe Diem (l., 289.092 € Umsatz) und das Team Fitness Unna (194.399 € Umsatz) während der Auszeichnung zum myline Excellence Partner

 

Enorme Zusatzeinnahmen durch Ernährungscoaching
Fitnessclubs, die sich auf Trainings- und Ernährungscoaching als echten Erfolgsfaktor fokussieren, können damit enorme finanzielle Erfolge generieren. Die Umsatzerlöse aus den verkauften Abnehmprogammen aus den durch die externe Abnehmwerbung neu gewonnenen Mitgliedern und aus dem Zusatzverkauf der passenden Nahrungsergänzungsprodukte belaufen sich je nach Mitgliederanzahl schnell auf bis zu 300.000  € Zusatzumsatz pro Jahr. Das Carpe Diem von Inhaber Markus Treutlein zum Beispiel generierte in 2019 insgesamt 440 Abnehmprogramm-Teilnehmer. Aufgrund der Abnehmwerbung konnten 222 neue Mitglieder gewonnen werden. Daraus resultierte ein kumulierter Gesamtumsatz von 289.092  €. Hinzu kamen die Einnahmen aus den zum Abnehmprogramm passenden Nahrungsergänzungen in Höhe von 27.394 €, sodass sich ein Jahresumsatz von 316.486 € ergab. Ein weiteres Beispiel, wie erfolgreich man mit dem Einsatz von Ernährungscoaching sein kann, ist der Fitnessclub Team Fitness aus Unna von Inhaberin Verena Lochen. Das Studio generierte 2019 einen Zusatzumsatz von insgesamt 194.399 €.

Die aktuelle Situation, ausgelöst durch die anhaltende Corona-Pandemie, schreit förmlich nach den Leistungsbausteinen „Trainings- und Ernährungscoaching“. Fitnessclubbetreiber Franko Rinner, aus dem Shinto Fitnessclub in Dormagen hat es in einem seiner Facebook-Videos auf den Punkt gebracht. Die Maßnahmen für alle Menschen, sich vor einer Infektion zu bewahren, lautet: „Schützen und stärken!“ Schützen durch die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) und stärken durch Training, gesunde Ernährung und den Verlust von überschüssigen Kilos. Die weltweite Studienlage ist hier eindeutig. Übergewicht, insbesondere das viszerale Bauchfett, erhöht drastisch das Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufes.

Abnehmstudie als Erfolgsfaktor
myline hat während des Lockdowns die bundesweite Abnehmstudie„Aktives Abnehmen zur Immunstärkung“ entwickelt, die allen Fitnessclubs zur Verfügung steht. Über 100 Fitnessclubs haben diese bereits in den vergangenen Wochen erfolgreich umgesetzt. Die Rücklaufquoten und die Anzahl von neuen Interessenten sind hoch. Bei den erfolgreichsten Clubs nahmen über 100 Teilnehmer an der vierwöchigen Studie teil, die aus der Trainingsbetreuung im Studio und einem digitalen Ernährungscoaching zu Hause besteht. Dabei handelte es sich hauptsächlich um externe Teilnehmer. Die Abnehmerfolge sind sehr gut und werden in Zusammenarbeit mit der GfBE (Gesellschaft für Bewegungs- und Ernährungsanalysen) anonym dokumentiert. Die Studios nutzen jetzt die Chance, am Ende der Studie aus den vielen externen Teilnehmern feste Mitglieder zu generieren. Die Studie zeigt, dass Clubbetreiber durch das betreute Kraft- und Ausdauertraining und durch das seriöse Ernährungscoaching ihren Mitgliedern sicherer beim Erreichen ihrer gesundheitlichen Ziele helfen können und dass ein erfolgreiches Ernährungscoaching den vielleicht wichtigsten Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg eines modernen Fitnessclubs bedeuten kann.

 

Quelle:
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Der Autor

  • Alexander Dillmann

    Alexander Dillmann ist CEO der myline Deutschland GmbH und Inhaber des Vivana Fitness & Wellnessparks.

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