Bündnis Gesundheit warnt vor drastischen Folgen der GKV-Reform

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Das „Bündnis Gesundheit“ – ein Zusammenschluss von über 40 Verbänden des Gesundheitswesens – übt scharfe Kritik am geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. In einer aktuellen Stellungnahme warnt das Bündnis, dass der Entwurf weder nachhaltig sei noch der Realität einer alternden Gesellschaft gerecht werde.

Laut dem Bündnis drohen durch die geplante Reform massive Einschnitte in der Patientenversorgung. Das sind die Kernkritikpunkte im Überblick:

  • Bedarf statt starrer Grenzen: Die Bindung der Ausgaben an die Grundlohnsumme sei realitätsfern. Angesichts von fast zwei Millionen zusätzlichen Senioren steige der Behandlungsbedarf in den nächsten fünf Jahren massiv – eine starre Budgetierung gefährde die Versorgung.
  • Finanzielle Mitverantwortung des Staates: Das Bündnis fordert, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben (z. B. Beiträge für Bürgergeldempfänger) konsequent aus Steuermitteln finanziert werden müssen, statt die GKV-Beitragszahler einseitig zu belasten.
  • Bürokratieabbau jetzt: Eine Task-Force aus Politik und Praxis soll kurzfristig die übermäßigen Dokumentationspflichten reduzieren, um wieder mehr Zeit für die eigentliche Therapie zu schaffen.
  • Prävention durch Lenkungssteuern: Vorgeschlagen werden zweckgebundene Abgaben auf Tabak, Alkohol und Zuckerprodukte, um die Prävention zu stärken und die GKV zu entlasten.
Forderung nach Beteiligung 

Das Bündnis kritisiert zudem das überhastete Gesetzgebungsverfahren. Reformen dieser Tragweite erforderten eine strukturierte Einbindung der Gesundheitsberufe, um die Praxistauglichkeit sicherzustellen. „Politischer Reformdruck darf nicht zulasten von Versorgungssicherheit und Systemvertrauen gehen“, so das Resümee des Zusammenschlusses.

Das Bündnis Gesundheit vertritt mehr als sechs Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen. Folgende Verbände haben die Resolution mitgezeichnet (Stand: 27.04.2026): 

  • Bundesärztekammer (BÄK)
  • Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
  • Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V.
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlich Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)
  • Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC)
  • Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI)
  • Berufsverband Orthoptik Deutschland e.V. (BOD)
  • Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
  • Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland e.V. (BED)
  • Bundesverband für Podologie e.V.
  • Bundeszahnärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V. (BZÄK)
  • Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants e.V.
  • Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs)
  • Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)
  • Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE)
  • Deutscher Verband für Physiotherapie e.V.
  • Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e.V.
  • Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB)
  • Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
  • Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)
  • LOGO Deutschland Selbstständige in der Logopädie e.V.
  • Marburger Bund – Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
  • VDB Physiotherapieverband Bund
  • Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD)
  • Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD)
  • Verband Deutscher Podologen (VDP) 

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