Lange war es strittig und nun soll sie doch kommen – die Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Was lange als „grüne Bevormundungspolitik“ bezeichnet wurde, hat in anderen Ländern (z. B. Großbritannien seit 2018 und Polen seit 2021) bereits positive Effekte auf die Gesundheit der Bevölkerung gezeigt. Bisher sind folgende Rahmendaten für eine mögliche Zuckerabgabe in Deutschland bekannt: Die Abgabe soll 2028 über ein separates Gesetz eingeführt werden. Betroffen sind zunächst zuckergesüßte Getränke wie Limonaden und Cola.
Mehreinnahmen in Höhe von 450 Mio. €
Schätzungen gehen von jährlichen Mehreinnahmen in Höhe von rund 450 Millionen Euro aus, die direkt der GKV zufließen sollen. Aber neben den direkten Einnahmen steht zusätzlich die Senkung von Krankheitskosten im Fokus. Durch die Vorbeugung von Adipositas und Diabetes rechnen Experten mittel- bis langfristig mit Einsparungen zwischen 20 und 170 Millionen Euro pro Jahr.
Deutsche beim Konsum zuckerhaltiger Getränke auf Platz 1 in Westeuropa
Wie notwendig eine Zuckerabgabe ist, zeigt folgende Zahl von Foodwatch: Deutschland belegt beim Konsum zuckerhaltiger Getränke mit 125 Litern pro Kopf und Jahr den ersten Platz unter den zehn größten westeuropäischen Ländern. Zudem tragen zuckerhaltige Getränke maßgeblich zur Entstehung chronischer Leiden wie Adipositas, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Mit einer Portionsgröße von nur 200 ml werden dem Körper bereits zwischen 20 und 34 Gramm freier Zucker zugeführt, was zusätzlich das Kariesrisiko signifikant erhöht.
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