Ihre Meinung Vivi-Ann Agena, Managing Director – Franchise Operations Club Pilates und Daniel Hoffmann, Director of Franchise Club Pilates Germany
BODYMEDIA: Wie sieht Ihr Pilates-Angebot aus und warum die Spezialisierung?
Vivi-Ann Agena: Pilates ist für uns mehr als ein Trend. Wir sehen es als langfristige Trainingsmethode, die Kraft, Kontrolle und Körperbewusstsein stärkt – und Raum für echte Me-Time schafft.
Qualität steht über Masse: Maximal zwölf Reformer pro Kurs sowie Tools wie Chair und Springboard ermöglichen individuelle Betreuung. Egal ob Trainierende neu starten, viel Erfahrung mitbringen, während der Schwangerschaft trainieren oder mit körperlichen Themen kommen – unsere Trainerinnen begleiten alle aufmerksam. Wir bieten neun Formate in bis zu vier Levels – von Reformer Flow bis Cardio – und entwickeln sie kontinuierlich weiter.
Unsere Trainerinnen bilden wir selbst aus: Die 450-Stunden-Ausbildung ist vom Deutschen Pilates Verband anerkannt und international etabliert.
Flexible Mitgliedschaften (4er, 8er, Unlimited, drei Monate Laufzeit) fördern Kontinuität – ohne Druck. Wir setzen auf Motivation statt Verpflichtung. Denn regelmäßiges Pilates macht einen spür- und sichtbaren Unterschied.
BODYMEDIA: Welche Marketingmaßnahmen funktionieren besonders gut?
Vivi-Ann Agena: Wir arbeiten eng mit unserer Franchisezentrale: Jahreskampagnenplan, klares Branding, feste Sales-Prozesse und regelmäßiger Austausch sorgen für Struktur und Markenstärke. Ein zentraler Bestandteil sind Community-Events. Wir wollen nicht nur Training anbieten, sondern echte Gemeinschaft schaffen – zwischenmenschliche Beziehungen stehen im Mittelpunkt. Paid Ads unterstützen unsere Sichtbarkeit, besonders Intro Classes erleichtern den Einstieg. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus klarer Marke, starken Prozessen und Community-Fokus. Marketing bedeutet für uns vor allem Vertrauen und nachhaltiges Wachstum.
BODYMEDIA: Warum ist das Franchisesystem attraktiv?
Daniel Hoffmann: Mit über 1.300 Studios weltweit ist das Konzept erprobt und gibt Sicherheit. Partnerinnen starten mit klaren Prozessen von Pre-Sales bis Grand Opening und generieren früh Umsätze. Unser Franchiseteam begleitet umfassend – von Standortsuche und Studioausbau bis zu Personal, Recht, Marketing, Sales und Trainerausbildung. So ist niemand allein, gleichzeitig bleibt Raum für eigene Ideen. Unternehmerische Freiheit mit starkem Netzwerk – das macht das System attraktiv.
BODYMEDIA: Vielen Dank.
Bildquelle: © Club Pilates Germany
Kurz-Interview mit Carola Kippenberger, Head of Marketing KAIFU-LODGE
BODYMEDIA: Das Kursangebot in der KAIFU-LODGE ist riesig. Welchen Stellenwert nehmen dabei Yoga- und Pilateskurse ein?
Carola Kippenberger: Seit über 40 Jahren zählt die KAIFU-LODGE zu den prägendsten Fitness- und Lifestyleclubs Hamburgs. Innerhalb des außergewöhnlich vielfältigen Kursangebots nehmen Yoga- und Pilateskurse einen zentralen Stellenwert ein.
Die KAIFU-LODGE war schon früh Vorreiter, mutig neue Formate einzuführen und weiterzuentwickeln. Heute umfasst das Programm über 330 Kurse pro Woche mit rund 130 verschiedenen Kursformaten, darunter etwa 70 Yogakurse in unterschiedlichsten Stilrichtungen. Yoga ist damit ein fester Bestandteil der DNA der KAIFU-LODGE und spricht eine breite Zielgruppe an, die ganzheitliche Bewegung schätzt. Pilates ergänzt dieses Angebot ideal und wurde konsequent ausgebaut.
Mit der Einführung von Reformer-Pilates, insbesondere einem eigenen Reformer-Pilates-Studio, reagiert die KAIFU-LODGE gezielt auf den wachsenden Wunsch der Mitglieder nach individuelleren, intensiveren und präzisen Trainingsformen und bleibt damit ihrer Rolle als Trendsetter treu.
BODYMEDIA: Wie messen Sie den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Yoga- und Pilates-Angebots?
Carola Kippenberger: Als eigenständiger Club sind schnelles Reagieren und Umsetzung möglich. Der wirtschaftliche Erfolg des Yoga- und Pilatesangebots wird klar, messbar und datenbasiert bewertet. Maßgebliche Faktoren sind die hohe Kursauslastung, konstante Teilnehmerzahlen sowie die Entwicklung neuer Profit-Center.
Insbesondere Reformer-Pilates bietet durch einen Zusatzbeitrag von 8 € pro Kursteilnehmer und dem attraktiven Angebot einer 10er-Karte zum Preis von 70 € eine transparente Kalkulationsgrundlage, durch die sich die Investition in die elf Reformer-Geräte in absehbarer Zeit refinanziert. Unterstützt durch gezieltes Marketing waren die Kurse von Beginn an sehr gut besucht.
Darüber hinaus tragen Yoga und Pilates erheblich zur Mitgliedergewinnung und langfristigen Bindung bei und stärken die Position der KAIFU-LODGE als unabhängiger Club, der Trends früh erkennt, flexibel umsetzt und wirtschaftlich nachhaltig denkt. Yoga und Pilates sind somit nicht nur inhaltlich, sondern auch wirtschaftlich ein tragendes Fundament des Cluberfolgs.
BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.
Bildquelle: © Fireball Freizeit-Einrichtungen GmbH & Co. KG
Nachgefragt bei Daniel Donhauser, Gründer Maikai
BODYMEDIA: Welche Zielgruppe sprechen Sie mit Ihrem Pilates-Angebot an?
Daniel Donhauser: Reformer-Pilates spricht aktuell sehr stark eine weibliche Zielgruppe an. In unseren Studios sind rund 98 % Frauen, der Großteil davon unter 40 Jahre. Gleichzeitig sehen wir, dass immer mehr Frauen mittleren und höheren Alters dazukommen – und inzwischen auch die ersten Männer, die sich trauen. Für uns ist das nichts Negatives, im Gegenteil: Wir freuen uns, dass so viele Frauen über Reformer-Pilates den Zugang zu Krafttraining finden und aktiv etwas für ihre Gesundheit tun. In dieser Form ist es oft zugänglicher als klassisches Hanteltraining und senkt die Einstiegshürde enorm.
BODYMEDIA: Welche Marketingmaßnahmen funktionieren besonders gut, um Teilnehmer für Yoga und Pilates zu gewinnen?
Daniel Donhauser: Aktuell ist Reformer-Pilates so stark im Trend, dass wir de facto ausschließlich über Word of Mouth und Aggregatoren wachsen. Wir betreiben zwei Studios mit bis zu acht Kursen pro Tag und liegen bei rund 85 % Auslastung – rein durch Empfehlungen.
Klassische Werbung spielt dabei kaum eine Rolle. Unser Fokus liegt auf drei Dingen: Design, Trainerqualität und Community. Die Studios sollen inspirierende Orte sein, die man gerne betritt. Unsere Trainerinnen und Trainer werden sehr bewusst ausgewählt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Und wir schaffen Raum für Begegnung: Unsere Kundinnen trinken vor und nach den Kursen kostenlos Kaffee oder Tee, es gibt Brunches und kleine Community-Events. So entsteht nicht nur ein Training, sondern ein Erlebnis – und genau das sorgt dafür, dass Menschen darüber sprechen und andere mitbringen.
BODYMEDIA: Danke für Ihre Antworten.
Bildquelle: © Maikai GmbH
Zwei Fragen an Jürgen Aschauer, Business Development Director Matrix
BODYMEDIA: Wie beurteilen Sie den derzeitigen Yoga- und Pilates-Trend und wie hat Ihr Unternehmen darauf reagiert?
Jürgen Aschauer: Während Yoga und Matten-Pilates im Hinblick auf ganzheitliche Gesundheit, Stressabbau und kontrolliertes Training inzwischen zum Grundangebot zählen, etabliert sich Reformer-Pilates zum Premium-
Format mit überdurchschnittlicher Nachfrage.
Es verbindet präzises, gelenkschonendes Training mit klarer Progression und einem hochwertigen Boutique-Erlebnis – und spricht dadurch eine breite Zielgruppe an. Als Matrix Fitness haben wir früh auf diese Entwicklung reagiert und eine strategische Partnerschaft mit Your Reformer, dem australischen Marktführer im Reformer-Segment, geschlossen. Die Kombination aus den flexiblen Konzepten von Your Reformer, unserer langjährigen Expertise im Studiobereich sowie unserem starken Vertriebs- und Servicenetzwerk ermöglicht Studios einen professionellen, skalierbaren Einstieg in dieses Trendformat.
Zum Portfolio gehören drei robuste Reformer-Modelle sowie digitale Tools, die eine Umsetzung besonders einfach machen: KioskPro für individuelle On-Demand-Einheiten direkt am Gerät und ClassPro für virtuelle Sessions im Kursraum. Damit können Studios ihr Angebot auch außerhalb der Stoßzeiten attraktiv und unabhängiger von Trainerverfügbarkeiten gestalten.
BODYMEDIA: Welche Chancen sehen Sie für Fitnessstudios, die sich u. a. auf die Themen Yoga und Pilates spezialisieren?
Jürgen Aschauer: Sowohl Studios, die sich vollständig auf Reformer-Pilates spezialisieren, als auch Betriebe, die einzelne Reformer für digitale Workouts, ein hybrides „Club-in-Club“-Konzept oder einen eigenständigen Pilates-Bereich anbieten, können sich klar vom Markt differenzieren.
Matrix und Your Reformer eröffnen Studios eine attraktive Chance, mit überschaubarem Implementierungsaufwand einfach mehr Menschen und neue Zielgruppen zu erreichen sowie zusätzliche Erlöspotenziale zu erschließen, etwa über Upselling, Premium-Kleingruppen oder exklusive Add-ons im Mitgliedschaftsmodell.
BODYMEDIA: Vielen Dank.
Bildquelle: © Johnson Health Tech. GmbH
Sascha Linz, Vice President Sports & Fitness RSG Group, im Interview
BODYMEDIA: Wie messen Sie den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Yoga- und Pilates-Angebots?
Sascha Linz: Wir erfassen kontinuierlich die Teilnehmerzahlen aller Kurse und analysieren, welche Formate besonders gut angenommen werden. Ergänzend dazu stehen wir im engen Austausch mit unserem Studiopersonal und berücksichtigen regelmäßig das Feedback unserer Mitglieder.
Bei JOHN REED erfreuen sich Yoga- und Pilateskurse generell großer Beliebtheit; in ausgewählten JOHN REED Clubs bieten wir zudem Reformer-Pilates-Klassen an. Dieses Angebot stößt auf sehr großes Interesse und findet auch in den Medien sowie bei Influencern hohe Aufmerksamkeit. Aber auch bei McFIT zählt Yoga zu den beliebtesten Kursformaten.
BODYMEDIA: Bieten Sie Zusatzprodukte oder Specials wie z. B. Retreats, Onlinekurse, Merchandise rund um die Themen Yoga und Pilates an?
Sascha Linz: Bei JOHN REED bieten wir in regelmäßigen Abständen besondere Kursspecials an, häufig an Wochenenden. Insbesondere in unserem Boutique-Studio John & Jane’s in Berlin-Mitte umfassen die Kurse unter anderem Hot Yoga, speziell auf Männer zugeschnittene Yoga-Kurse sowie Stretching- und Soundbath-Specials zum Neumond.
BODYMEDIA: Vielen herzlichen Dank.
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