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HYROX-Partnerschaft: Investition, Lizenzgebühren und Umsatzpotenziale im Check

Bildquelle: © HYROX

HYROX setzt neue Maßstäbe im Training und zieht immer mehr Studios in seinen Bann. Wir haben mit Jonas Merten, Head of Customer & Growth bei HYROX, gesprochen – über die rasante Expansion, die Voraussetzungen für Partnerstudios und die Strategien, wie Kurse, Events und Mitgliederbindung richtig zünden.

BODYMEDIA: Das Thema HYROX ist allgegenwärtig. Wie hat sich die Nachfrage nach offiziellen HYROX-Partnerstudios in den letzten zwei Jahren entwickelt? Wie viele Studios weltweit, aber vor allem auch in Deutschland bzw. im DACH-Raum sind mittlerweile offizieller HYROX-Partner?

Jonas Merten: Das Wachstum, das wir gerade erleben, ist schlicht beeindruckend – wir müssen uns manchmal selbst kneifen, wenn wir sehen, in welchem Tempo das passiert. Wir stehen aktuell bei etwa 15.000 Studios. Zum Vergleich: Vor gut 16 Monaten starteten wir mit 3.500 Partnerstudios – seitdem haben wir uns also mehr als vervierfacht. Wir gewinnen monatlich 600 bis 800 neue Studios hinzu. Im DACH-Raum zählen wir aktuell rund 1.300 Partner – mit einer vergleichbar dynamischen Entwicklung.

BODYMEDIA: Welche konkreten Voraussetzungen müssen Studios erfüllen, um offizieller HYROX-Partner werden zu können?

Jonas Merten: Grundsätzlich gilt: HYROX funktioniert in nahezu jedem Fitnessstudio der Welt. Unser HYROX Performance HUB passt die Workouts flexibel an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort an.

Wenn wir über die Integration von HYROX sprechen, geht es stets um drei Punkte: 1. Das Gym Setup, also welches Equipment vor Ort ist, 2. welche Coaches im Studio sind und wie deren Ausbildung aussieht, und 3. wie das Training in den Studioalltag integriert wird

Mit kleineren Functional-Bereichen ist da schon viel möglich. Je mehr Functional Equipment zur Verfügung steht, desto größer können die Kurse sein. Je näher das vorhandene Equipment an den HYROX-spezifischen Bewegungen ist, desto authentischer und wirkungsvoller das Erlebnis.

HYROX: Zahlen, Daten, Fakten

BODYMEDIA: Kannst du erläutern, wie der Lizenzierungsprozess von der Bewerbung bis zur Zertifizierung abläuft? Wie integrieren Studios das HYROX-Training nach der Lizenzierung bestmöglich in den Studioalltag? Was gilt es zu beachten?

Jonas Merten: Der Lizenzierungsprozess selbst ist in fünf bis zehn Minuten erledigt. Über unsere Website ist man in wenigen Schritten registriert und offiziell dabei. Was danach folgt – Gym Setup, Ausbildung der Coaches bis hin zu Kursen – kann etwas länger dauern. Sollte Equipment nachbestellt werden müssen, ist dies häufig der zeitintensivste Faktor.

Wenn der Functional-Bereich schon ausgestattet ist, geht es schnell: Lizenzierung abschließen, Zugriff auf die Academy aktivieren, Ausbildung starten und mit zwei Wochen Vorlaufzeit können Kurse angeboten werden.

Die beliebteste Trainingsform für HYROX sind Gruppentrainings: Gleichgesinnte treffen sich, eine echte Community entsteht, und der gegenseitige Antrieb hebt die Leistung auf ein anderes Level. Starten kann man mit zwei bis vier Kursen pro Woche, um die Nachfrage zu testen und das Angebot schrittweise ausbauen, sobald es die Auslastung hergibt.

Trainierende schiebt einen Schlitten beim HYROX-Training
Kraft und Ausdauer sind bei HYROX gefragt (Bildquelle: © HYROX)

BODYMEDIA: Mit welchen Investitionen, also Lizenzgebühren, Anschaffungskosten für Equipment und Schulungskosten, müssen Betreiber rechnen?

Jonas Merten: Es kommt immer auf das Equipment an. Wir arbeiten mit Concept2 – für Ruder- und Skiergometer – sowie mit Centr für das restliche Equipment und den Turf. Wer das originale HYROX‑Race-Equipment ins Studio holen möchte, bewegt sich je nach Umfang in einer Investitionsspanne von 20.000 bis 150.000 Euro – wer eine vollständig ausgestattete HYROX Training Zone aufbaut, setzt damit ein echtes Leuchtturmprojekt. Eine absolute Obergrenze gibt es nicht. Die Lizenzierung selbst ist unkompliziert und beinhaltet den Zugang zum Trainingsprogramm und der Academy. Die Lizenz liegt bei 1.500 € pro Jahr.

BODYMEDIA: Welche Unterstützung erhalten Studios von euch als offizieller HYROX-Partner?

Jonas Merten: Unser Fokus liegt in erster Linie auf dem Trainingserlebnis – nicht auf dem Namen allein. Ob Kurse, Einzeltraining oder Challenges: Ziel ist immer ein hochwertiges, motivierendes Erlebnis für die Mitglieder. Für Marketing erhalten HYROX Training Clubs Zugriff auf das sogenannte Playbook, inklusive professioneller Marketing-Assets zur eigenständigen Nutzung. Die Kommunikation nach außen liegt beim Studio – wir stellen die Materialien bereit, mit denen das glaubwürdig und wirksam gelingt.

BODYMEDIA: Welche zusätzlichen Umsatzpotenziale eröffnet eine HYROX-Partnerschaft für Fitnessstudios konkret?

Jonas Merten: Der Kern des Geschäftsmodells sind gut ausgelastete Kurse. Gleichzeitig spricht man Mitglieder an, die aktiver trainieren und öfter einchecken. Es entstehen zusätzliche Umsatzmöglichkeiten durch beispielsweise Zusatzmodule zur Mitgliedschaft, durch Mini-Events oder Merchandise – weil die Marke HYROX selbst schon ein starker Anziehungspunkt ist und eine klare Kaufbereitschaft mitbringt. Insbesondere HYROX Mini-Events bieten Studios die Möglichkeit, zusätzlichen Umsatz zu generieren. Folgendes Beispiel: An einem Samstag veranstaltet man einen Tag der offenen Tür. Wer an dem HYROX Conditioning Test teilnehmen ­möchte, zahlt 10 - 20 €, je nach Größe des Clubs sind sicherlich 50 - 300 Teilnehmende am Tag möglich, so lassen sich schnell bis zu 6.000 € zusätzlich an einem Tag verdienen.

BODYMEDIA: Wie schnell amortisiert sich die Investition deiner Erfahrung nach? Gibt es hierzu Statistiken und konkrete Zahlen?

Jonas Merten: Eine pauschale Antwort ist schwierig, da es stark vom jeweiligen Studio und der Umsetzung abhängt. Ein Beispiel: Der pace club in München hat eine offizielle HYROX Training Zone installiert. Die Check-in-Frequenz ist dort von Beginn an sehr hoch, sodass sich die Investition bereits nach wenigen Wochen bis Monaten spürbar gelohnt hat.

BODYMEDIA: Welche Zielgruppen lassen sich über HYROX besonders gut aktivieren? Habt ihr Erkenntnisse, welche Auswirkungen eine HYROX-Partnerschaft hinsichtlich Kundenbindung und Mitgliedergewinnung hat?

Jonas Merten: Das Durchschnittsalter bei HYROX Events liegt irgendwo in den 30ern, Männer und Frauen sind ausgeglichen. Teilnehmer in Kursen sind vor allem 20 bis 40 Jahre, aber auch darüber hinaus. Ältere Leute kommen ebenfalls dazu. Studien von Fitness First zeigen: Mitglieder, die HYROX-Kurse machen, checken sich häufiger ein und bleiben voraussichtlich länger. Kurse sind häufig ausgebucht, z. B. 28 Kurse pro Woche mit 24 Teilnehmern – alles ausgebucht. HYROX zieht neue Mitglieder an und bindet sie stärker.

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BODYMEDIA: Welche Vorteile haben Studios, die offizieller HYROX-Partner sind, gegenüber anderen, die funktionelles Training oder ein ähnliches Training anbieten?

Jonas Merten: HYROX hat sich von einem Fitness-Event zu einem eigenständigen Sport entwickelt – mit all dem, was dazugehört: Struktur, Wettkampf, Community. Wir verfolgen das Ziel, olympisch zu werden. Studios profitieren von der Marke, dem strukturierten Training und einer tollen Community. Im Unterschied zu klassischem Functional Training liefern wir ein vollständig ausgearbeitetes System – mit einem Trainingsprogramm, klarer Progression und strukturierter Durchführung – das Studios direkt umsetzen können, ohne selbst bei null anfangen zu müssen.

Chefredakteur Conny Wilser mit Jonas Merten auf der MEET THE TOP auf Mallorca
Chefredakteur Conny Wilser mit Jonas Merten auf der MEET THE TOP auf Mallorca (Bildquelle: © BODYMEDIA GmbH & Co. KG)

BODYMEDIA: Wie wird sich das Thema HYROX in Fitnessstudios in den nächsten Jahren, speziell in Deutschland, entwickeln? Welche konkreten Ziele habt ihr?

Jonas Merten: Wir wachsen sehr schnell, und unsere Wachstumsprognosen werden regelmäßig übertroffen. Ziel ist, HYROX in den 150 größten Städten der Welt zu platzieren. Aktuell sind es rund 90 bis 100 Races pro Saison, über 400 Eventtage weltweit. Die stadtprägende Wirkung ist vergleichbar mit der eines großen Marathons in New York, Berlin oder London. Beim New York Event sind 50.000 Athleten dabei, in Berlin etwa 40.000 über neun Tage bei der Week of Fitness verteilt. Unser Ziel ist es, HYROX in möglichst vielen Fitnessstudios zu verankern – mit einem Angebot, das klar verständlich ist, echten Mehrwert liefert und zu einem wettbewerbsfähigen Preis zugänglich bleibt.

Langfristiges Ziel ist es, den Sport olympisch zu etablieren. Ein HYROX Training Club ist dann vergleichbar mit einem Tennis-Club – wer Tennis spielen möchte, sucht sich einen Tennis-Club – und genauso verhält es sich auch mit HYROX.

BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.

Bildquelle Header: © HYROX

Der Autor

  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Seit Anfang 2023 ist er Chefredakteur. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.

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