Unternehmensreport

UFC GYM expandiert nach Deutschland

UFC GYM expandiert nach Deutschland und plant 70 Standorte. Wie die genauen Expansionspläne für Deutschland aussehen und welche Voraussetzungen potenzielle Franchisenehmer mitbringen müssen, das haben wir Robert Jablukov und Adrian Bakos von UFC GYM Germany gefragt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • UFC GYM gehört zu den schnellsten wachsenden globalen Sportmarken der Welt.
  • Von diesem Wachstum und der Markenbekanntheit sollen Franchisepartner profitieren.
  • Neben Gruppenfitnesskursen lirgt der Fokus auch auf MMA-Training
  • Adrian Bakos ist Managing Director UFC GYM Germany, Robert Jablukov ist Marketing Director UFC GYM Germany

BODYMEDIA: Kürzlich wurde bekannt, dass UFC GYM nach Deutschland expandiert. Welche Beweggründe waren ausschlaggebend, dass sich die Verantwortlichen für diesen Schritt entschieden haben?

Robert Jablukov: Das ist eine sehr vielschichtige Frage, die man aus verschiedenen Perspektiven betrachten muss. Einer der Beweggründe war sicherlich die Markenbekanntheit der UFC. Jeder, der im MMA-Sport unterwegs ist, kennt und verfolgt die UFC. Jeder, der sich für Kampfsport im Allgemeinen interessiert, kennt die UFC. Sportlich und kommerziell betrachtet ist die UFC die mit am schnellsten wachsende globale Sportmarke der Welt.

Auch während der aktuell herrschenden Corona-Krise hat die UFC in den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten Live-Events abgehalten und so ein Millionen-Publikum erreichen können, während andere Sportligen ihren Betrieb vorläufig einstellen mussten. Dieses kurzzeitige Monopol konnte die UFC gut nutzen, um ihre Markenbekanntheit noch stärker zu erweitern.


Noch in diesem Jahr soll das erste UFC GYM in Deutschland eröffnet werden. Ziel der UFG GYM Germany Verantwortlichen ist es, dass in den nächsten 10 Jahren insgesamt 70 UFC GYMs in Deutschland gibt (Bildquelle: UFC GYM Germany)

Adrian Bakos: Ein weiterer ausschlaggebender Grund ist die starke Fitnessindustrie in Deutschland und die Begeisterung, die die Menschen im Allgemeinen dafür haben. Kein Land in Europa hat mehr Mitglieder und mehr Fitnessanlagen als Deutschland. Auch wenn die Corona-Pandemie der gesamten Industrie vorläufig den Stecker gezogen hat, so glauben wir fest daran, dass, sobald wieder ein Stück weit Normalität in Deutschland herrscht, die Menschen diese verlorene Zeit in den Gyms nachholen werden, um ihre sportlichen Aktivitäten wieder aufzunehmen.

BODYMEDIA: Rund 70 Standorte sind in Deutschland geplant. Wann ist mit der Eröffnung der ersten Anlagen zu rechnen und wann soll die Expansion in Deutschland abgeschlossen sein?

Adrian Bakos: Es ist ganz klar das Ziel, noch dieses Jahr die Eröffnung des ersten UFC GYMs in Deutschland zu feiern. Aufgrund der aktuellen Situation mit dem Corona-Virus möchten wir aber keine Versprechungen geben, die wir später nicht einhalten können. Die Gesundheit unserer zukünftigen Mitglieder und Mitarbeiter steht an erster Stelle. Wenn das bedeutet, dass die Eröffnung sich hinauszögert, dann können wir damit leben.Wir verfolgen einen klaren 10-Jahres-Plan. Unser Ziel ist es, in den nächsten 10 Jahren um die 70 Standorte zu eröffnen. Wenn wir das geschafft haben, sehen wir weiter.

BODYMEDIA: Stehen bei den Verantwortlichen von UFC GYM Germany bei den deutschen Standorten Neueröffnungen im Fokus oder konzentriert man sich eher auf Studioübernahmen?

Adrian Bakos: Wir betrachten das absolut individuell von Stadt zu Stadt und von Immobilie zu Immobilie. Auf den ersten Blick ist es natürlich leichter, ein bestehendes Studio zu übernehmen und nach unserer Corporate-Identity umzubauen. Der große Vorteil einer Studioübernahme ist zudem, dass normalerweise keine neue Baugenehmigung benötigt wird und alle Wasseranschlüsse, Lichtanlagen und auch Belüftungsanlagen schon dem Standard eines Fitnessstudios entsprechen.

Beim Neubau sehen wir den Vorteil, dass wir von Beginn an die Immobilie nach unseren Vorstellungen gestalten können und auch neue Elemente austesten können, die wir bei Studioübernahmen nicht haben werden. Mit unseren zukünftigen Franchisepartnern werden wir genau beurteilen, welches Modell in welcher Stadt am besten umzusetzen ist. Selbstverständlich können potenzielle Franchisenehmer auch ihr eigenes Studio in ein UFC GYM umwandeln.


Seit 2009 hat UFC GYM bereits mehr als 170 Standorte eröffnet und befindet sich in über 37 Ländern weltweit im Wachstum (Bildquelle: UFC GYM Germany)

BODYMEDIA: Was unterscheidet ein UFC GYM von anderen Fitnessstudios? Welche Schwerpunkte werden gelegt? Was steckt hinter TRAIN DIFFERENT®?

Robert Jablukov: TRAIN DIFFERENT® ist für uns mehr als nur ein Motto. Wir streben alle nach einem gesunden Leben, sportlicher Ausgeglichenheit und danach, sich in seinem eigenen Körper wohlzufühlen. Obwohl es so viele Fitnessmitglieder und Fitnessanlagen in Deutschland gibt, ist für viele Menschen ein Gang in ein Fitnessstudio oftmals ein schwieriges Unterfangen, da man sich in der gegebenen Umgebung nicht wohlfühlt.

Unser Ziel ist es, dass sich die Menschen von diesen Gedanken lösen und man gemeinsam mit uns den eigenen Kampfgeist weckt. Als Gruppe kann man oft mehr schaffen, als wenn man individuell trainiert. Viele unserer Kurse basieren darauf, dass die Community jeden Einzelnen zu Erfolgen führt, indem man sich gegenseitig motiviert, zusammen die Übungen ausführt und vor allem auch sehr viel Spaß dabei hat.

Unser Programm Daily Ultimate Training DUT® basiert z. B.darauf, dass man als Gruppe viele verschiedene Etappen des Functional Trainings in einer Einheit durchläuft und diese gemeinsam besteht. Außerdem ist bei diesem Programm spannend, dass jedes DUT® neu ist und sich nicht wiederholen soll. So haben unsere Mitglieder jedes Mal ein neues Erlebnis.

Adrian Bakos: Da wir ein UFC GYM sind, liegt ein weiterer großer Schwerpunkt, neben der Gruppenfitnesskurse, selbstverständlich auf dem Bereich MMA-Training. Auch hier wollen wir unsere TRAIN DIFFERENT®-Philosophie leben. Für viele bedeutet Fitness immer noch joggen, auf dem Ergometer die Kilometer abspulen oder Gewichte heben. Wir wollen zeigen, dass auch MMA-Training ein starkes Fitness-Programm sein kann und nicht nur die körperliche Gesundheit stärken kann, sondern auch die mentale Gesundheit durch Werte wie Kampfgeist, Respekt und Disziplin.

Man wird bei uns z. B. in Gruppen Boxing Conditioning, Kickboxing Conditioning oder unser MATRX-Training erleben können. Wir werden für alle Skill Levels und Altersstufen Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) anbieten, um der breiten Öffentlichkeit die MMA-Welt zugänglich zu machen.

Robert Jablukov: In unseren Signature Gyms werden wir nicht nur Kinderbetreuung, sondern auch die Möglichkeit anbieten, dass Eltern und Kind gleichzeitig trainieren können. Als Beispiel können wir unsere BJJ-Kurse nehmen, die dann parallel für Kinder und für Erwachsene stattfinden. Ein UFC GYM ist ein Ort, wo wirklich jedem etwas geboten wird. Ein Ort an dem man als Familie zusammen Spaß beim Trainieren haben und vor allem neue Dinge, auch aus der Welt von MMA, lernen kann.


Adrian Bakos und Robert Jablukov verfolgen einen klaren 10-Jahres-Plan bei der Expansion in Deutschland (Bildquelle: UFC GYM Germany)

BODYMEDIA: UFC GYM wird als Franchise-Unternehmen in Deutschland agieren. Was macht die Marke für Franchisenehmer interessant?

Robert Jablukov: Allen voran ist natürlich der Markenname „UFC GYM Germany“ ausschlaggebend für das Interesse von Franchisenehmern. Die wachsende Popularität der Sportart MMA geht Hand in Hand mit der zunehmenden Popularität der UFC in Deutschland und für viele Menschen in Deutschland, aber auch weltweit, ist die UFC ein Synonym für die Sportart geworden.

Von diesem Wachstum sollen unsere Franchisepartner profitieren und gemeinsam wollen wir UFC GYM Germany als Marke auf dem deutschen Fitnessmarkt etablieren und auch beweisen, dass MMA und Fitness eine erstklassige Kombination sind. Zudem wächst UFC GYM gerade weltweit und frühzeitig Teil dieser globalen Marke zu werden, wird für viele potenzielle Franchisenehmer sicherlich auch ein wichtiger Aspekt sein.

BODYMEDIA: Welche (finanziellen) Voraussetzungen müssen potenzielle Franchisepartner mitbringen, um ihren eigenen UFC GYM Standort eröffnen zu können?

Adrian Bakos: Zu den finanziellen Voraussetzungen kann man sagen, dass diese abhängig von dem vom Franchisenehmer ausgesuchten Clubformat sind und auch davon, ob ein bestehendes Fitnessstudio in ein UFC Gym umgewandelt oder ob eine komplett neue Immobilie benötigt wird. Zudem ist die Frage heutzutage sicherlich anders zu beantworten als z. B. vor zwei Jahren.

Kreditinstitute werden in der aktuellen Lage Fitnessstudios oder Projekte für eine Eröffnung nur noch selten bis kaum unterstützen. Wir hoffen, dass sich dies spätestens 2022/2023 entspannt und auch der Finanzmarkt langsam zur Normalität zurückkehrt. Daher ist ausreichendes Eigenkapital in der aktuellen Zeit sicherlich das beste Mittel.

Eine weitere Voraussetzung ist auch, dass Franchisepartner die Fitnessindustrie und/oder die MMA-Welt verstehen oder sich ein Team aufbauen, das dies tut. Zudem sind uns
Geschäftssinn, Freude an der Arbeit und Professionalität wichtig. Und vor allem eins: Es muss menschlich passen. Wir gehen mit unseren Franchisenehmer eine lange Partnerschaft ein und wollen gemeinsam einen Erfolgsweg bestreiten. In einer starken, funktionierenden Partnerschaft ist es einfacher, geschäftlich erfolgreich zu sein und das Produkt und die Marke voranzubringen.

BODYMEDIA: Franchisenehmer können sich für eines der drei Clubformate Signature, Core und Class entscheiden. Wie konkret unterscheiden sich die einzelnen Formate?

Adrian Bakos: Allen voran unterscheiden sich die Clubformate in den Größen und den Angeboten für die Mitglieder. Unsere Signature Gyms sind die größten in unserem Portfolio, beginnend ab ca. 1700 m2. Dort wird es immer ein Octagon geben, einen Kids Club, unsere ARMBAR, einen Merch-Stand mit Equipment von UFC GYM und selbstverständlich das größte Spektrum an Kursen.

Unser Core-Format ist dem Signature ähnlich, aber in einer kleineren Variante. Beginnend ab gut 600 m2 bis hin zu den 1.700 m2 kann ein Octagon stehen und auch eine Möglichkeit bieten, unser Equipment zu erwerben, jedoch liegt beim Core der Fokus ganz klar auf Gruppentraining, Personal Training, Functional Fitness und den Kursen wie BJJ.

Unser Class-Format hat die Größe bis zu 400 m2 und wird vor allem auf die Kurse wie Boxen oder unser eigenes High Intensity Interval Training DUT® setzen. Dort liegt der Fokus komplett auf dem Sport.

BODYMEDIA: Die deutsche Fitness- und Gesundheitsbranche ist durch Corona stark gebeutelt. Inwieweit beeinträchtigt oder begünstigt die Corona-Pandemie die Zukunftspläne von UFC GYM Germany? Wie unterscheidet sich eine Expansion in Corona-Zeiten von anderen?

Adrian Bakos: Das ist eine sehr spannende Frage, da die gesamte Industrie von dieser Situation überrascht wurde und vermutlich niemand darauf vorbereitet war. Grundsätzlich gilt in wirtschaftlichen Krisenzeiten, dass starke Marken einen großen Vorteil in der Bewältigung der Herausforderungen haben, um gestärkt aus solchen Phasen hervorgehen zu können. Dass die Stärke der Marke UFC GYM uns hier wesentliche Vorteile bietet, ist uns bewusst.

Wir sehen die gegebene Situation als Chance. Im Moment sitzen Millionen von Menschen zu Hause im Home Office, sie können nicht wie gewohnt ins Fitnessstudio, sind körperlich wie mental nicht ausgeglichen und warten eigentlich nur darauf, wieder Sport zu treiben und ihren Lebensstil wieder normal ausleben zu können. Wir wollen den Menschen ein neues Zuhause geben, wo sie unsere TRAIN DIFFERENT®-Philosophie leben und dadurch gesundheitlich und emotional profitieren können.

Für Franchisenehmer besteht jetzt natürlich die Möglichkeit, ihr Fitnessstudio in Ruhe umzuwandeln und dann 2022 neu als UFC GYM Germany zu erstrahlen.

BODYMEDIA: Wie sehen die konkreten Expansionspläne von UFC GYM in weiteren Märkten bzw. Ländern aus?

Robert Jablukov: Aktuell ist UFC GYM schon in 37 Ländern aktiv bzw. hat feste Lizenzpartner, die wie wir in naher Zukunft mit den ersten UFC GYMs an den Markt gehen werden. Wir in Deutschland können natürlich nicht sagen, wie und wo und wann UFC-GYM in weiteren Ländern an den Markt gehen wird, aber wenn man sich das globale Phänomen UFC anschaut, dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann die nächsten Länder sich UFC GYM anschließen werden.

Selbst in der Corona-Zeit ist UFC GYM global und national in den USA gewachsen. 13 neue Standorte wurden in den USA eröffnet und erst vor Kurzem eröffnete das erste UFC GYM in Abu Dhabi. Das stimmt die ganze UFC-GYM-Familie weltweit positiv und ist auch ein Zeichen an alle, dass es weitergehen wird und wir wachsen werden.

BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.

Der Autor

  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Zudem ist er Ansprechpartner für die BODYMEDIA Premium Partner. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.

Magazin

BODYMEDIA Fitness 3-2021E-Book lesen

BODYMEDIA Fitness 3-2021

Mehr erfahren