Stimmung in den Heilmittelberufen so schlecht wie noch nie

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Das Stimmungsbarometer in den Heilmittelberufen sinkt deutlich und erreicht mit einem Wert von -22,6 Punkten einen historischen Tiefpunkt. Allein in der Physiotherapie fällt der Wert um 22,3 Punkte. Noch stärker fällt der Stimmungsrückgang bei den niedergelassenen Ärzten aus. Maßgeblich zu dieser Verschlechterung beigetragen haben vor allem die politischen Entscheidungen der vergangenen Monate.

Das Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit zeigt eine deutliche Verschlechterung der Stimmung bei den Heilberufen. In vier der sechs Fachgruppen (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Hebammen, Apotheker u. Heilpraktiker) hat sich die Stimmung der Heilberufler im dritten Quartal verschlechtert. Über alle Berufsgruppen hinweg sank der Wert um 8,8 Punkte auf -22,6. Seit dem Start der Erhebung im Jahr 2022 war der Wert noch nie so niedrig. 

Physio- und Ergotherapie mit stärkstem Stimmungseinbruch

Am deutlichsten brach die Stimmung bei den Ergotherapeuten ein: Ihr Wert sank um 34,5 Punkte. Damit endet der Aufwärtstrend, den diese Gruppe eineinhalb Jahre lang gehalten hatte. Im Gesamtranking belegen die Ergotherapeuten dennoch weiterhin Platz zwei. Den zweitgrößten Einbruch verbuchen die Physiotherapeuten mit einem Minus von 22,3 Punkten. Im Ranking liegen sie derzeit gleichauf mit den Logopäden auf Platz vier, deren Wert um 18,7 Punkte nachgab.

Kaum verändert hat sich dagegen die Stimmung der Hebammen: Ihr Wert gab nur um 1,6 Punkte nach, womit sie weiterhin Platz drei belegen. Einen leichten Aufwärtstrend zeigen Apotheker (plus 2,7 Punkte) und Heilpraktiker (plus 2,0 Punkte) – wobei beide Gruppen im Gesamtranking an entgegengesetzten Enden der Skala stehen.

Auf die Frage, wie Physiotherapeuten die wirtschaftliche Entwicklung für die Heilberufe für die kommenden sechs Monate einschätzen, gaben 60,7 % an, dass sich die Situation verschlechtern wird. 35,5 % erwarten keine Veränderung. Bei den Ergotherapeuten und Logopäden sind die Zahlen sehr ähnlich.

Politische Entscheidungen als Hauptfaktor für schlechte Stimmung

Politische Entscheidungen und Regulierung stehen auf der Liste der belastenden Faktoren ganz oben: 77 % der Heilberufler, also mehr als drei Viertel, gaben einen negativen Einfluss auf ihre Arbeit an. An zweiter Stelle folgen die Auswirkungen aktueller Ereignisse, die fast die Hälfte der Befragten (48,8 %) als Belastung nannten.

Platz drei unter den belastenden Faktoren belegt die Praxis-Administration – getrennt betrachtet von der Digitalisierung, die separat abgefragt wird. Bemerkenswert: Die Digitalisierung, die in früheren Befragungen häufig als große Belastung galt, wird mittlerweile nur noch von gut einem Drittel der Heilberufler (37,5 %) als störend wahrgenommen.

Stimmung der Ärzte auf absolutem Tiefpunkt

Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland erleben einen regelrechten Stimmungseinbruch: Im dritten Quartal 2026 rutschte der Stimmungswert auf -48,5 Punkte ab – ein Minus von mehr als 20 Punkten gegenüber der vorangegangenen Erhebung und der niedrigste Stand seit Erhebungsbeginn. Haupttreiber dieses Einbruchs sind vor allem die deutlich pessimistischeren wirtschaftlichen Erwartungen: Die Einschätzung der kommenden sechs Monate fiel im Vergleich zur vorherigen Erhebung um fast 35 Punkte schlechter aus.

Den größten Stimmungseinbruch verzeichnen die Psychologischen Psychotherapeuten: Ihr Wert fiel um 33,6 Punkte auf -48,3. Bei den Fachärzten sank der Stimmungswert um 25,7 Punkte auf -51,5. Fast ebenso drastisch verläuft die Entwicklung bei den Hausärzten: Mit einem Rückgang von 25,2 Punkten liegen sie nun bei -55,6 und bilden damit das Schlusslicht unter den vier betrachteten Fachgruppen.

Deutlich verhaltener zeigt sich der Rückgang bei den Zahnärzten: Ihr Wert gab um 8,9 Punkte auf -36,4 nach – womit sie aktuell als einzige der vier Gruppen noch am wenigsten pessimistisch gestimmt sind.

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