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LinkedIn als Geheimwaffe für Fitnessmarken: Jule Hoff im Interview

Bildquelle: © wichayada – stock.adobe.com

Welches Potenzial bietet LinkedIn für die Sport- und Fitnessbranche? Wir haben mit Jule Hoff gesprochen, Expertin für Personal Branding und LinkedIn-Marketing, um herauszufinden, wie die Plattform von Marken, Gründern und Fitnessstudios effektiv genutzt werden kann – und warum eine starke persönliche Marke heute wichtiger ist denn je.

BODYMEDIA: Welches Potenzial bietet LinkedIn für die Sport- und Fitnessbranche? Können Sie das anhand konkreter Beispiele verdeutlichen?

Jule Hoff: Das Potenzial ist enorm – sowohl für Marken als auch für Dienstleister. Nutzer sind geschäftlich unterwegs, offen für Impulse und bereit, Beziehungen aufzubauen. Besonders Founder können durch persönliche Einblicke Vertrauen schaffen, das klassische Werbung nicht erreichen kann.
LinkedIn wächst stark, gleichzeitig ist die Creator-Dichte noch geringer als auf Instagram oder TikTok. Das bedeutet: Die Chance, gesehen zu werden, ist deutlich höher.

Auch B2C funktioniert: Wer sich mit einer Person identifiziert, entscheidet sich eher für deren Produkt oder Dienstleistung. Beispiel HYROX: Innerhalb eines Jahres hat sich die Followerzahl mehr als verdoppelt. Besonders erfolgreich war der Mix aus B2B-Themen, Kooperationen und persönlichen Einblicken hinter die Marke.

BODYMEDIA: Wird LinkedIn, trotz der Möglichkeiten, die diese Plattform bietet, in der Fitnessbranche als strategischer Kanal noch unterschätzt? Wenn ja, worauf führen Sie das zurück?

Jule Hoff: Absolut. Viele sehen LinkedIn noch als reine Jobplattform, obwohl es längst ein soziales Netzwerk ist. Hier entstehen Beziehungen, Vertrauen und neue Geschäftsmöglichkeiten. Die Fitnessbranche ist stark auf Instagram fokussiert – visuell stark, allerdings bleibt die berufliche Position der User häufig unklar. Auf LinkedIn sieht man sofort Position, Unternehmen und Hintergrund der Person, was eine gezielte Vernetzung deutlich erleichtert.

Zudem wird Sichtbarkeit auf LinkedIn zur echten Währung: Sie kann zu Podcast-Einladungen, PR-Anfragen oder Kooperationen führen. Wer jetzt startet, während andere noch zögern, kann sich einen klaren Vorsprung sichern.

BODYMEDIA: Warum ist Personal Branding für Entscheider und Führungspersonen so wichtig und heute nicht mehr wegzudenken?

Jule Hoff: Eine starke Personal Brand schafft Vertrauen, das direkt auf Kunden, Produkte und Dienstleistungen abstrahlt. Wer regelmäßig zeigt, wofür er steht, wird als kompetent und glaubwürdig wahrgenommen. Sie ist auch im Recruiting entscheidend: Kandidaten erkennen Werte, Unternehmenskultur und Führungsstil frühzeitig und können besser einschätzen, ob sie ins Unternehmen passen. Ein weiterer Vorteil: Nehmen wir Personen online immer häufiger wahr, kann das in Word of Mouth-Empfehlung offline führen. Ohne Personal Brand bleibt dieses Potenzial oft ungenutzt.

BODYMEDIA: Wie setzen Sie persönlich LinkedIn ein und inwiefern profitieren Sie davon?

Jule Hoff: Ich nutze LinkedIn sehr aktiv zur Kundengewinnung und baue meinen Content bewusst aus einem Mix von fachlichen Inhalten und persönlichen Einblicken auf. Einerseits gebe ich konkrete Tipps zu LinkedIn-Marketing und Personal Branding, andererseits nehme ich meine Community offen mit auf meine berufliche Reise – von Projekten über Ergebnisse bis hin zu kleinen persönlichen Momenten.

Der größte Vorteil dabei: Die richtigen Anfragen landen direkt in meinem Postfach, ohne dass ich selbst Kaltakquise betreiben muss. Durch meine Inhalte verstehen die Menschen schon im Vorfeld, worin ich ihre Marken oder Projekte unterstützen kann. So kommen genau die Personen auf mich zu, die zu meinem Angebot passen, was den gesamten Akquise-Prozess deutlich effizienter und zielgerichteter macht.

BODYMEDIA: Welche Grundregeln gilt es bei LinkedIn zu beachten? Was sollten Entscheider und Führungskräfte unbedingt umsetzen, was dringend vermeiden?

Jule Hoff: Die wichtigste Regel: Helfen statt angeben. Authentische, persönliche Inhalte werden wahrgenommen – KI-Texte oder reine Selbstdarstellung nicht. Reposts allein ersetzen keine eigene Stimme und bringen wenig Reichweite.

Besser: drei klare Themensäulen definieren, um den Content erkennbar zu positionieren. Der Aufbau einer echten Community passiert nicht über Nacht. Hier gilt es einen langen Atem zu haben und nicht davon auszugehen, dass nach vier Wochen das Postfach explodiert. Startet man komplett von 0, darf man gerne drei und mehr Monate mitbringen, um eine gute Basis aufzubauen.

BODYMEDIA: Ist es auch für Fitness- und Gesundheitsstudios empfehlenswert, auf LinkedIn präsent zu sein?

Jule Hoff: Ja. LinkedIn bietet die Option, nach Leuten in der Region zu filtern bzw. zu suchen. Regelmäßige Inhalte bauen Vertrauen auf und führen langfristig zu Empfehlungen und Kunden. Zudem ist LinkedIn ideal für B2B: Firmenfitness, Corporate Health oder Kooperationen mit Unternehmen lassen sich gezielt anbahnen.

BODYMEDIA: Vielen Dank für das Gespräch.

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Die Autoren

  • Jule Hoff

    Jule Hoff ist LinkedIn-Marketing- und Personal-Branding-Expertin mit Fokus auf die Sport- und Fitnessbranche. Sie unterstützt Brands, Gründer und CEOs dabei, über LinkedIn strategische Sichtbarkeit aufzubauen, von der Strategieentwicklung bis zur kompletten Übernahme ihrer LinkedIn-Präsenz. Außerdem bereitet sie sich aktuell als leidenschaftliche Athletin auf die HYROX-Weltmeisterschaften vor.

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  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Seit Anfang 2023 ist er Chefredakteur. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.

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