Unter dem Leitthema „Polarität“ ging es immer wieder um die Gegensätze, die den Berufsalltag prägen: Erfolg und Rückschläge, Belastung und Entwicklung, Motivation und Zweifel. Passend dazu brachte KWS-Geschäftsführer Marco Kämmerling die zentrale Botschaft des Tages auf den Punkt: „Aufs und Abs sind keine Fehler im System, sondern sie sind das System.“
Therapie neu denken
Durch den Tag führte Marco Kämmerling gewohnt souverän, humorvoll und nahbar. Einen Schwerpunkt bildeten die Vorträge rund um Therapie und Training. Wolf Harwath von milon und five sprach in seinem Vortrag „Gelenke befreien statt stabilisieren: Perspektivwechsel in der Therapie“ über die Bedeutung von Mobilität, Dehnung und Beweglichkeit.

Wolf Harwath sprach über die Vorteile einer Therapie, die nicht nur stabilisiert, sondern befreit (Bildquelle: © BODYMEDIA GmbH & Co. KG)
Der erfahrene Physiotherapeut zeigte praxisnah auf, warum Bewegungseinschränkungen langfristig häufig größere Probleme verursachen als mangelnde Stabilität und wie gezieltes Muskellängentraining sowohl in der Rehabilitation als auch in der Prävention eingesetzt werden kann.
Belastung statt Stillstand
Einen spannenden Blick auf Rehabilitation warf Sportwissenschaftler Bastian Bloier vom Sanitätshaus Lang. In seinem Vortrag zum Belastungsmanagement in der orthopädischen Rehabilitation machte er deutlich, dass Training auch bei Schmerzen, akuten Beschwerden oder nach Verletzungen nicht vollständig pausiert werden sollte.
Viele Patienten würden vor Belastung zurückschrecken und stattdessen auf Ruhe oder passive Maßnahmen hoffen. Aufgabe der Therapeuten sei es jedoch, Sicherheit zu vermitteln und Patienten schrittweise wieder an Belastung heranzuführen.
Prävention rückt stärker in den Fokus
Wie eng Physiotherapie und Fitness inzwischen zusammenarbeiten müssen, erklärte Stefan Küpper in seinem Vortrag „Weg von Reparatur hin zu Prävention“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Praxen Gesundheit langfristig denken und Patienten nicht erst begleiten können, wenn Beschwerden bereits entstanden sind.

Die Physiotherapeuten freuten sich über sehr viele Informationen bei den einzelnen Vorträgen (Bildquelle: © BODYMEDIA GmbH & Co. KG)
Neben Therapie und Training spielte auch der organisatorische Praxisalltag eine wichtige Rolle. Daniel Wiesehöfer und Jason Lehmann von der KWS widmeten sich dem Thema Rezeptionsmanagement und zeigten, wie entscheidend Prozesse, Kommunikation und Struktur für den ersten Eindruck einer Praxis sind. Denn häufig entscheide sich bereits am Empfang, ob sich Patienten gut aufgehoben fühlen.
Im Bereich Geschäftsführung standen Themen wie Mitarbeiterführung, Unternehmenskultur und strategische Entwicklung im Fokus. Marco Kämmerling, Marilena Kern und Sarah Lämmerzahl diskutierten auf verschiedenen Panels über moderne Unternehmensführung und die Herausforderungen wachsender Praxen.
Austausch über Höhen und Tiefen
Darüber hinaus bot die Physio.Connect zahlreiche Möglichkeiten zum Netzwerken. In kleineren Gruppen tauschten sich die Teilnehmer intensiv über Erfahrungen aus dem Praxisalltag aus.
Auch hier spiegelte sich das Leitthema „Polarität“ immer wieder wider: Was läuft gut? Wo entstehen Probleme? Und wie gelingt es, auch schwierige Phasen konstruktiv zu nutzen?
Branchenaustausch auch abseits der Bühne
Neben den Vorträgen präsentierten sich auch verschiedene Aussteller aus der Branche vor Ort und informierten über aktuelle Lösungen und Dienstleistungen für Therapie- und Gesundheitseinrichtungen. Mit dabei waren unter anderem EGYM, Gantner sowie das junge Unternehmen Release U, das Massagesäulen für Praxen und Fitnessstudios anbietet. Die Ausstellerflächen wurden von vielen Teilnehmern gezielt genutzt, um sich über neue Konzepte und Entwicklungen auszutauschen.

Marco Kämmerling, BODYMEDIA-Redakteur Dennis Bechtel und Thomas Kämmerling (v.l.) (Bildquelle: © BODYMEDIA GmbH & Co. KG)
Besonders persönlich wurde es beim Vortrag von Michael Kämmerling, Gründer der KWS. Er sprach offen über seine berufliche Laufbahn, über Erfolge, Rückschläge und die vielen Umwege, die ihn geprägt haben. Gerade diese ehrlichen Einblicke sorgten bei vielen Teilnehmern für einen emotionalen und nachdenklichen Moment.
Die nächste Physio.Connect findet am 3. Dezember an gleicher Stelle statt.
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