Fitnessboom in der Schweiz: Gesundheit treibt die Branche zu neuen Rekorden

Bildquelle: © swiss active

Mehr Mitglieder, mehr Center, steigende Umsätze: Die Schweizer Fitnessbranche wächst auch 2025 weiter. Vor allem junge Menschen entdecken Training als Teil eines bewussten Lebensstils – und geben der Branche langfristigen Rückenwind.

Die Schweizer Fitness- und Gesundheitsbranche knüpft an die Rekordjahre an und legt 2025 erneut zu. Das geht aus der aktuellen Eckdatenstudie der Schweizer Fitnesswirtschaft, präsentiert vom Branchenverband swiss active, hervor. Getrieben vom Megatrend Gesundheit wächst der Markt stabil – bei weitgehend konstanten Preisen. Zentrale Kennzahlen wie Mitgliederzahlen, Anzahl der Center, Umsätze und Check-ins zeigen klar nach oben.

Die Zahl der Mitglieder steigt um 5,8 %, nachdem bereits im Vorjahr ein Plus von 4,7 % verzeichnet wurde. Insgesamt trainieren 1,45 Millionen Menschen in Fitnesscentern – rund jeder fünfte Erwachsene. In der Kernzielgruppe der 15- bis 65-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 22,5 %. Auch die Anzahl der Center wächst weiter und erhöht sich um 3,3 %.

Junge treiben den Markt

Besonders dynamisch entwickelt sich die Altersgruppe unter 30 Jahren. Mit einem Anteil von 26,1 % stellen die 20- bis 29-Jährigen inzwischen die größte Mitgliedergruppe und haben die 30- bis 39-Jährigen überholt.

Der Hintergrund: Fitness wird zunehmend als Teil eines gesunden, bewussten Lebensstils verstanden. Dazu passt auch der rückläufige Alkoholkonsum in dieser Altersgruppe. Gleichzeitig bleibt Training kein reines Jugendthema: Auch bei den über 60-Jährigen steigt die Aktivität deutlich. 7,3 % dieser Altersgruppe trainieren inzwischen im Fitnesscenter – ein spürbares Plus im Vergleich zur Corona-Zeit.

Im internationalen Vergleich zeigt sich die Schweiz besonders fitnessaffin. Während hier rund die Hälfte der Mitglieder zwischen 20 und 39 Jahre alt ist, liegt dieser Anteil in Deutschland bei 43,3 %.

Gesundheit rückt ins Zentrum

Fitnesscenter positionieren sich zunehmend als ganzheitliche Gesundheitsanbieter. Für 35,5 % der Betriebe stehen Gesundheit und Prävention im Fokus – dicht gefolgt von klassischen Trainingszielen wie Leistungssteigerung.

Der Trend geht klar in Richtung individuelle Betreuung, nachhaltige Gesundheitskonzepte und professionelle Begleitung. Die Studios entwickeln sich damit vom Trainingsort zum Gesundheitsraum.

Solides Wachstum bei stabilen Preisen

Der Branchenumsatz steigt auf 1,36 Milliarden Franken, ein Plus von 4,4 %. Damit wächst der Umsatz etwas langsamer als die Mitgliederzahlen. Hauptgründe sind stabile Beiträge sowie ein stärkeres Wachstum im preisgünstigeren Kettensegment.

Die wirtschaftliche Lage wird überwiegend positiv bewertet: 9 von 10 Betreibern schätzen ihre Situation als gut oder eher gut ein. Gleichzeitig bleibt die Investitionsbereitschaft hoch.

Auch der Arbeitsmarkt profitiert: Die Zahl der Beschäftigten steigt um 3,8 % auf 27.667. Die Branche setzt verstärkt auf Festanstellungen und etabliert sich zunehmend als attraktiver Arbeitgeber.

Neue Angebote verändern das Studio

Innerhalb der angebotenen Leistungen zeichnen sich klare Trends ab:

  • Personal Training gewinnt weiter an Bedeutung und wird inzwischen von 68,6 % der Center angeboten.
  • Gruppentrainings verlieren an Relevanz.
  • Digitale Angebote gehen leicht zurück, bleiben aber in vielen Studios Teil des Portfolios.
  • Wellnessbereiche wie Sauna und Dampfbad werden ausgebaut.
  • Ernährungsberatung ergänzt zunehmend das Angebot.

Bildquelle: © swiss active