eVO-Verschiebung: Physio Deutschland zeigt sich zwiegespalten

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Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am Montag zur Anhörung des Referentenentwurfs für das „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen" (GeDIG) nach Berlin geladen. Für Physio Deutschland nahm das für Digitalisierung zuständige Vorstandsmitglied Marc Zeller teil.

Physio Deutschland begrüßt grundsätzlich das Ziel des Entwurfs, die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter voranzutreiben und die Versorgungsqualität zu verbessern. Folgerichtig sei es, die verpflichtende Einführung der elektronischen Verordnung (eVO) nicht vor einer flächendeckenden TI-Anbindung im Heilmittelbereich umzusetzen. Die bisherige Regelung hätte dazu geführt, dass Ärzte bereits ab Januar 2027 elektronisch verordnen müssten, Physiotherapiepraxen aber erst Monate später verpflichtend angebunden wären – mit der Folge paralleler analoger und digitaler Prozesse und zusätzlicher Bürokratie.

Gleichzeitig hält der Verband die nun vorgesehene Verschiebung der TI-Verpflichtung und damit faktisch auch der eVO-Einführung auf den 1. Juni 2029 für deutlich zu spät. Die eVO sei ein zentraler Baustein für eine moderne, effiziente und patientenzentrierte Versorgung und sollte frühestmöglich umgesetzt werden – jedoch in einer technisch und organisatorisch sinnvollen Reihenfolge.

Chancen für die Physiotherapie

In seiner Stellungnahme hebt Physio Deutschland zudem die Chancen einer modernen digitalen Infrastruktur hervor. Die Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA), eine stärkere Interoperabilität sowie der Ausbau der Telematikinfrastruktur könnten die sektorenübergreifende Versorgung nachhaltig verbessern. Strukturierte Zugriffe auf Diagnosen, Vorbefunde und Behandlungsverläufe würden Therapieentscheidungen unterstützen und Behandlungsprozesse effizienter machen.

Forderungen an den Gesetzgeber

Damit Digitalisierung im Heilmittelbereich gelingt, fordert Physio Deutschland praxistaugliche Lösungen und eine verlässliche Refinanzierung der entstehenden Investitions- und Betriebskosten. Gerade angesichts des Fachkräftemangels müsse Digitalisierung Arbeitsprozesse vereinfachen und mehr Zeit für die Patientenversorgung schaffen – statt zusätzliche Bürokratie zu erzeugen. Der Verband spricht sich darüber hinaus für eine stabile, leistungsfähige Telematikinfrastruktur sowie für eine frühzeitige Einbindung der Physiotherapie bei der Weiterentwicklung der ePA aus. Nur wenn physiotherapeutische Befunde und Verlaufsdaten strukturiert berücksichtigt würden, könne die ePA ihr volles Potenzial entfalten.

Insgesamt sieht Physio Deutschland im Referentenentwurf eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens – entscheidend werde nun die praxisnahe, wirtschaftlich tragfähige Umsetzung gemeinsam mit den Leistungserbringern.

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Textquelle: © Physio Deutschland e.V.