Fitnessbranche DACH 2026: Rekordzahlen in allen drei Ländern

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Die Fitnessbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz wächst kräftig – bei Mitgliedern, Umsatz und Anlagenzahl gleichermaßen.

Die Studie „Eckdaten der Fitnesswirtschaft DACH 2026" entsteht im Zusammenspiel von SWISS ACTIVE, dem DSSV e. V., der SAFS – Hochschule für Bewegungs- und Gesundheitsmanagement und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Die Partner sind sich einig, dass die gesamte DACH-Region dieselbe Richtung verfolgt, die nach oben zeigt, und daraus auch eine gemeinsame Verantwortung erwächst: die eigene Positionierung als Branche weiter zu schärfen und sichtbar zu machen.

Wachstum auf breiter Front

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 zählt der deutsche Markt 12,36 Millionen Mitglieder (+5,6 %) in 9.647 Anlagen (+5,7 %) und erwirtschaftet 6,25 Milliarden Euro Nettoumsatz (+7,4 %).

Österreich kommt auf 1,35 Millionen Mitglieder (+5,8 %), 1.407 Anlagen (+4,3 %) und 697,9 Millionen Euro Umsatz (+6,6 %).

Die Schweiz verzeichnet 1,45 Millionen Mitglieder (+5,8 %), 1.441 Anlagen (+3,3 %) und 1,362 Milliarden Franken Umsatz (+4,4 %).

„Auch der diesjährige Branchenüberblick zeigt die dynamische Entwicklung der österreichischen Fitnesswirtschaft. Gerade in einem wachstumsstarken Markt sind fundierte Markt- und Konsumentenstudien unerlässlich, um Entwicklungen nicht nur sichtbar zu machen, sondern die Branche strategisch, gesellschaftlich und politisch gezielt weiterzuentwickeln.“

Christian Hörl, Branchensprecher Fitness

Bei der Marktdurchdringung bleibt die Schweiz Spitzenreiter: 16,0 % der Bevölkerung trainieren dort in einer Fitnessanlage, vor Deutschland (14,8 %) und Österreich (14,6 %). Ein wesentlicher Grund ist die finanzielle Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen in zertifizierten Schweizer Anlagen – ein Modell, das den Nachbarländern bislang fehlt.

Besonders auffällig: Junge Menschen unter 30 Jahren treiben das Wachstum. In Deutschland sind inzwischen 32,4 % der Mitglieder unter 30, in der Schweiz sogar 36,2 %. Bei den Über-60-Jährigen sieht es dagegen verhalten aus (Deutschland 10,0 %, Schweiz 12,0 % mit leicht sinkender Tendenz) – eine Zielgruppe mit hoher Kaufkraft und gesundheitlichem Bedarf, die die Branche bislang nur unzureichend erschließt.

Ketten wachsen, Einzelstudios bleiben zahlreich

In Deutschland entfallen 43,6 % aller Anlagen auf das Einzelsegment, 31,1 % auf Ketten und 25,3 % auf Special-Interest-Anbieter wie EMS-Studios. In der Schweiz ist das Einzelsegment mit 50,8 % noch dominanter, während Special Interest mit 9,7 % deutlich kleiner ausfällt. Wirtschaftlich zeigt sich in beiden Ländern dieselbe Verschiebung: Ketten vereinen die Mehrheit der Mitglieder und erwirtschaften erstmals in Deutschland (50,7 %) und bereits im Vorjahr in der Schweiz (50,6 %) über die Hälfte des Branchenumsatzes. Ein Preisvergleich unterstreicht, wie zugänglich das Training bleibt:

Mit durchschnittlich 48,55 Euro (D), 51,79 Euro (AT) und 83,08 Franken (CH) im Monat machen die Mitgliedsbeiträge in allen drei Ländern nur rund zwei % des Nettoeinkommens aus – deutlich weniger, als EU-Haushalte etwa für Restaurants und Hotels ausgeben.

Auch wirtschaftlich ist die Stimmung gut: In der Schweiz bewerten 92,1 % der Betriebe ihre Lage als gut oder eher gut, in Österreich 78,5 %, in Deutschland 65,8 %. Entsprechend hoch bleibt die Investitionsbereitschaft: 2025 investierte die deutsche Branche 798 Millionen Euro, vor allem in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden, den Umbau bzw. die Übernahme von Anlagen und Digitalisierung. Für 2026 ist mit 1,06 Milliarden Euro sogar ein Rekordvolumen geplant.

„Die Schweizer Fitness- und Gesundheitsbranche profitiert vom wachsenden gesellschaftlichen Stellenwert von Gesundheit und Prävention. Die DACH-Studie macht deutlich, dass gesundheitsorientierte Angebote und qualifizierte Betreuung im gesamten deutschsprachigen Raum zunehmend an Relevanz gewinnen.“

Marcus Schwedhelm, Präsident swiss active

Qualifikation des Personals

Bei so viel Rückenwind lohnt ein kurzer Blick auf eine offene Baustelle: Manche Mitglieder empfinden das Trainerpersonal in Gyms als nicht gut genug qualifiziert. Der Report selbst greift das Thema auf – die Erwartungen der Kundschaft an Qualifikation und Kompetenz des Personals steigen, und genau hier setzt die Branche mit einem für Deutschland, Österreich und die Schweiz geplanten, harmonisierten Qualitätsstandard an, der Sicherheit und Wirksamkeit von Training künftig glaubwürdig belegen soll. Angesichts der ohnehin schon hohen Weiterbildungsquoten (Schweiz 97,5 %, Deutschland 95,3 %) ist das ein naheliegender nächster Schritt, kein Alarmsignal.

Gemeinsame Richtung, gemeinsame Verantwortung

Die Branche in der DACH-Region entwickelt sich überaus positiv. Entscheidend werde sein, den eigenen Fokus zu schärfen, heißt es seitens er Studienpartner: Nicht jedes Studio muss oder kann Gesundheitsanbieter sein, aber jedes muss klar sagen, wofür es steht. Eine scharfe Positionierung – ob Training, Gesundheit, Lifestyle oder Wellness – und eine ebenso klare Definition der eigenen Zielgruppe sind damit keine Marketingfragen mehr, sondern die Grundlage für Glaubwürdigkeit. Nur wenn Leistungsversprechen und tatsächliche Kompetenz zusammenpassen, wird aus dem wirtschaftlichen Aufschwung auch nachhaltiges Vertrauen – bei Mitgliedern, in der Gesellschaft und in der Politik.

„Eine transparente Positionierung und klare Differenzierung der Anbieter sind entscheidende Voraussetzungen für mehr Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und politische Stärke der Branche. Ein gemeinsames Verständnis für Transparenz und klare Leistungsversprechen stärken dabei die politische Durchschlagskraft der Branche im deutschsprachigen Raum.“

Janosch Marx, Vorstandsmitglied DSSV e.V.

Den kompletten Bericht gibt es hier zum Download.

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