forsa-Umfrage: Nur jeder Zweite fühlt sich körperlich wirklich gesund

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Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse zeigt: Die Menschen in Deutschland halten Prävention für wichtig, nutzen die bestehenden Angebote aber selten. Jüngere Menschen sehen Staat und Politik deutlich stärker in der Pflicht.

Wie gesund fühlen sich die Menschen und was hält sie gesund? Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse zeigt ein ambivalentes Bild. Obwohl die meisten Menschen sagen, sie trinken maßvoll, bewegen sich ausreichend und verzichten auf Tabak, bewerten lediglich 56 % ihren aktuellen körperlichen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Neben der physischen ist auch die psychische Gesundheit eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität. Gefragt, wie sie ihren derzeitigen psychischen Gesundheitszustand beschreiben, antworten nur zwei Drittel mit gut (49%) oder sehr gut (17%).

„Die Zahlen verdeutlichen, dass Deutschland ein enormes Gesundheitspotenzial ungenutzt lässt. Es braucht eine grundlegende Neuausrichtung der Präventionspolitik.“

Andrea Galle, Vorständin mkk – meine krankenkasse

Prävention ist wichtig, aber im Alltag oft kein Thema

Offensichtlich liegen für den Einzelnen die Hürden für ein gesünderes Leben hoch. Zwar bieten Krankenkassen rund 115.000 qualitätsgeprüfte Präventionskurse. Genutzt werden sie dennoch selten. Nur 10 % der Befragten haben in den vergangenen 12 Monaten einen Gesundheitskurs vor Ort besucht und 9% haben einen Online-Kurs oder eine Gesundheits-App ihrer Krankenkasse genutzt. Unzureichende Informationen über das Angebot bemängeln 32 %, fehlende Zeit geben 25 % an, eine Aversion gegen Gruppenkurse artikulieren 21 %.

Die Befragten wünschen sich mehr individuelle Anreize für präventives Verhalten. Kostenfreie Kurse könnten 42 % locken, flexible Zeiten wünschen sich 37 % und eine persönliche Betreuung bejahen 20 %. Damit Krankenkassen personalisierte Präventionsprogramme anbieten können, benötigen sie Gesundheitsdaten. Die Bevölkerung wäre bereit, diese Daten zu teilen. Gut sieben von zehn Befragten stimmen zu. Einen uneingeschränkten Zugriff würden 20 % bejahen, 52 % möchten gerne selber entscheiden, welche Aktivitäts- und Gesundheitsdaten die Krankenkasse auswerten dürfte.

Wer nach dem Staat ruft und warum das politisch relevant ist

Die Umfrage der mkk – meine krankenkasse zeigt, dass umfassende Gesundheitsförderung und Prävention mehr in den Fokus politischen Handelns rücken sollten. Bei der Frage, welche Gruppen oder Institutionen besondere Verantwortung hierfür tragen, sehen etwa zwei Drittel der Befragten (67 %) staatliche Institutionen wie etwa Gesundheitsministerien in besonderer Verantwortung; bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 80 %. Zudem sprechen sich 69 % dafür aus, Gesundheitsförderung stärker in der Bildungspolitik zu verankern.

Seit Jahren steigen die Gesundheitsausgaben. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass das Gesundheitssystem stärker auf Vorsorge ausgerichtet werden muss. Das Statistische Bundesamt schätzt die Gesamtausgaben für 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Demgegenüber stehen magere 686 Millionen Euro, die gesetzliche Krankenkassen in die Gesundheitsförderung und Prävention investieren – und zwar in allen Bereichen, einschließlich der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Wie teuer fehlende Prävention werden kann, zeigen die Ausgaben für vermeidbare Risikofaktoren. Der Public Health Index beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten des Tabakkonsums auf 97 Milliarden Euro, für Adipositas auf rund 63 Milliarden Euro und für Alkoholkonsum auf rund 57 Milliarden Euro.

„Tabaksteuer und Zuckerabgabe lassen erahnen, wie viele gesunde Lebensjahre der Bevölkerung geschenkt würden, wenn Politikerinnen und Politiker endlich den Mut finden, richtig zu handeln.“

Andrea Galle, Vorständin mkk – meine krankenkasse

Großbritannien und Mexiko liefern gute Belege, dass eine Zuckersteuer den Zuckerkonsum senken kann. Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke könnte auch in Deutschland den Konsum spürbar senken und damit langfristig zur Vorbeugung ernährungsbedingter Krankheiten beitragen. Die Technische Universität München kommt zu dem Schluss, dass in den kommenden 20 Jahren bis zu 244.000 Menschen weniger an Diabetes Typ 2 erkranken könnten. Das entspricht einer volkswirtschaftlichen Ersparnis von bis zu 16 Milliarden Euro.

Die Befragung wurde als repräsentative Online-Erhebung unter 3.008 deutschsprachigen Erwachsenen ab 18 Jahren in Privathaushalten durchgeführt.

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