Fitness-Verbände stellen Forderungen an die Politik

Einige Verbände und Interessengruppen der deutschen Fitness- und Gesundheitsbranche richten sich in einem gemeinsam verfassten „Brandbrief“ an die Politik. Der Brief mit der Überschrift „Fitnessstudios unverschuldet in Not – über 11 Millionen Menschen leiden – die Politik muss umdenken“ wird derzeit an zahlreiche Gesundheitspolitiker und Ministerpräsidenten geschickt.

In dem Schreiben wir u. a. betont, dass die Fitnessstudios im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, die ebenfalls schließen mussten, nicht Teil des (Infektions-) Problems, sondern Teil der (Immunisierungs-)Lösung sein. Dabei erwähnen die Verfasser die zahlreichen positiven Wirkungen des Fitnesstrainings, die Möglichkeit Kundenströme kontrollieren zu können, dass Hygienekonzepte in Fitnessstudios vorbildlich umgesetzt würden und dass die Ansteckungsgefahr in Fitnessstudios nachgewiesen äußerst gering ist.
 

Konkrete Forderungen an die deutsche Politik

Am Ende des Briefs werden die folgenden vier Forderungen an die Politik gestellt:

1. Die Fitnessstudios umgehend wieder öffnen zu lassen

2. Für die bisher unverschuldet entstandenen finanziellen Einbußen eine angemessene Entschädigung zur Zukunftssicherung der Studios bereitzustellen

3. Nachweislich gesundheitsorientiert arbeitende Fitnessstudios (eine Zertifizierung basierend auf der DIN 33961 für die Fitnessstudios und auf der DIN EN ISO 9001:2015 gibt es bereits) als Teil der Gesundheitsbranche zu betrachten und für diese

4. Die für gesundheitliche Dienstleistungen angesetzte Umsatzsteuer anzusetzen.
 

Den "Brandbrief" der Arbeitsgemeinschaft Fitnessverbände lesen Sie hier in voller Länge.

 

Forderungen nach Branchen-Nothilfeprogramm

Darüber hinaus hat der DSSV nach umfangreichen Recherchen die zuständigen Staatssekretäre im Bundesministerium der Finanzen und im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angeschrieben und die Forderung nach einem branchenspezifischen Nothilfeprogramm für die deutsche Fitnesswirtschaft erhoben.

Untersuchungsergebnisse des DSSV, insgesamt nahmen 1.344 Betriebe an der Online-Befragung teil, haben ergeben, dass durch die behördlichen Studioschließungen die Mitgliederzahlen um 15,7 % (1, 83 Millionen) zurückgegangen sind. Da die Umfrage im Zeitraum vom 5. bis 12. November stattfand, ist ein weiterer Mitgliederrückgang nicht auszuschließen. Zudem, so heißt es in der Studie, mit einem Umsatzrückgang von mindestens 865 Millionen Euro zu rechnen. Durch die stillgelegten Mitgliedschaften ergebe sich zudem ein weiteres Minus in Höhe von etwa 275,5 Millionen Euro.

Die Forderung nach einem branchenspezifischen Nothilfeprogramm wird durch das Zitat des DSSV verdeutlicht: Dort heißt es: „Sollte kein branchenspezifisches Nothilfeprogramm, das das   Einnahmenmodell der Fitness- und Gesundheitsanlagen berücksichtigt, aufgelegt werden, droht  im  kommenden  Jahr  jedem  dritten  Betrieb  der  Fitness- und Gesundheitsbranche die Insolvenz.“

Die vollständigen Forderungen des DSSV finden Sie hier