Body-&-Mind-Formate im Überblick
- Einsteiger- und Basisformate:
z. B. Vinyasa Power Yoga Basic, Pilates Mat Basic etc. Diese Formate sind besonders wichtig für Onboardingprogramme neuer Mitglieder, da sie einen sanften Einstieg ermöglichen und Hemmschwellen abbauen - Gesundheits- und Präventionsorientierte Formate:
z. B. Rücken-Yoga, Danceyoga, Rücken-Pilates, Haltungs- und
Mobility-Konzepte, Yin Yoga, CORE 3D etc. Hier liegt großes Potenzial für langfristige Mitgliederbindung und Kooperationen mit Krankenkassen oder Unternehmen. Diese Kurse sprechen besonders Berufstätige, Best Ager und rehanahe Zielgruppen an und eignen sich hervorragend für BGM-Angebote sowie Präventionsprogramme. - Performance- und fitnessnahe Formate:
z. B. Power Yoga, Athletic Pilates, Postural Flow, BODEGA, SAMMOLAHARI etc. Diese Konzepte verbinden klassisches Training mit Body-&-Mind-Elementen und steigern die Relevanz für bestehende Fitnesskunden. Sie lassen sich gut als Ergänzung zum Geräte- oder Functional Training positionieren und unterstützen Regeneration, Beweglichkeit und Verletzungsprävention. - Premium- und Spezialisierungsformate:
z. B. das stark wachsende Segment Reformer-Pilates, Kleingruppentraining im Body-&-Mind-Bereich, Special-Interest-Workshops, z. B. zu Stressreduktion, Achtsamkeit, Mental Balance etc. Hier entstehen Differenzierung und Zusatzumsätze.
Insbesondere Reformer-Pilates verzeichnet aktuell eine sehr hohe Nachfrage, da es stark mit Themen wie Rehabilitation, Figurformung, Core-Stabilität und individueller Betreuung verknüpft wird. Für Studios eröffnet es die Möglichkeit, Premiumkurse mit höheren Preisen und kleineren Gruppen anzubieten – ein attraktives Modell für höhere Deckungsbeiträge pro Kurs. Gleichzeitig sollten Betreiber die höheren Investitionskosten für die Geräte sowie den zusätzlichen Platzbedarf berücksichtigen, um Wirtschaftlichkeit und Raumnutzung optimal zu planen.
Die Erfolgsgeschichte des Pilates-Reformer-Trainings
Die beiden Klassiker Yoga und Pilates sind aktuell die stärksten Zugpferde im Body-&-Mind-Bereich. Der globale Markt für Pilates- und Yoga-Studios expandiert dynamisch. Branchenanalysen zeigen, dass der Marktwert weltweit von rund 158 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf über 420 Milliarden US-Dollar bis 2032 steigen soll, was einem CAGR (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) von mehr als 11 % entspricht. Auch andere Prognosen bestätigen einen starken Expansionspfad mit erwarteten Werten zwischen 520 Milliarden US-Dollar bis 2035.

Kurse wie Yoga und Pilates wirken gezielt auf das vegetative Nervensystem und fördern so mentalen Ausgleich und innere Ruhe (Bildquelles: © ddaremmth – stock.adobe.com)
In Europa hält der Markt für Yoga und Pilates rund 27 % des globalen Volumens – ein klares Signal für Betreiber hierzulande. Speziell Deutschland gilt als einer der größten nationalen Märkte in Europa für Pilates- und Yoga-
Angebote mit einem Anteil von etwa 21 % des europäischen Segments1. Zusätzlich steigt die Nachfrage nach hybriden Angeboten, also Kursen, die vor Ort und digital kombiniert werden – ein Trend, den viele Studios bereits nutzen, um Reichweite und Bindung zu erhöhen.
Nachfrageentwicklung: Was Kunden heute wollen
Kurse wie Yoga und Pilates wirken gezielt auf das vegetative Nervensystem und fördern so mentalen Ausgleich und innere Ruhe. Yoga-Kurse gelten dabei oft als Einstiegsformat für Menschen, die nachhaltige Angebote für Körper und Geist suchen, während Pilates insbesondere bei Zielgruppen mit Fokus auf Haltung, funktionale Fitness und Körperstärkung besonders gut ankommt.
Experten im Interview: Darum sind Yoga und Pilates Wachstumstreiber für Fitnessstudios!
Neben diesen beiden Angeboten zeigt sich bei den Kunden noch ein weiterer deutlicher Trend: Sie wünschen sich tiefgehende Entspannungsangebote zur Steigerung oder Erhaltung ihrer mentalen Gesundheit. Der Body-&-Mind-Bereich ist also auch aus strategischer und wirtschaftlicher Sicht für Gesundheitsanbieter sehr interessant, und das hat mehrere Gründe:
- Neue Kundensegmente erschließen: Sie sprechen breitere Zielgruppen an – von Angehörigen der Generation 50+ über Büroarbeiter mit Rückenproblemen bis zu gesundheits- und lifestyle-orientierten Millennials. Sie erreichen Menschen, die klassischen Kraft- oder Ausdauerkursen weniger affin gegenüberstehen.
- Klare Differenzierung im Wettbewerb: Studios mit einem klaren Body-&-Mind-Profil heben sich vom preisumkämpften Fitnesswettbewerb ab und schaffen ein tiefes Erlebnis. Yoga und Pilates können die Markenidentität eines Studios als „Ganzkörper-Fitness- und Wellnessanbieter“ schärfen.
- Kundenbindung und Verlängerung der Mitgliedschaft: Kunden, die regelmäßig an Kursen teilnehmen, zeigen typischerweise höhere Bindungsraten als reine Geräte-Trainierende – ein entscheidender Faktor für stabile Mitgliedschaftsverträge und reduzierte Kündigungsraten.
Angebotsgestaltung im Kursbereich
Die reine Präsenz von Yoga oder Pilates im Kursplan genügt heute nicht mehr, um sich nachhaltig im Body-&-Mind-Markt zu positionieren. Ziel ist es, unterschiedliche Bedürfnisse abzudecken, klare Entwicklungsstufen für Mitglieder anzubieten und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Kurse sicherzustellen. Eine erfolgreiche Kursplanentwicklung im Body-&-Mind-Segment folgt idealerweise einer strukturierten Angebotslogik und einem klaren Plan:
- Strategische Zieldefinition – Wollen Betreiber im Body-&-Mind-Bereich eher Gesundheitsanbieter, Regenerationspartner für Sportler oder Stressmanagement-Spezialist für Berufstätige sein?
- Angebote darauf ausrichten – lieber wenige, gut abgestimmte Formate mit klarer Zielgruppenansprache als viele Einzelkurse ohne Profil.
- Trainer und Team einbinden – durch gezielte Schulungen, klare Qualitätsstandards und eine aktive Rolle im Empfehlungs- und Betreuungssystem des Studios.
Kurspläne entwickeln: Von der Analyse zur Umsetzung
Wer sich im Body-&-Mind-Bereich erfolgreich positionieren möchte, steht angesichts der Vielzahl an Kursformaten und Angeboten vor einer entscheidenden Herausforderung: Nur strukturierte, professionell entwickelte Angebote sichern langfristigen Erfolg. Immer mehr Studiobetreiber setzen deshalb auf spezialisierte Ausbildungsinstitute, wie z. B. die IFAA Fitnessakademie, bei denen Branchenexperten mit individuellen Bedarfsanalysen und Leistungen maßgeschneiderte Kurs- und Maßnahmenpläne entwickeln – angepasst an die Studiophilosophie:
- Analyse des bestehenden Kursangebots und der Zielgruppen
- Entwicklung studioindividueller Body-&-Mind-Konzepte
- Inhouse-Schulungen oder Workshop-Days direkt im Studio
- Ausbildung der eigenen Trainer auf das jeweilige Konzept
- Praxisnahe Schulung durch renommierte Experten
Der Vorteil für Betreiber: Die Trainer werden nicht nur fachlich qualifiziert, sondern lernen die neuen Konzepte direkt in den eigenen Räumen und mit der eigenen Zielgruppe studiospezifisch umzusetzen. Das sorgt für schnelle Implementierung, einheitliche Qualitätsstandards und ein Angebot, das nicht beliebig kopierbar ist – ein klarer Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig lassen sich solche Konzepte gezielt im Marketing einsetzen, etwa als exklusive Studioprogramme, die es nicht in jedem Fitnessclub gibt.
Raumgestaltung: Die richtige Atmosphäre schaffen
Nicht nur das Kursangebot entscheidet über die Nachfrage – auch der Raum selbst prägt das Erlebnis. Gerade vor dem Hintergrund der stark wachsenden Boutique-Studios im Body-&-Mind-Segment, die gezielt mit
hochwertigem Interior Design und inszenierten Trainingswelten arbeiten, wird eine professionelle Raumgestaltung für klassische Fitnessstudios zunehmend zur notwendigen Wettbewerbsstrategie.
Ein funktionierender Yogaraum lebt von Atmosphäre und Wohlbefinden, denn Optik, Licht, Akustik und Materialien beeinflussen unmittelbar, wie Mitglieder die Kurse wahrnehmen. Natürliche Materialien wie Holz oder Bambus, warme Farbtöne, blendfreies, dimmbares Licht sowie schallabsorbierende Elemente reduzieren Reizüberflutung und unterstützen Entspannung sowie Konzentration. Ergänzt durch asiatisch inspirierte Gestaltungselemente wie Skulpturen, dezente Buddha-Figuren, Naturstein, Dekowurzeln oder großformatige Vasen entsteht eine klare thematische Positionierung, die das Kundenerlebnis zusätzlich steigert und Ruhe erzeugt.
Fazit
Angesichts rasch wachsender Märkte – global wie lokal – lohnt sich eine konsequente Positionierung in diesem Segment. Yoga, Pilates und andere innovative Body-&-Mind-Konzepte sind heute weit mehr als „nur“ Kursformate. Sie sprechen wachsende Zielgruppen an, stärken die Kundenbindung und helfen Studios, sich im Wettbewerb abzuheben.
Ein erfolgreiches Body-&-Mind-Angebot entsteht nicht zufällig, sondern durch klare Zielgruppenstrategie, abgestufte Kursformate vom Einstieg bis zum Premium-Segment, wirtschaftlich sinnvolle Kursplanung, qualifizierte Trainerentwicklung und professionelle Konzeptpartner. Für Betreiber, die sich in diesem Zukunftsmarkt etablieren wollen, bedeutet dies: konsequente strategische Planung, kluge Angebotsdifferenzierung und hohe Qualitätsansprüche – die Basis für nachhaltiges Wachstum im Body-&-Mind-Bereich.
Experteninterview mit Karo Wagner, Body-&-Mind-Spezialistin bei der IFAA Fitnessakademie
BODYMEDIA: Viele Studios haben bereits Yoga und Pilates im Kursplan. Welche Formate oder Konzepte eignen sich, um das mentale Angebot sinnvoll zu erweitern, ohne den Kursplan zu überladen?
Karo Wagner: Aus unternehmerischer Sicht empfehle ich, nicht einfach weitere Kursnamen auf den Plan zu setzen, sondern das Angebot strategisch zu analysieren und dann gezielt in Richtung Mental Health, Stressreduktion und mentale Balance zu erweitern.
Es gibt innovative Kursformate im Body-&-Mind-Bereich, die mehrere Bedürfnisse gleichzeitig abdecken: körperliche Beweglichkeit, Regeneration und mentale Entlastung. Statt mehr Kurse anzubieten, sollten Studios stärker auf Multifunktionsformate setzen, die sowohl Fitness- als auch Entspannungsziele bedienen. So kann ein einziger Kurs mehrere Zielgruppen ansprechen – etwa Berufstätige mit Stressbelastung ebenso wie sportlich aktive Mitglieder, die Regeneration suchen. Das steigert die Auslastung pro Kurs und hält den Kursplan schlank, was wiederum die Wirtschaftlichkeit verbessert.
BODYMEDIA: Welche Fehler sehen Sie häufig, wenn Fitnessstudios versuchen, sich im Body-&-Mind-Bereich zu positionieren? Was würden Sie Betreibern konkret raten, um diese zu vermeiden?
Karo Wagner: Eine professionelle Analyse betrachtet das Studio ganzheitlich – nicht nur den Kursplan. Erst dann lassen sich Formate auswählen, die zielgruppen- und geschäftsmodellgerecht sind, statt nur Trends hinterherzulaufen.
Häufige Fehler: einzelne Trendkurse ohne Gesamtkonzept übernehmen oder neue Angebote ohne gezielte Vorbereitung der Trainer einführen – dann bleiben selbst gute Kurse unter ihren Möglichkeiten.
Mein Rat: Profil klären, Ziel definieren, passende Formate auswählen und aktiv in Verkauf, Onboarding und Mitgliederbindung integrieren. Gleichzeitig entscheidet die Qualität der Kursleiter über den Erfolg: Sie sollten fundierte Ausbildungen vorweisen und Charisma besitzen. Kurze Workshops reichen nicht – im Yoga-Segment empfehle ich mindestens 200, besser 500 Stunden, ideal über eine fachkompetente Akademie. Nur so lassen sich Body-&-Mind-Angebote professionell, sicher und wirtschaftlich erfolgreich umsetzen.
BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.
Bildquelle: © IFAA GmbH
Textquelle 1: Pilates & Yoga Studios Market Research, 2035, Pilates & Yoga Studios Market Size & Share Report
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