Bewegungstherapie wird zentraler Bestandteil der Krebsnachsorge

Bildquelle: © Ilmi – stock.adobe.com

Weit mehr als nur eine Ergänzung: Laut Physio Deutschland bildet die Bewegungstherapie ein notwendiges Fundament in der Krebsbehandlung. Studien belegen, dass sie der Schlüssel ist, um Betroffenen langfristig mehr Lebensqualität zurückzugeben.

Die derzeit entstehende S3-Leitlinie „Bewegungstherapie bei onkologischen Erkrankungen“ markiert einen Wendepunkt in der physiotherapeutischen Behandlung von Krebspatienten: Fundiert durch über 800 randomisierte Studien soll Bewegungstherapie vom ergänzenden Angebot zum verbindlichen Behandlungsstandard in Therapie, Reha und Nachsorge werden. Das Ziel ist es, eine evidenzbasierte, individuell an Diagnose und Leistungsniveau angepasste Trainingssteuerung festzulegen.

Wirkung von Bewegung und Training wissenschaftlich belegt

Metaanalysen belegen die breite Wirksamkeit: Gezielte Bewegung reduziert Fatigue, Ängste und Depressionen, lindert Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie und kann bei Brustkrebs Lymphödeme verringern. Ob kognitive Funktionen, Schlaf oder Herzgesundheit – die Lebensqualität steigt nachweislich. Dies gilt phasenübergreifend: Von sanfter Mobilisation in der Palliativmedizin bis zu moderatem Kraft- und Ausdauertraining unter physiotherapeutischer Anleitung während der Akuttherapie.

„Viele unserer Patientinnen und Patienten berichten bereits nach wenigen Wochen, dass sie wieder belastbarer sind, mehr Lebensfreude spüren und ihre Alltagsaktivitäten zunehmend selbstständig meistern.“ 

Ulla Henscher, Physiotherapeutin mit onkologischem Schwerpunkt und Mitautorin der S3-Leitlinie Bewegungstherapie in der Onkologie

Bedarf an qualifizierter Nachsorge wächst deutlich

Die Leitlinie folgt internationalen Empfehlungen (z. B. ACSM), die 3- bis 5-mal wöchentlich moderates Ausdauer- und ergänzendes Krafttraining für Krebsüberlebende vorsehen. Angesichts von über 1,88 Millionen Menschen in der 5-Jahres-Prävalenz wächst der Bedarf an qualifizierter Nachsorge deutlich. Physio Deutschland fordert daher die feste Verankerung der Bewegungstherapie in allen Versorgungspfaden sowie eine flächendeckende Verfügbarkeit onkologisch spezialisierter Physiotherapeuten.

Bildquelle: © Ilmi – stock.adobe.com
Textquelle: Physio Deutschland