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Die ACSM-Fitness-Trends für 2026

Bildquelle: © oatawa – stock.adobe.com

Seit mittlerweile 20 Jahren veröffentlicht das American College of Sports Medicine (ACSM) eine Übersicht über die wichtigsten globalen Fitnesstrends. Um die Fitnesstrends für 2026 zu bestimmen, nahmen mehr als 2.000 Fitness-Professionals aus der ganzen Welt an der Umfrage teil. Im Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die einzelnen Trends.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wearables stehen erneut an der Spitze, da sie nicht nur Vitaldaten messen, sondern Nutzer bei der Verhaltensänderung unterstützen und zunehmend ins Training integriert werden.
  • Fitnessprogramme für ältere Erwachsene gewinnen stark an Bedeutung, um Muskelabbau und gesundheitliche Kosten im Alter zu reduzieren. Abnehmprogramme und Training zur Gewichtssteuerung sind ebenfalls zentrale Trends, da Übergewicht in vielen Gesellschaften zunimmt.
  • Weitere wichtige Trends sind Trainingsapps, Core- und Flow-Training, mentale Gesundheit, traditionelles Krafttraining, datengestützte Trainingstechnologie sowie Boutique-Studios und HIIT.
  • Auch Themen wie chronische Erkrankungen, Reha-Training, zertifizierte Fachkräfte und Outdoor-Fitness gewinnen an Relevanz.

Um herauszufinden, welche Entwicklungen im Fitness- und Gesundheitsmarkt die Fitness-Professionals zu Top-Trends küren werden, konnten sie aus einer Liste mit 50 potenziellen Fitnesstrends aus 9 Kategorien, wie zum Beispiel digitale Technologie oder Business-Modell im Fitnessbereich, wählen. Diese bewerten sie auf einer Skala von 1 bis 10 bzw. von „definitiv kein Trend“ bis hin zu „definitiv ein Trend“. Nicht alle Felder mussten ausgefüllt werden und auch das Hinzufügen weitergehender Erläuterungen war möglich.

Knapp die Hälfte der Teilnehmenden entfiel auf die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen. Die Stichprobe war mehrheitlich weiblich und deckte ein breites Spektrum an beruflichen Hintergründen ab. Den größten Anteil stellen Personal Trainer, gefolgt von Sportwissenschaftlern und Lehrpersonen. Immerhin 10 % der Teilnehmer waren Betreiber eines Fitnessstudios.

Trends spiegeln gesellschaftliche Herausforderungen wider

Kommen wir nun aber zu den Top-20-Fitness-Trends für 2026. Wie bereits in den vergangenen Jahren (mit Ausnahme von 2018 und 2021) steht das Thema Wearables an der Spitze der Fitness-Charts. Mittlerweile sind die kleinen Helferlein extrem weit verbreitet. Forscher gehen derzeit davon aus, dass 36 bis 44 % der Erwachsenen ein Wearable tragen.

Aber nicht nur ihre Verbreitung ist vorangeschritten, sondern auch die Anzahl der Funktionen, die sie mitbringen. Zu Standardfunktionen wie Pulsmessung, Schrittezählen und Schlaftracking haben moderne Wearables weitere nützliche Funktionen wie z. B. Herzratenvariabilität, Blutdruck, Glukosespiegel und Hauttemperatur hinzugefügt.

Damit helfen sie Nutzern nicht nur, ihre Gesundheitsparameter im Blick zu behalten, sondern können sogar bei der Verhaltensveränderung unterstützen. Für Fitness-Professionals bedeutet das, dass sie sich mit den entsprechenden Parametern vertraut machen müssen, um ihre Kunden optimal beraten zu können, denn mehr und mehr Nutzer bringen ihre Daten mit ins Fitnessstudio, um ihr Training zu optimieren.

Auf Platz zwei schaffte es der Trend Fitnessprogramme für Ältere. Gerade in den alternden Industriegesellschaften wird das ein immer wichtigeres Thema. Das Ziel der Älteren ist es, auch im Alter fit zu bleiben. Dazu gehört es, z. B. Muskelmasse zu erhalten, um Sarkopenie vorzubeugen.

Aber auch gesellschaftlich sollte das gewünscht sein, denn jede Person, die fit bleibt, erzeugt geringere gesamtgesellschaftliche Krankheitskosten. Die Dringlichkeit des Themas spiegelt sich in der Höhe der Platzierung wider. Der Trend Fitnessprogramme für Ältere war noch nie so hoch gelistet wie 2026.

Ein älterer Mann trainiert an einer Rudermaschine im Fitnessstudio, während ein Trainer daneben steht und die Ausführung der Übung aufmerksam begleitet.
Der Trend „Fitnessprogramme für Ältere“ war noch nie so hoch gelistet wie 2026 (Bildquelle: © Synthetic creator – stock.adobe.com)

Die modernen Gesellschaften altern nicht nur, sie werden auch immer dicker. Alleine in Deutschland sind derzeit über 60 % der Männer und über 40 % der Frauen übergewichtig. Fast jeder fünfte Erwachsene leidet sogar an starkem Übergewicht. Bei den Kindern ist aktuell jedes sechste Kind übergewichtig und alleine in Deutschland leiden etwa 800.000 Kinder an Adipositas.

Da ist es nicht verwunderlich, dass der Trend Abnehmprogramme oder Training zum Gewichtsmanagement so weit vorne im Ranking landet. Der Trend ist seit einigen Jahren auf dem aufsteigenden Ast, hat für 2026 aber seine bisher höchste Position erreicht. Während eine Kalorienrestriktion sicherlich deutlich effektiver beim Abnehmen ist als Sport, sollten Personen dennoch regelmäßig Sport treiben, um das Abnehmen zu unterstützen und Muskelmasse zu erhalten.

Die Trends 4 bis 10

Durch die Trends bis zur Top 10 bewegen wir uns etwas schneller. Auf die Plätze vier und fünf schafften es Trainingsapps sowie Balance, Flow und Core-Training. Unter das letztgenannte fallen auch Kurse wie Yoga und Pilates, das eine immer größere Verbreitung findet.

Mit Training für die mentale Gesundheit wurde ein Trend auf Platz 6 gewählt, der es bisher zwar häufig in die Top 10 schaffte, aber noch nie als einer der Top-3-Trends identifiziert wurde. Dabei ist mittlerweile wissenschaftlich bestätigt, dass Training Depressionssymptome, unterstützend zu einer Therapie, lindern kann. Und immerhin gaben in einer Umfrage 78 % der Teilnehmer an, zu trainieren, um ihre mentale Gesundheit zu verbessern.

Auf Rang 7 wurde das traditionelle Krafttraining gewählt, womit vor allem betont wird, dass sich das Training mit Kurz- und Langhanteln nach wie vor einer großen Beliebtheit erfreut. Das ACSM führte ebenfalls eine länderspezifische Umfrage durch. Hier landete das traditionelle Krafttraining sogar auf Rang 1. Auf den nächsten Plätzen folgen: Datengesteuerte Trainingstechnologie, Freizeitangebote und Sportvereine für Erwachsene sowie Funktionelles Training.

Zwei neue Trends auf den Plätzen 11 bis 20

Den Anfang machen die Boutique-Studios, um die es, zumindest in Deutschland, etwas ruhiger wurde. Der Fokus bei diesen, meist Mikrostudios, liegt stark auf dem Trainer und der mit dem Training verbundenen Erfahrung. Die hohe Position des Trends dürfte insbesondere von den Pilates-Studios profitieren.

Ein Dauerbrenner in den Top 20 hingegen sind das Hochintensive Intervalltraining (HIIT) auf Rang 12 und Group Fitness auf Rang 13. Ganz neu hingegen stieg das Training zur Linderung chronischer Schmerzen auf Platz 14 ein. Das ACSM definiert chronische Krankheit hier als Zustand, der länger als 1 Jahr dauert, medizinische Betreuung benötigt und den Alltag einschränkt.

Dazu gehören unter anderem Diabetes, Krebs und Arthrose. Wie wichtig das Thema ist, zeigt, dass etwa 60 % der amerikanischen Erwachsenen mindestens an einem chronischen Zustand leiden. Hier kann strukturiertes Training helfen, die Lebensqualität zu erhöhen.

Um mit solchen Leiden umgehen zu können, braucht es entsprechendes Fachpersonal. Wie wichtig das ist, zeigt der Trend Nr. 15: Zertifizierte Fachkräfte. Aber nicht nur kranke Menschen profitieren von gut ausgebildetem Personal. In einer Welt, in der in den sozialen Medien Trainings- und Ernährungsblödsinn ohne Ende erzählt wird, können Fachleute helfen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Es ist etwas erstaunlich, dass es das Thema Reha-Training 2026 zum ersten Mal in die Top-20-Liste geschafft hat. Die Autoren der Studie verstehen diese Art des Trainings etwas individueller als unseren Gruppenrehasport. Sie gehen von maßgeschneiderten Lösungen für Einzelpersonen aus, für die adaptive Trainingsprogramme geschrieben werden.

Auf Platz 17 schaffte es dieses Jahr Wärme- und Kältetherapie, gefolgt von Outdoor-Fitness-Training.

Mit Multifunktionsstudios schafft es ein Trend wieder in die Top 20, der seit 2019 verschwunden war. Hiermit sind kommerzielle Fitnessanlagen gemeint, die ein großes Portfolio an Möglichkeiten und Personal bieten – sich also von klassischen Fitnessstudios abgrenzen, wo sich die Mitglieder auf ihr eigenes Training konzentrieren.

Den Abschluss macht das Thema Jugend-Athletiktraining, das in Zeiten von teilweise heftigen Verletzungen bei jungen Athleten immer wichtiger wird.

Fitnesstrends in anderen Ländern und Fazit

Die Daten der ACSM-Fitnesstrends beziehen sich vor allem auf Menschen, die in den USA leben. So trägt jeder zweite Amerikaner ein Wearable, während es in Deutschland nur knapp jeder Dritte ist.

Um den weltweiten Markt zu beobachten, wurden deshalb spezifische Fitnessmärkte außerhalb der USA untersucht. So belegt zum Beispiel das Thema Abnehmprogramme sowohl im Iran als auch in Mexiko und Spanien den ersten Platz. Die Fitness-Professionals in Taiwan und Australien wählten Fitnessprogramme für ältere Erwachsene als ihren Trend Nr. 1. Während in Portugal vor allem die zertifizierten Fachkräfte genannt werden, steht in Polen traditionelles Krafttraining im Mittelpunkt. Im hochtechnologischen Finnland wiederum haben es ebenfalls die Wearables auf den Platz 1 der Top-Fitnesstrends geschafft.

Die ACSM-Fitnesstrends für 2026 sind sicherlich nicht allgemeingültig, aber sie können Betreibern helfen, Trends frühzeitig zu erkennen und umzusetzen.

Das sind die ACSM-Top-20-Fitness-Trends für 2026

  • Wearables
  • Fitnessprogramme für ältere Erwachsene
  • Abnehmprogramme
  • Trainingsapps
  • Balance, Flow u. Core-Training
  • Training für die mentale Gesundheit
  • Datengesteuerte Trainingstechnologie
  • Freizeitangebote und Sportvereine für Erwachsene
  • Funktionelles Training
  • Boutique-Fitnessstudios
  • Hochintensives Intervalltraining (HIIT)
  • Group Fitness
  • Training zur Linderung chronische Erkrankungen
  • Zertifizierte Fachkräfte
  • Reha-Training
  • Wärme- und Kältetherapie
  • Outdoor-Fitness-Training
  • Multifunktionsstudios
  • Athletiktraining für Kinder und Jugendliche

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Der Autor

  • Jonathan Schneidemesser

    Er war von 2015 bis 2023 Chefredakteur der BODYMEDIA Fachmagazine. 2017 etablierte er mit der BODYMEDIA Physio ein Business-Magazin im Physio-Bereich. Nach einer etwa einjährigen Pause als Leiter eines therapeutischen Fitnessstudios kehrte er 2024 als Stellver. Chefredakteur zur BODYMEDIA zurück. 

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