Und wieder einmal sind es die Wearables, die durch die Bank weg von Fitnessexperten als Fitnesstrend Nr. 1 gesehen werden. Seit 2016 schaffen es die Wearables immer in die Top 3; meist belegen sie sogar den ersten Rang. Es wird geschätzt, dass knapp 1 Milliarde Menschen weltweit ein Wearable, also eine Smartwatch, einen Fitnesstracker oder medizinische Geräte tragen.
Die Top-3-Trends
Wearables sind dabei längst mehr als nur Schrittzähler am Handgelenk. Durch die umfassende Datensammlung in u. a. den Bereichen Herzfrequenz, Schlafqualität, Erholungswerte oder Trainingsbelastung liefern sie Trainern konkrete Anhaltspunkte, um mit ihren Kunden über Verhaltensänderungen, Trainingsintensität und Fortschritte ins Gespräch zu kommen. Wer die Muster in den Wearable-Daten erkennt, kann realistischere Ziele setzen und sein Training gezielter steuern. Entscheidend ist aber, dass Fachleute ihre Kundschaft dabei an die Hand nehmen – denn nicht jeder Messwert ist gleich verlässlich. Die Genauigkeit variiert je nach Gerät und Parameter zum Teil erheblich, weshalb Experten ihren Kunden helfen sollten, die wirklich aussagekräftigen Kennzahlen herauszufiltern, statt jede Schätzung unreflektiert für bare Münze zu nehmen.

Kompetitive Fitnessevents wie z. B. HYROX haben es neu in die Liste der ACSM-Fitness-Trends geschafft (Bildquelle: © Carlos Rodelas Media – stock.adobe.com)
Hohe Nutzerzahlen kann auch der 2. Top-Trend, die Trainingsapps, verzeichnen. Etwa 540 Mio. Menschen weltweit nutzten alleine 2025 die Möglichkeit, ihr Training mithilfe der digitalen Plattformen zu absolvieren. Zudem ergänzen sie sich optimal mit den Wearables, die es möglich machen, die Trainingsdaten zu tracken. Den Gegenentwurf zum digitalen Trainingserlebnis bildet Trend Nr. 3, der unter dem Begriff „Balance, Flow u. Core-Training“ Sportarten wie Yoga, Pilates und Barre zusammenfasst. Insbesondere an der stark steigenden Kundennachfrage zeigt sich, wie erfolgreich dieser Trend aktuell ist.
Die Trends 4 bis 10
Die Plätze 4 bis 7 belegen wichtige Pfeiler der ACSM-Fitnesstrends, die immer wieder auf den vorderen Plätzen landen: Fitnessprogramme für ältere Erwachsene, traditionelles Krafttraining, Abnehmprogramme und Group Fitness. Daher wollen wir nicht zu viele Worte verlieren und uns gleich Rang 8, der datengesteuerten Trainingstechnologie, zuwenden. Letztlich geht es darum, dass mithilfe gemessener Daten wie Herzfrequenz, Schlafqualität, Trainingsbelastung und Herzratenvariabilität individuelle Trainingsprogramme erstellt werden können, die perfekt auf den Einzelnen zugeschnitten sind. Während sich Training für die mentale Gesundheit mittlerweile fest in der Top 10 der ACSM‑Fitnesstrends etabliert hat, taucht der Punkt „Fitnessprogramme von Influencern“ erst zum zweiten Mal in der Liste auf. Zudem ist er nicht ganz unumstritten. Einerseits können Influencer viele Menschen zu Sport und Bewegung motivieren, andererseits können sich dadurch viele Falschinformationen zum Thema Training verbreiten. Nicht jedem Fitnessinfluencer ist zu trauen.
Zwei komplett neue Trends auf den Plätzen 11–20
Auf den Plätzen 15 und 16 finden sich zwei Trends, die es zum ersten Mal ins ACSM-Ranking geschafft haben. Kompetitive Fitnessevents hat es bei seiner Ranking-Premiere direkt auf Rang 15 geschafft. Kein Wunder, schaut man sich die große Nachfrage nach Events wie z. B. HYROX an. Direkt dahinter findet sich „Massage-, Vibrations- und Kompressionstherapie“ als Überbegriff für Recovery-Tools wie z. B. Massagepistolen und Kompressionshosen. Ansonsten sind hier altbekannte Vertreter wie Functional Training, HIIT oder auch Outdoor-Fitness-Training vertreten.
Der Blick ins Ausland
Zwar sind die ACSM-Trends immer etwas geprägt von der amerikanischen Fitnesskultur, doch seit einigen Jahren werden zusätzlich regionale Fitnesstrends ausgewertet, um das Bild etwas zu differenzieren. So ist z. B. Personal Training der Top-Trend in Zypern, Brasilien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Libanon. Der amerikanische Top-Trend Wearables schaffte es auch in Finnland und Griechenland auf die Nr. 1 und in Litauen und Mexiko sehen die befragten Fitness-Professionals das traditionelle Krafttraining auf der Pole-Position. Für Deutschland wurde leider kein Trend ermittelt.
Wer entscheidet eigentlich über die ACSM-Trends?
Um zu erfassen, welche Entwicklungen Fachleute aus dem Fitnessbereich als besonders richtungsweisend ansehen, stand ihnen eine Auswahl von 50 möglichen Trends aus neun unterschiedlichen Themenfeldern zur Verfügung – etwa digitale Technologie oder neue Geschäftsmodelle der Fitnessbranche. Zu jedem dieser Punkte sollten sie auf einer Skala von 1 bis 10 angeben, wie stark sie ihn als Trend einschätzen, wobei die Pole „definitiv kein Trend“ und „definitiv ein Trend“ die Skala begrenzten. Eine lückenlose Beantwortung war nicht Voraussetzung, und wer wollte, konnte seine Einschätzung zusätzlich mit eigenen Anmerkungen versehen.
Mit Blick auf die Teilnehmerstruktur zeigt sich: Die Altersgruppen zwischen 25 und 64 Jahren waren nahezu gleich stark vertreten, keine einzelne Alterskohorte dominierte das Ergebnis. Wie in den letzten Jahren nahmen nur wenige Betreiber von Fitnessstudios teil, dafür mehr Trainer und Personal Trainer.
Das sind die ACSM-Top-20-Fitnesstrends für 2027 in der Übersicht
- Wearables
- Trainingsapps
- Balance-, Flow- u. Core-Training
- Fitnessprogramme für ältere Erwachsene
- Traditionelles Krafttraining
- Abnehmprogramme
- Group Fitness
- Datengesteuerte Trainingstechnologie
- Training für die mentale Gesundheit
- Fitnessprogramme von Influencern
- Wärme- und Kältetherapie
- Hochintensives Intervalltraining (HIIT)
- Funktionelles Training
- Personal Training (persönlich, online, hybrid)
- Kompetitive Fitnessevents wie z. B. HYROX
- Massage-, Vibrations- und Kompressionstherapie
- Freizeitangebote und Sportvereine für Erwachsene
- Outdoor-Fitness-Training
- Athletiktraining für Kinder und Jugendliche
- Home-Fitness
Fazit
Es ist immer wieder spannend, zu sehen, welche Fitnesstrends derzeit en vogue sind und vor allem, wie sie sich über den Lauf der Zeit verändern – auch wenn sich an der Top-Position schon lange nichts mehr verändert hat. Mit der Einführung der internationalen Trends erlaubt das ACSM einen guten Vergleich mehrerer Fitnessmärkte in Europa und weltweit. Leider wurde kein Top-Trend für Deutschland ermittelt, aber das kann in den nächsten Jahren ja noch kommen. Wer selbst einen Blick in die vollständige Untersuchung werfen möchte, kann das hier tun.
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