Design

Der richtige Einsatz von Licht und Farbe im Fitness-Club

Licht und Farbe sind wesentliche Bestandteile eines Studiodesigns, denn damit sich die Mitglieder eines Fitness-Clubs wohlfühlen, kommt es, neben der richtigen Betreuung und Ausstattung, auch auf ein stimmiges Licht- und Farbdesign an. Lesen Sie hier, worauf Sie bei der Beleuchtung achten sollten und wie Sie die Farbpsychologie richtig für Ihren Club einsetzen können.

Obwohl die Studiobeleuchtung und Farbauswahl nicht immer bewusst wahrgenommen werden, sind sie für viele Aspekte von zentraler Bedeutung: Sie erzeugen Emotionen, setzen Akzente, sorgen für das Wohlbefinden und eine gute Orientierung. Das liegt daran, dass 80 % aller Sinneseindrücke des Menschen über das Sehen aufgenommen werden. Da das Licht Farben erst sichtbar macht, nimmt es auch beim Thema Design eine große Rolle ein. 

Licht ist nicht gleich Licht
Licht wirkt sich auch auf unsere Gesundheit aus: Während sich schlechtes Licht über die Zeit negativ auf die Gesundheit auswirkt, hilft natürliches Sonnenlicht gegen Depressionen, sorgt für ein inneres Gleichgewicht und fördert die Kreativität und Leistung. Bei künstlichem Licht gilt: Je sonnenähnlicher, desto angenehmer.

Was heißt das für die Fitness-Clubs? Bestenfalls wird das Tageslicht auch im Studio durch große Fenster genutzt und mit künstlichen Lichtquellen kombiniert, falls das Tageslicht nicht ausreichen sollte. Es sollte auch beachtet werden, dass in den Fitness-Clubs ein vielseitiges Trainingsprogramm angeboten wird und es deshalb auch in der Beleuchtung der Trainingsflächen Unterschiede gibt. Im Kraftraum kommt es auf Körperkraft und Konzentration an. Um das Sehen der Mitglieder zu erleichtern, ist hier eine gleichmäßige Beleuchtung optimal. Ein Wechsel von Schatten und einer zu hellen Beleuchtung würde die Augen überfordern, da sie sich ständig an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse anpassen müssten.

Die Mindestanforderung, die die Beleuchtung betrifft, liegt im Fitnessbereich bei 300 lx (Lux) bei einer horizontalen Beleuchtung. Auf den Trainingsflächen mit Geräten ist es wichtig, dass die Leuchten in ihrer Anordnung auf die Geräte abgestimmt sind, damit die Club-Mitglieder nicht durch das reflektierte Licht an den Displays geblendet werden. Bei Geräten, die in Rückenlage ausgeübt werden, ist wichtig, dass die Mitglieder nicht geblendet werden, wenn sie nach oben schauen. Diese Geräte sollten in einen gemeinsamen Bereich gestellt werden, damit dieser anders beleuchtet werden kann. Asymmetrisch strahlende Leuchten bieten einen guten Blendschutz, wenn sie außerhalb des direkt einsehbaren Deckenbereichs befestigt werden.

Auch in den Kursräumen gelten dieselben Voraussetzungen wie für den Kardio- und Kraftbereich. Hier eignen sich Lampen mit warmweißer Lichtfarbe besonders gut (mehr dazu im Absatz Farbwiedergabe und Lichtfarbe). Im Wellnessbereich muss die Technik nicht nur der hohen Luftfeuchtigkeit angepasst werden, sie sollte zudem dimmbar sein, um ein erholsames Ambiente zu kreieren.

 


Die Lichtfarbe nimmt Einfluss auf die Wahrnehmung und Leistung des Menschen

 

Im Umkleidebereich sollte es nicht so hell wie im Trainingsbereich sein, damit die Mitglieder sich wohlfühlen. Gerade vor dem Spiegel spielt die richtige Lichtstärke eine besonders große Rolle: Das Licht sollte weder zu hell noch zu dunkel sein und sollte nicht blenden, um die Farben realistisch wiederzugeben. Zu helles Licht schmerzt in den Augen, zu wenig Licht und die falsche Ausrichtung erzeugen eine harte Schattenbildung auf Gesicht und Körper. Deckenleuchten, die über dem Spiegel stehen, lassen Falten noch auffälliger wirken und uns so schnell um mehrere Jahre altern. Besser ist eine gleichmäßige Beleuchtung, die sich, je nach Tagesform, dimmen lässt. Das Licht in den WCs sollte ein höheres Helligkeitsniveau aufweisen, um die Wirkung von Hygiene und Sauberkeit zu betonen. Kühlere Lichtfarben (< 400 Kelvin) unterstützen diese Wahrnehmung zudem.

Im Thekenbereich gelten ähnliche Regeln: Das Licht sollte die Studio-Mitglieder nicht blenden, sondern indirekt beleuchten und weder zu hell noch zu dunkel oder ungleichmäßig sein. Wichtig ist hier, dass Mitglieder und Interessenten oft zuallererst in den Thekenbereich kommen, bevor sie die anderen Räume des Studios betreten. Hier zählt der erste Eindruck und der sollte angenehm und stimmig sein. 

Farbwiedergabe und Lichtfarbe
Wie naturgetreu die Beleuchtung wahrgenommen wird, hängt von der Farbwiedergabe ab, ein gutes Zusammenspiel zwischen Farbe und Licht von der Lichtfarbe. Erstes zeigt die farbliche Wirkung auf, die die Beleuchtung auf einen farbigen Gegenstand oder eine Wand hat. Je höher der Farbwiedergabe-Wert Ra ist, desto besser ist die Farbwiedergabe. Ein optimaler Wert liegt bei Ra  =  100. Für Innenräume sollte der Wert Ra  =  80 nicht unterschritten werden. Halogenlampen und LEDs geben die Farben sehr gut wieder und sind deshalb eine gute Wahl, bei Energiesparlampen beträgt der Ra-Wert etwa 80–90.  Die Beleuchtung soll einen Fitness-Club nicht nur erhellen, sondern auch eine angenehme Atmosphäre schaffen. Hier ist die Lichtfarbe für die Vermittlung von Emotionen und Stimmung wichtig: Sie beschreibt die Farbe der Beleuchtungsquelle und wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) gemessen. Auf Abbildung 1 können die farblichen Unterschiede gut verständlich gemacht werden: 

Warme Lichtfarben bis etwa < 3.000 K wirken entspannend und gemütlich. Ein neutrales Weiß liegt zwischen 3.300–5.300 K und wirkt durch seinen Blauanteil leistungs- und konzentrationsfördernd. Tageslicht hat einen Wert von etwa 5.300 K und wird am besten durch Halogenlampen imitiert. 

 

 

Farben richtig einsetzen
Wussten Sie, dass jede Farbe anders auf uns wirkt? Es gibt unzählige Studien über die Farbwirkungen in der Psychologie des Menschen. Wichtig zu wissen ist, dass viele Farbtöne eine weltweit gleich aufgefasste Wirkung auf uns Menschen haben. Wie auch das Licht wird die Farbe eher unbewusst wahrgenommen. In der Farbpsychologie unterscheidet man zwischen erregenden Farben (warme Farben) und beruhigenden Farben (kalte Farbtöne). Hinzu kommen die farblosen Töne Weiß, Grau und Schwarz. 

Gelb, Orange, Rot, Purpur, Brauntöne und Lila wirken erregend und erhöhen unseren Puls, unsere Körpertemperatur, unsere Aufmerksamkeit, Leistung, aber auch Aggression (hierbei sind die Ausschläge bei Rot am stärksten und bei Gelb und Violett weniger vorhanden). Deshalb eignen sich diese Farbtöne gut für den Kardio-, Kraft- und Kampfsportbereich. Aber auch in einer Saunalandschaft passen vor allem Rottöne, wegen der Assoziation mit Wärme, sehr gut. Sonderfälle sind manche Rosatöne, die zu den kalten Farben zählen. 

Bei den kalten Farben wirken Blau, Grün bis Gelbgrün, blaues Violett und Türkis entspannend und fördern die Abkühlung und eine stressfreie Aufmerksamkeit. Die Farben eignen sich für Ruheräume, Schwimmbecken, den Wellnessbereich und auch Toiletten, da vor allem Blau neben seiner Stille auch eine sterile Wirkung erzeugen kann. Auch hier tanzen gewisse Farbtöne aus der Reihe: Manche Grünblau-Mischungen können aufwühlend wahrgenommen werden, da sie für eine Veränderung stehen. Die unbunten Farben Weiß bis Schwarz sollten nicht ausnahmslos in einem Studio eingesetzt werden. Grau und Schwarz wirken schnell bedrückend und verkleinern den Raum optisch, zudem wirken sie fade und ausdruckslos. Weiße Wände reflektieren zwar das Licht am besten, wirken allerdings oft sehr klinisch und nichtssagend. Besser sind hier kleine farbige Akzente oder Wandabschnitte, die den Fokus auf sich ziehen. 

Wie sollten Fitness-Clubs beim Licht- und Farbdesign vorgehen?
Da jeder Club anders ist, gibt es hierfür kein Patentrezept. Wichtig ist allerdings, dass ein Beleuchtungskonzept gewählt wird, bei dem die Räume angenehm belichtet sind. Bestenfalls verfügt das Studio über genügend Fenster, die das Studio tagsüber mit Sonnenlicht versorgen, künstliches Licht sollte möglichst tageslichtähnlich sein. Bei der Farbwahl gelten mehrere Faktoren: Die Farbe sollte zur restlichen Einrichtung passen, die richtigen Signale und Emotionen vermitteln und sich bestenfalls am Firmen-CI orientieren.

 

Quellen
Header: zhu difeng- stock.adobe.com
Bild 2: www.tueftler-und-heimwerker.de
Bild 3: rilueda - stock.adobe.com

 

Die Autorin

  • Kira Bender

    Schon während ihres Anglistik- und Kunstpädagogikstudiums in Frankfurt arbeitete Kira Bender als Redakteurin für den Hessischen Rundfunk. 2018 zog es sie zurück in die badische Heimat. Seitdem ist sie ein festes Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktions-Teams und schreibt unter anderem über Themen wie Design, Trends & Specials, wissenschaftlichen Themen und Management.

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