Stimmung der Heilberufler sinkt weiter

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Das Stimmungsbarometer bei den Heilberuflern ist im ersten Quartal spürbar gesunken – auch in der Physiotherapie. Während politische Vorgaben und die aktuelle Weltlage den Praxisalltag stark belasten, gibt es für das kommende Halbjahr jedoch einen kleinen Lichtblick.

Für viele Praxisinhaber in der Physiotherapie startete das Jahr gedämpft: Das Stimmungsbarometer der Berufsgruppe ging im ersten Quartal 2026 um 4,8 Punkte zurück und liegt aktuell bei einem Wert von -10,1. Damit reihen sich die Physiotherapeuten in die insgesamt angespannte Lage der Gesundheitsbranche ein.

Ergotherapeuten als einzige im Plus, Logopäden mit stärkstem Einbruch 

Ein Blick auf die benachbarten Therapieberufe zeigt ein sehr gemischtes Bild: Während die Physiotherapeuten Einbußen verzeichnen, mussten die Logopäden den stärksten Dämpfer hinnehmen: Ihre Stimmung sank um 6,1 Punkte auf -13,8. Auch bei den Heilpraktikern verschlechterte sich das Klima (-3,4 Punkte), womit sie erstmals seit Beginn der Erhebung in den negativen Bereich (-3,1) rutschten. Positive Nachrichten gibt es hingegen aus der Ergotherapie: Zum vierten Mal in Folge verbesserte sich hier die Stimmung (+2,7 Punkte). Mit einem Wert von 5,4 sind die Ergotherapeuten derzeit die einzige Fachgruppe, die sich im positiven Bereich bewegt. Am stärksten erholte sich die Stimmung der Hebammen (+10,6) und Apotheker (+7,2), wenngleich beide Berufsgruppen im Gesamt-Ranking weiterhin auf den letzten Plätzen rangieren.

Aktuelle Lage schwierig, aber Hoffnung für die Zukunft 

Betrachtet man alle Heilberufe zusammen, sank die Stimmung im ersten Quartal leicht um 0,8 Punkte auf einen Gesamtwert von -13,8. Auffällig ist dabei eine gespaltene Wahrnehmung der Marktsituation: Während die Einschätzung der aktuellen Lage branchenübergreifend deutlich um 5,1 Punkte nach unten korrigiert wurde, blicken die Akteure wieder etwas optimistischer in die Zukunft – die Erwartungen für die kommenden sechs Monate stiegen um 3,0 Punkte an.

Bürokratie und aktuelle Weltlage als größte Belastungsfaktoren

Was bremst die Heilberufler im Praxisalltag am meisten aus? Ein Blick auf die stärksten Negativ-Faktoren des ersten Quartals 2026 zeigt eine spannende Verschiebung auf den vorderen Plätzen:

  • Politische Vorgaben: Wie bereits in der Vergangenheit bleiben die Entscheidungen und Regelungen von Politik und Selbstverwaltung der unangefochtene Spitzenreiter. 64,1 Prozent – und damit fast zwei Drittel der Befragten – sehen hierin die größte Belastung.
  • Die Nachrichtenlage: Einen deutlichen Sprung nach vorn macht der Punkt „Auswirkungen aktueller Ereignisse“. Fühlte sich im Vorquartal nur rund ein Drittel der Befragten davon beeinträchtigt, sind es mittlerweile 43,0 Prozent. Krisen und aktuelle Geschehnisse schlagen somit spürbar auf den Praxisalltag durch.
  • Hohes Arbeitspensum: Die eigene Arbeitszeit wird von 42,0 Prozent der Heilberufler als starker negativer Faktor bewertet.

Dicht hinter den Top 3 folgen die klassischen „Zeitfresser“ der Branche: Die Herausforderungen durch die fortschreitende Digitalisierung belasten 40,6 Prozent der Befragten, gefolgt von der übrigen Praxis-Administration mit 38,8 Prozent.

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Textquelle: © Stiftung Gesundheit