Public Health Index 2025: Deutschland zeigt große Defizite in der Prävention

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Trotz der höchsten Gesundheitsausgaben in der EU ist der Gesundheitszustand der deutschen Bevölkerung unzureichend. Zu diesem Ergebnis kommt der Public Health Index 2025. Erkennbar wird das vor allem im Bereich Ernährung.

Pro Kopf fallen in Deutschland 5.317 € an Gesundheitsausgaben an. Damit liegen die Gesundheitsausgaben fast 50 % höher als im EU-Durchschnitt (3.533 €). Gleichzeitig liegt die Lebenserwartung mit 81,1 Jahren unter dem Durchschnitt von 81,4 Jahren. Insgesamt landet Deutschland bei der Präventionspolitik auf dem 17. von 18 Plätzen. Der Public Health Index 2025, der von der AOK und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) herausgegeben wurde, gibt detaillierte Einblicke in die Hintergründe. 

40 % der Todesfälle in Deutschland durch verhaltensbedingte Risiken

Nichtübertragbare Krankheiten sind dabei die zentralen Treiber für Sterblichkeit und Krankheitslast. Neben Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs zählen dazu vor allem chronische Atemwegserkrankungen, Adipositas und Diabetes. Besonders alarmierend: Etwa die Hälfte der über 65-Jährigen in Deutschland leidet an mindestens zwei dieser chronischen Erkrankungen – ein Wert, der deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt. Die WHO-Daten dazu sind eindeutig: Über 80 Prozent der Todesfälle in Europa gehen auf nichtübertragbare Krankheiten zurück. In Deutschland führten 2023 allein Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Statistik an (33,9 Prozent aller Sterbefälle), gefolgt von Krebs mit einem Anteil von 22,4 Prozent. Rund 40 Prozent aller Todesfälle in Deutschland stehen in direktem Zusammenhang mit vier verhaltensbedingten Risiken: Rauchen, Alkoholkonsum, falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

Gute Präventionspolitik kann hohe Kosten vermeiden

Die volkswirtschaftlichen Kosten für Tabakkonsum betragen jährlich 97 Mrd. €, gefolgt von Adipositas mit 63 Mrd. € und Alkoholkonsum mit 57 Mrd. €. Eine wirkungsvolle Präventionspolitik ist laut dem Public Health Index der entscheidende Hebel, um chronische Leiden und vorzeitige Todesfälle zu verhindern. Doch genau hier schneidet Deutschland schlecht ab: Beim EU-Vergleich der Präventionspolitik belegt Deutschland den 17. von 18 Plätzen und erreicht eine Gesamtpunktzahl von 38,1 von 100 möglichen Punkten. Nur die Schweiz wurde mit noch weniger Punkten bewertet. Das Vereinigte Königreich liegt mit 72,4 Punkten an der Spitze, gefolgt von Finnland (67,1 Punkten) und Irland (65,4 Punkten). Bei der Bewertung flossen die Handlungsfelder Tabak, Alkohol, Ernährung und Bewegung mit jeweils gleichen Anteilen ein. Deutschland landete zwar beim Thema Bewegung insgesamt auf Platz 10 und damit immerhin im Mittelfeld, erzielte aber im Handlungsfeld Ernährung 0 Punkte

Was andere Länder besser machen

Einige Länder nehmen eine Vorreiterrolle ein und setzen wissenschaftliche Empfehlungen zur Gesundheitsförderung besonders konsequent um. Großbritannien überzeugt dabei durch ambitionierte Strategien in den Bereichen Ernährung, Tabak und Bewegung, während Finnland besonders in der Alkohol- und Ernährungspolitik punktet. Irland führt das Feld bei der Tabakregulierung an. Norwegen verdankt seine Top-Platzierung primär seiner strikten Alkoholpolitik, und Frankreich erzielt konstant gute bis sehr gute Werte bei Tabak, Ernährung und Bewegung. Deutschland bildet gemeinsam mit Österreich, der Schweiz und Luxemburg das Schlusslicht, da hier vergleichsweise wenige Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.

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