Während die gesamten Bruttokosten mit rund 2 Milliarden Euro weitgehend stabil bleiben, steigen die durchschnittlichen Kosten pro Leistung deutlich an – um etwa 9 % auf zuletzt rund 161 Euro. Als Gründe gelten unter anderem komplexere Behandlungsfälle, veränderte Leistungsstrukturen und zunehmende Kapazitätsengpässe.
Gleichzeitig verschiebt sich die Versorgungsstruktur: Klassische Krankengymnastik gewinnt weiter an Bedeutung und macht inzwischen knapp 60 % aller Leistungen aus. Dagegen gehen Anteile von Manueller Therapie und Hausbesuchen leicht zurück. Andere Behandlungsformen bleiben weitgehend stabil.
Auch insgesamt wächst der Druck im System. Laut GKV-Spitzenverband sind die Ausgaben für Heilmittel zwischen 2022 und 2024 um mehr als 20 % gestiegen.
„Die Daten deuten auf eine schleichende Veränderung der physiotherapeutischen Versorgung hin. Ohne strukturelle Anpassungen besteht die Gefahr zunehmender Wartezeiten und einer weiteren Verschiebung der Versorgungslast.“
Mark Böhm, Vorstandsvorsitzender der NOVENTI Health SE
Langfristige Trends wie der demografische Wandel und die Zunahme chronischer Erkrankungen verstärken diese Entwicklung zusätzlich. Ohne strukturelle Anpassungen drohen laut NOVENTI längere Wartezeiten und eine weitere Verschiebung der Versorgungslast.
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