Der VPT fordert eine sofortige Physio-Strukturreform

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Im Rahmen einer Pressekonferenz am 8. Januar 2026 in Berlin unterstrich der Verband für Physiotherapie (VPT) die Notwendigkeit gesetzlicher Reformen in der Physiotherapie. Vor dem Hintergrund einer prekären Versorgungslage bekräftigte der Verband seine Forderung nach einer Modernisierung der Berufsgesetze.

Vor dem Hintergrund eines Fachkräftemangels von rund 12.000 fehlenden Physiotherapeuten und einem gesetzlichen Rahmen aus dem Jahr 1994 mahnt der VPT eine unverzügliche Reform an. Steffen Gabriel, stellvertretender Bundesgeschäftsführer, verwies auf die Unzulänglichkeit des bestehenden Systems zur Bewältigung des Personalmangels. Die Bundesvorsitzende Manuela Pintarelli-Rauschenbach bezeichnete die Akademisierung in diesem Zusammenhang als notwendige Basis für eine therapeutische Versorgung auf Augenhöhe.

Zusagen der Politik bisher unzureichend umgesetzt

Kritik übte der Verband an der bisher ausgebliebenen Umsetzung politischer Zusagen. Trotz Ankündigungen verschiedener Regierungen bestünde weiterhin ein Reformstau, der modernen Versorgungsansprüchen entgegenstehe. Der VPT appelliert daher an die Bundesregierung, die Reform zeitnah umzusetzen, um die Berufsbilder attraktiv zu halten und die flächendeckende Versorgung zu sichern.

Evidenz und Autonomie sind das Fundament guter Patientenversorgung

Unterstützt wurde die Argumentation durch Prof. Dr. habil. Susanne Saal (Ernst-Abbe-Hochschule Jena), die als externer Gast die wissenschaftliche Notwendigkeit einer modernen Ausbildung darlegte. Sie betonte, dass Evidenzbasierung und Handlungsautonomie essenziell für eine effiziente Patientenversorgung seien.

Zur Sicherung der Qualitätsstandards stellte der VPT ein 5-Säulen-Modell für die Reform der Berufsgesetze vor:

  1. Akademisierung & Zwei-Wege-Modell: Einführung von Studiengängen bei gleichzeitiger Modernisierung der Berufsfachschulen
  2. Durchlässigkeit: Modulare Qualifikationen und Anrechnungsverfahren zur Sicherung von Karrierewegen und Bestandsschutz
  3. Faire Vergütung: bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütung und Schulgeldfreiheit
  4. Zertifikatsintegration: Einbindung von Weiterbildungsinhalten in die Grundausbildung
  5. Direktzugang: Verankerung von Kompetenzen für den Direktzugang im Studium für mehr Effizienz

Abschließend wies der Verband eindringlich darauf hin, dass ohne politisches Handeln die Patientenversorgung durch veraltete Strukturen langfristig gefährdet sei.

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