Dazu erklärt Prof. Dr. Thomas Wessinghage, 1. Vorsitzender des DSSV:
„Eine stabile Rente ist im Interesse aller Generationen. Die Abschaffung der Minijobs wäre jedoch der falsche Weg. Sie würde nicht nur Betriebe belasten, sondern vor allem Millionen Beschäftigte treffen, die Minijobs bewusst als flexible Form der Erwerbstätigkeit nutzen – darunter Studierende, Rentner, Eltern und Nebenerwerbstätige. Für viele von ihnen würde am Ende vor allem eines bleiben: weniger Netto vom Brutto und damit weniger Kaufkraft – wenn überhaupt eine Teilzeitbeschäftigung zustande kommen würde.“
Prof. Dr. Thomas Wessinghage, 1. Vorsitzender des DSSV
Für die Fitness- und Gesundheitsbranche wären die Folgen gravierend. Minijobs sind kein Randphänomen, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil flexibler Personalstrukturen. Viele Tätigkeiten im Service, in der Betreuung, bei Kursangeboten oder Vertretungen lassen sich insbesondere in kleinen und mittelständischen Anlagen nicht ohne Weiteres in klassische Teilzeitmodelle überführen.
Wer Minijobs abschafft, schafft nicht automatisch mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Für die Unternehmen der Fitness- und Gesundheitsbranche ist es ausgeschlossen, dass jede geringfügige Beschäftigung durch eine reguläre Teilzeitstelle ersetzt wird. Damit ist auch fraglich, ob die erhofften Mehreinnahmen für die Sozialversicherungssysteme tatsächlich in dem erwarteten Umfang entstehen.
Besonders kritisch bewertet der DSSV, dass die Rentenkommission die Bedeutung von Prävention, Rehabilitation und längerer Erwerbsfähigkeit ausdrücklich hervorhebt, hierzu aber keine konkreten Maßnahmen vorschlägt. Dabei leisten Fitness- und Gesundheitsanlagen bereits heute einen wichtigen Beitrag dazu, Menschen länger gesund, leistungsfähig und erwerbsfähig zu halten.
„Fitness- und Gesundheitsanlagen sind Teil der Lösung, nicht Teil des Problems. Wer die sozialen Sicherungssysteme langfristig stabilisieren will, muss auch die Voraussetzungen dafür stärken, dass Menschen gesund bleiben und länger am Erwerbsleben teilnehmen können. Genau dazu trägt
unsere Branche jeden Tag bei. Diesen Beitrag sollte die Politik stärken, statt gleichzeitig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Betriebe zu verschlechtern.“
Prof. Dr. Thomas Wessinghage, 1. Vorsitzender des DSSV
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