Alzheimer: Mit den Muskeln schwindet die geistige Fitness

Foto: Balzer/PIXELIO

Ältere Menschen mit schwachen Muskeln scheinen ein höheres Risiko für Demenzerkrankungen zu haben. Schwächliche Senioren bauten in einer US-amerikanischen Studie intellektuell stärker ab und erkrankten häufiger an Alzheimer, als Gleichaltrige mit kräftigen Muckis. "Unsere Daten belegen, dass die Muskelkraft und das Risiko für Alzheimer und geistigen Abbau zusammenhängen", schreiben die Autoren in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Archives Neurology" (2009; 66: 1339-1344). Die Forscher vermuten nun, dass dem körperlichen und geistigen Abbau ähnliche Mechanismen zugrunde liegen.

Das Team um Prof. Patricia Boyle vom Rush University Medical Center in Chicago hat 970 ältere Menschen über einen Zeitraum von rund dreieinhalb Jahren beobachtet. Die Studienteilnahmer waren im Durchschnitt 80,3 Jahre alt und zu Beginn der Untersuchung geistig fit. Mit regelmäßigen neurologischen und psychologischen Tests fahndeten die Forscher nach Zeichen einer Demenzerkrankung. Zusätzlich maßen sie mehrfach die Muskelkraft der Männer und Frauen.

138 Männer und Frauen (14,2 Prozent) erkrankten innerhalb des Studienzeitraums an Alzheimer. Auffällig war, dass eine gut ausgeprägte Muskulatur vor dem geistigen Abbau schützte. Denn mit steigender Muskelkraft sank das Demenzrisiko der Teilnehmer. Der Zusammenhang blieb auch dann noch statistisch aussagekräftig, wenn die Forscher andere Risikofaktoren berücksichtigten.

Wie nachlassende Muskelkraft, ein Schwund der geistigen Leistungsfähigkeit und Alzheimer bei älteren Menschen zusammenhängen, ist bislang unerforscht. Eine mögliche Erklärung liefern die Autoren der Studie: Sie vermuten, dass Schäden an den Mitochondrien, den Energiekraftwerken der Körperzellen, sowohl für den körperlichen, als auch für den geistigen Abbau verantwortlich sind.

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