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Welche Trends sind 2022 zu erwarten?

Die Frage, welche Trends in Fitness- und Gesundheitsstudios zu erwarten sind, ist gerade im Hinblick auf die Corona-Pandemie noch spannender als in den Vorjahren. Mit welchen Geräten, Tools, Konzepten und Strategien wird es Clubbetreibern gelingen, verlorene Mitglieder zurückzuerobern und neue Kunden zu gewinnen? Wir haben uns umgehört und sowohl Vertreter der Industrie, Studiobetreiber und weitere Branchenexperten nach ihren Meinungen gefragt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vorraussichtlich wird sich eine hybride Fitnessstudioform etablieren, die Online- und Vor-Ort-Training kombiniert.
  • Die voranschreitende Digitalisierung gibt den Fitnessstudios immer mehr Möglichkeiten, sich außerhalb des Fitnessstudios besser mit den Kunden zu verbinden und Geschäftsprozesse zu verbessern.
  • Das Marketing-Konzept der Zukunft sollte das gesamte Studio-Marketing den Unternehmenswerten unterstellen.
  • Mit den vielen Entwicklungen und Veränderungen in der Branche ist es wichtig, die Mitarbeiter weiterzubilden und zu qualifizieren.


Henrik Gockel, Geschäftsführer PRIME TIME fitness

BODYMEDIA: Welche Trends zeichnen sich 2022 für die Trainingsfläche ab?

Henrik Gockel: Vor elf Jahren haben wir das PRIME TIME fitness PREMIUM Trainingskonzept entwickelt. Die reine Trainingsfläche, ohne Kursräume, bestand 2010 aus ca. 45 % Krafttrainingsgeräten inklusive Zirkel, 45 % Kardiogeräten und ca. 10 % freiem Training. Heute sind diese drei Bereiche in unseren Clubs gleich groß. Ich denke, dieses Setup wird auch im Jahr 2022 in Kombination mit unseren Outdoor- und Virtual-Live-Workouts erfolgreich sein.

2020 und 2021 war das Personal Training der einzige Mitgliederbereich, der von 8 % auf 12 % gewachsen ist. Hier erwarten wir ein Potenzial von bis zu 20 %, denn für immer mehr Menschen hat Training einen hohen Stellenwert.

Suboptimal ist, dass im Club viele Daten generiert, aber viel zu wenig zum Nutzen der Mitglieder genutzt werden. Ich gehe davon aus, dass die digitalen Anbieter unserer Branche sich da 2022 zusammenraufen und offene Schnittstellen anbieten müssen, damit wir als Betreiber die Produkte frei wählen können, die wir nutzen. Geschieht das nicht, wird womöglich ein großer Anbieter eine digitale Disruption der Trainingsfläche anstoßen und dann wird es keinen Software- oder Geräteanbieter mehr geben, der Datenhoheit hat, sondern machtvolle neue Player wie z. B. Apple oder Google oder ein Affiliate dieser wird die Datenmacht übernehmen.“


Frank Böhme, Geschäftsführer Just Fit und Synfit 334 GmbH

BODYMEDIA: Auf welche Marketing-Trends sollten Studiobetreiber 2022 bauen und warum?

Frank Böhme: Ich glaube, dass das beherrschende Thema der diesjährigen MEET THE TOP das Thema geldwerter Vorteil bei Betrieblichem Gesundheitsmanagement war und damit verbunden die neue Kooperation für gesundheitsorientierte Fitnessclubs mit dem Zertifizierer Synfit334. Nicht zuletzt durch den Vortrag von Marcel Wergen und mir wurde das extrem beschleunigt und die Nachfrage hält bis heute an. Alleine durch MEET THE TOP haben mehr als 20 Clubs eine Vereinbarung unterschrieben.

Firmenfitness ermöglicht ein schnelles Mitgliederwachstum, was wir gerade nach Corona benötigen. Und Synfit334 kann dabei helfen. Synfit334 geht komplett in die Vorleistung und erst wenn die zentrale Prüfstelle ZPP ihr Okay gibt, fallen geringe Gebühren an, die bereits durch zwei Mitgliedschaften gedeckelt sind. Aber das Beste ist, dass wir dann on Top, noch die ortsansässigen Finanzämter dazu bewegen, das steuerlich abzusegnen. Bereits jetzt haben über 60 Finanzämter ihr steuerliches Go gegeben.

Der nächste Vorteil ist, dass gesundheitsorientierte Fitnessclubs sich klar vom Wettbewerb abgrenzen können und für Firmen und Krankenkassen interessant werden. Mein politisches Ziel ist nach wie vor die Senkung der MwSt. auf 7 % und das werden wir in Berlin nur durch geprüfte und staatlich anerkannte Qualität erreichen können. Dafür kämpfe ich als Senator im Senat der Wirtschaft in Berlin und bei jeder politischen Veranstaltung.


Stefan Weiffen, Partner-Experience-Manager, LES MILLS Germany GmbH

BODYMEDIA: Welche Trends werden 2022 in den Kursräumen zu beobachten sein?

Stefan Weiffen: Unser jüngst veröffentlichter Global Fitness Report 2021 belegt, dass Live-Fitness-Erlebnisse noch immer ganz oben auf der Liste der Studiomitglieder stehen. Dennoch möchten 80 % der Mitglieder zukünftig auch digitale Workouts in ihren individuellen Trainingsplan integrieren. Das Kurserlebnis auch zu den Mitgliedern nach Hause zu bringen und den Zugang dazu so einfach wie möglich zu gestalten wird zukünftig der Schlüssel zum Erfolg sein.

Um die vielen Neueinsteiger in den Kursräumen unterzubringen, bieten sich für alle Kursgenres Kurzformate der Kurse an, die für viel Abwechslung beim Training sorgen. HIIT-Workouts sind dabei nach wie vor die beliebteste Trainingsform und innovative Cycle-Workouts erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Eine aktive Einbindung des Kursbereichs in die Trainingspläne der Mitglieder sowie Challenges steigern Interaktion, Motivation und das Communitygefühl im Studio. Studios mit Live-, virtuellen und digitalen Fitnesslösungen werden die Bedürf-
nisse ihrer Mitglieder am besten bedienen und Trendsetter für 2022 sein.


Nerio Alessandri, Gründer und CEO von Technogym

BODYMEDIA: Was wird Ihrer Meinung nach der Mega-Trend 2022 in Fitness- und Gesundheitsanlagen sein?

Nerio Alessandri: Auf der ganzen Welt kommen die Menschen wieder zurück zum Training in die Studios. Gesundheit und Wellness sind, mehr denn je, zur absoluten Priorität geworden. Mit der Folge, dass die Studios die erste Anlaufstelle der Kunden sind und sich darauf verlassen wird, dass durch geplantes und betreutes Training sämtliche Fitness-, Sport- und Gesundheitsprogramme begleitet werden.

Die Beschleunigung des digitalen Trainings sowie des Home-Trainings in den letzten Jahren stellt für die Fitnessstudios eine große Chance dar. Viele Menschen, die während des Lockdowns nicht im Studio trainieren konnten, waren zu Hause weiter aktiv und sind nun motiviert, an das Home-Training anzuknüpfen. Zudem können sich diejenigen, die über die digitalen Zugänge erstmals mit körperlicher Aktivität und Training begonnen haben, nun auf das vollständige Trainingserlebnis freuen, das nur ein professionelles Fitnessstudio bieten kann.

Auf der anderen Seite fällt es denjenigen, die während der Pandemie nicht zu Hause trainiert haben, noch schwer, den Weg zurück in die Clubs zu gehen. Demnach ist das hybride Geschäftsmodell die Zukunft der Fitnessbranche. Menschen werden sowohl zu Hause als auch in den Studios trainieren. In diesem Kontext stellen die digitalen Innovationen das Instrument für Studios dar, die Welle der Transformation reiten und als Chance und Potenzial nutzen zu können.


Philipp Roesch-Schlanderer, EGYM CEO

BODYMEDIA: Wie wird sich die Digitalisierung 2022 in deutschen Studios weiterentwickeln? Welche Trends sind zu erkennen?

Philipp Roesch-Schlanderer: Den Betreibern ist bewusst, dass sich die Branche in einem massiven Wandlungsprozess befindet. Entsprechend hoch ist ihre Bereitschaft, in die Technologie ihrer Einrichtungen zu investieren:

Drei Viertel der von uns im Rahmen einer Studie befragten 275 Entscheider gaben an, dass sie 2022 Investitionen planen. Fast die Hälfte derjenigen, die das nicht vorhaben, hat bereits investiert. Zwei Drittel legen die Priorität ihrer Investitionen auf die Optimierung des Kundenerlebnisses bzw. die Steigerung ihrer Produktivität. Über 60 % investieren, um ihre Einrichtung von anderen zu unterscheiden, während nur eine Minderheit versuchen möchte, mit der Heimfitness-Technologie zu konkurrieren.

EGYMs ganzheitliches Fitness-Ökosystem unterstützt die Betreiber mit Konnektivität, intelligenten Geräten und Integration von Drittanbieter-Equipment dabei, sich mit allen sportlichen Aktivitäten der Trainierenden zu verbinden. So holen Betreiber ihre Mitglieder immer genau dort ab, wo sie sind.


Thomas Nemmaier, stellvertretender CEO ACISO

BODYMEDIA: Auf welche Marketing-Trends sollten Studiobetreiber 2022 bauen und warum?

Thomas Nemmaier: Aufbauend auf die unsere Branche betreffenden Mega-Trends individuelle Gesundheit, Digitalisierung/Connectivity und persönliche Sicherheit gilt es, das gesamte Studio-Marketing digital und analog konsequent den Unternehmenswerten und der Unternehmensphilosophie zu unterstellen. Ein unverkennbarer Marktauftritt, eine eindeutige Positionierung, eine konsequente Kundenfokussierung.

Entscheidend für den zukünftigen Erfolg ist die Relevanz der Fitnessstudios aus Sicht der Endkunden. Für körperliche Fitness, gesundheitsorientierten Lifestyle und als sozialer Treffpunkt! Diese Kernkompetenzen zu leben und aktiv über alle Informationskanäle im lokalen Markt zu kommunizieren steht an erster Stelle.

Unsere Kunden profitieren von den ACISO-full-service-Leistungen: Dazu gehört die komplette Palette des ganzheitlichen Online-Marketings wie die hybride Plattform, Website 3.0, Online-Leadgenerierung und App-Lösungen, alle Offline-Werbetools wie Kunden-Magazine, Print-Medien mit spezieller Haptik sowie die Basis für erfolgreiches Marketing – die umfassende strategische und marketingspezifische Beratung durch das ACISO-Spezialisten-Team.

Mehr denn je tritt nach der Pandemie wieder der Mensch in den Mittelpunkt: Ein starkes, kompetentes und engagiertes Mitarbeiter-Team, gecoacht von einem authentischen Studioinhaber bzw. Studioleiter, wird zum Erfolgsfaktor Nr. 1 im lokalen Fitnessmarkt!


Alexander Pfitzenmeier, Geschäftsführer der IFAA

BODYMEDIA: Welche aktuellen Entwicklungen sind derzeit im Ausbildungsmarkt zu beobachten? Welche Trends werden sich 2022 dauerhaft durchsetzen?

Alexander Pfitzenmeier: Altbewährtes wie Emotionen, Präsenz-Ausbildungen, persönliche Kontakte und Kundenbetreuung werden wieder stark in den Fokus rücken. Im Kontext der Online-Globalisierung wird Mitarbeiter-Qualifikation noch viel erfolgsrelevanter als bisher. Aber in den zurückliegenden 18 Monaten wurde bei vielen Unternehmen der Schalter umgelegt.

Obwohl die IFAA schon seit fast 40 Jahren innovativ und höchst agil ist, hätte ich es mir vor zwei Jahren kaum vorstellen können, dass wir in so kurzer Zeit so viele Neuerungen auf die Straße bringen könnten. Die Vorteile von Online-Educations, hybriden Ausbildungen, Video-Streamings, Online-Campussen und Ähnlichem haben jetzt ihren Platz im Bewusstsein der Menschen. Wir sind froh und stolz, dass wir dies alles noch zu Lockdown-Zeiten anbieten konnten und es nun bereits bedarfsgerecht weiterentwickeln können.


Dominik Weirich, Geschäftsführer FACEFORCE GmbH

BODYMEDIA: Auf welche Marketing-Trends sollten Studiobetreiber 2022 bauen und warum?

Dominik Weirich: Nachdem die Corona-Pandemie mit über 2 Millionen Mitgliedern Verlust zu Buche schlägt, sind die Herausforderungen für den Fitness- und Gesundheitsmarkt klar definiert: zurück zu alter Stärke und mit voller Kraft in Richtung Mitgliederaufbau. Und dazu braucht es einen durchgehenden Strom an Interessenten.

Von unseren 1.500 Kunden bekommen wir aktuell verstärkt die Nachfrage nach Maßnahmen über alle Kanäle hinweg – zu Recht. Fakt ist, dass es viele Kanäle gibt, um Menschen dazu zu bewegen, sich selbst zu bewegen. Kostengünstige Kanäle sind nach wie vor Facebook, Instagram & Co. Weitere Kanäle wie Printanzeigen oder großformatige Offline-Werbemaßnahmen dürfen jedoch nicht fehlen. Auch im Offline-Bereich gibt es durchaus digitalisierte Maßnahmen, um Interessenten zu begeistern.

In virtueller Realität gibt es z. B. Promotion-Systeme wie ELIAS, der virtuelle Beratungsassistent der FACEFORCE, welcher altbackene Glückskekse und Glücksräder ablöst. All diese Maßnahmen sprechen unterschiedliche Zielgruppen an und nach der Pandemie sind wir nicht in der Situation zu sagen, dass man nur einen Kanal bespielt und somit nur einen Teil des Marktes abholt. Als betriebswirtschaftliche Richtlinie für Wachstum im Fitness- und Gesundheitsbereich gilt es 10 % des Vorjahres-Bruttoumsatzes als Marketingbudget einzuplanen. Nur wer jetzt aus allen Rohren feuert und das mit Ausdauer, wird das Ende der Pandemie relativ schadlos überstehen.


Hugo Braam, Gründer und CEO Virtuagym

BODYMEDIA: Wie wird sich die Digitalisierung in deutschen Studios im Jahr 2022 weiterentwickeln? Welche Trends lassen sich erkennen?

Hugo Braam: Die deutsche Fitnessbranche befindet sich noch im Transformationsprozess. Aktuelle Innovationen geben Fitnessstudios mehr Möglichkeiten, sich außerhalb der eigenen vier Wände des Fitnessstudios besser mit Kunden zu verbinden und Geschäftsprozesse zu verbessern, und die Entwicklung von Fitness-Software schreitet mit Hochdruck voran.

Ich sehe zwei große Trends: Erstens wird die Digitalisierung Fitnessstudios dabei helfen, sich von Gesundheitsclubs zu Gesundheitszentren zu entwickeln, die ein ganzheitlicheres Angebot bieten. Mit der Unterstützung von Technologie können Studios nun verschiedene Dienste in eine nahtlose mobile App-Erfahrung einbinden. Diese können von der Integration von Wearable-Technologie bis hin zu Ernährungsberatung und Meditation reichen.

Zweitens wird es eine breitere Akzeptanz von Online-Video-Workouts geben. Ob per Live-Streaming oder durch direktes Hochladen auf integrierte Club-Apps, Fitnessstudios werden versuchen, ihren Kunden die Flexibilität zu geben, zu trainieren, wann, wo und wie sie wollen, da dies das persönliche Engagement und damit die Kundenbindung verbessert.


Thorsten Grießer, Gründer und Gesellschafter GainCube Solutions GmbH

Grün, Klimaneutralität und Outdoor-Fitness sind die Mega-Trends, die ab 2022 einen besonderen Stellenwert in der Fitnesswirtschaft haben sollten. Wenn die Bürger einer Stadt nicht wissen, wo sie mit und ohne Betreuung Outdoor sportlich aktiv werden können, werden sie weiterhin eher nichts tun.

Draußen warten neue Zielgruppen und neue Synergien, z. B. mit Vereinen oder der Stadt, die mit grünen Gesundheitslösungen an der frischen Luft bedient werden wollen. Eine möglichst standardisierte, nachhaltige Bereitstellung von modernen, digital vernetzten und 24/7 zugänglichen Outdoor-Sport-Orten sind Trend und zugleich Grundvoraussetzungen für die Aktivierung und dauerhafte Information von Bürgern, Inaktiven und Unentschlossenen in ganz Europa.

Intelligente Outdoor-Trainingsanlagen, wie der MyGreenestClub, sind sichere und neue Trainingsareale für Laien und Sportler zugleich.

Hier die Top-7-Trends für Outdoor-Fitness-Innovationen von morgen:

  1. Sport im Park als Gruppenerlebnis und neue Sport-Lifestyleflächen in den Städten werden als kostenneutraler Einstieg in die Outdoor-Trainingswelt verstärkt angeboten und professionalisiert.
  2. Mobile Fitnessclubs werden in Städten zum Einsatz kommen.
  3. Temporäre Trainingsareale auf und an Fitnessclubs, z. B. auf Parkplätzen, werden entstehen.
  4. Rooftop-Outdoor-Gyms werden zum place to train.
  5. Outdoor-Communitys für urbanes Training werden auf- und ausgebaut.
  6. Grüne Freiräume in der Stadt werden mehr und mehr zu Sport-Orten der Zukunft.
  7. Erste professionelle und sichere Outdoor-Clubs werden in Städten gebaut.“


Stefan Tilk, Chief Advisor New Business FitTech Company GmbH

„In Zeiten nach oder besser mit Corona, geprägt durch Unwägbarkeiten wie 3G/2G und intransparente Kosten für Tests, wird es für die Fitnessclubs in 2022 nicht darum gehen, den Mega-Trend zu finden, sondern darum, den Mitgliedern und denen, die es noch werden wollen, wieder die Freude am regelmäßigen Training zu vermitteln.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung helfen dabei, immer individueller auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen: Check-up-Ergebnisse und laufend aktualisierte Trainingspläne können über Smartphone geteilt und besprochen werden, Chatfunktionen in Apps ermöglichen es den Mitarbeiter:innen, nicht nur im Club, sondern auch darüber hinaus mit den Kund:innen Kontakt zu halten und diese zu motivieren.

Die zunehmende Erfassung von Daten in allen trainingsrelevanten Bereichen des Studios ermöglicht es, die Trainingserfolge noch umfassender zu erfassen, auszuwerten und im Sinne des Kunden zu bewerten. Neue Technologien und AI zur immer besseren Bewegungserkennung werden eine 1:1-Betreuung auch ohne einen Personal Trainer ermöglichen.

All diese Technologien führen aber nur dann zum Erfolg, wenn sie von Menschen für Menschen eingesetzt werden, und das heißt für den Club: Weiterbildung, Weiterbildung und noch einmal Weiterbildung der Mitarbeiter:innen! Nur so werden technologische Entwicklungen für viele Kund:innen nutzbar gemacht. Auch der Wunsch des Verbrauchers, hybride Lösungen zu nutzen, wird weit über das Jahr 2022 hinausreichen. Diejenigen, die solche Konzepte und Produkte entwickeln, werden die Gewinner sein.“


Wolf Harwath, Geschäftsführer milon Gruppe

BODYMEDIA: Wie wird sich die Digitalisierung 2022 in deutschen Studios weiterentwickeln? Welche Trends sind zu erkennen?

Wolf Harwath: Das Fitness- und Gesundheitssystem weltweit muss in den kommenden Jahren einem massiven Änderungsbedarf gerecht werden. Dieser resultiert insbesondere aus der Digitalisierung. Corona hat diesen Trend noch verstärkt. Im Vergleich zu früher sind heute Lösungen gefragt, die sämtliche Studioprozesse ganzheitlich digital abbilden. Dabei zeigt sich immer mehr, dass ‚one fit’s all‘ nicht funktioniert, denn Anbieter von Trainingsgeräten können all das in einer einzigen Mega-App schlichtweg nicht liefern.

Das ist der Job von Mitgliederverwaltungsprogrammen, den digitalen Mittelpunkten in Studios und Physiotherapiepraxen. Unternehmensprozesse wie Performance Marketing oder Community Management müssen gemeinsam mit neuen Upsell-Strategien sowie den Trainingsdaten auf einer Plattform abgebildet werden.

Das Problem dabei: Die meisten Verwaltungsprogramme können auf zu wenig Trainingsdaten zugreifen. Hier kommen wir als Gerätehersteller ins Spiel. Seit 2011 stellen wir mit der milon cloud valide und über lange Zeit fundiert aufbereitete Trainingsdaten zur Verfügung. Das ist unser wissenschaftliches Steckenpferd, hier sind wir Profis und darauf werden wir uns auch in Zukunft fokussieren. Kurz und knapp: Wir werden uns öffnen, unsere Trainingsdaten ganzheitlichen Plattformen zur Verfügung stellen und maximalen Kundennutzen bieten.


Christine Schacht, Bildungsexpertin der IST-Hochschule

BODYMEDIA: Welche aktuellen Entwicklungen sind derzeit im Ausbildungsmarkt zu beobachten? Welche Trends werden sich 2022 dauerhaft durchsetzen?

Christine Schacht: Viele Bildungsanbieter auf dem Fitnessmarkt setzen seit der Corona-Pandemie auf Online-Kurse. Das ist nicht verkehrt, wir beim IST arbeiten jedoch bereits seit vielen Jahren nach dem Blended-Learning-Ansatz und verbinden sinnvoll neueste Online-Methoden mit ebenso wichtigen Präsenzphasen. Denn klar ist auch: Das beste Argument, um seine Kunden nachhaltig zu überzeugen, sind bestens ausgebildete Trainer.

Deswegen setzt das IST seit über 30 Jahren sehr erfolgreich auf fundierte Trainer-Ausbildungen. Für uns ist klar: Auch 2022 ist Qualität das wichtigste Kriterium. Und gleichzeitig die beste Werbung.

Der Autor

  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Zudem ist er Ansprechpartner für die BODYMEDIA Premium Partner. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.

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