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Physiotherapie

Patientenzentrierte Therapie im ATHLETICO Bühl

Wie die patientenzentrierte Therapie im Praxisalltag umgesetzt wird, ist sehr individuell. Daher lohnt es sich, das anhand eines Best-Practice-Beispiels zu betrachten. Dazu waren wir vor Ort im ATHLETICO in Bühl, um den Einsatz der patientenzentrierten Therapie in der Praxis zu erleben.

Die patientenzentrierte Therapie hat viele Facetten und bietet viele Möglichkeiten in der Umsetzung. Wie sie gestaltet wird, muss jede Praxis für sich individuell und auf Grundlage der vorhandenen Möglichkeiten entscheiden.

Im ATHLETICO sind die optimalen Voraussetzungen für eine patientenzentrierte Therapie gegeben, denn es bietet ihren Patienten einen umfangreich ausgestatteten Trainingsbereich. Das sieht der Inhaber des ATHLETICO, Andreas Macau, als essenziell an, um Patienten ihren Bedürfnissen entsprechend behandeln zu können.


Andreas Macau ist Gründer und Inhaber des Athletico in Bühl (Bildquelle: © Athletico Bühl)

Neben dem Trainingsbereich steht den Patienten in dem großen Physiotherapiezentrum viele große und lichtdurchfluteten Therapieräume zur Verfügung, inkl. eines KGG-Raumes.

Was besonders heraussticht, ist das Design der Praxis, die 2021 eröffnet wurde. Es ist sehr aufgeräumt und clean mit Akzenten an den richtigen Stellen. Schon im ATHLETICO-Logo wird klar, dass in dieser Praxis Training und Therapie zusammengehören. Im „A“ findet sich ein medizinisches Kreuz, das für die Therapie steht und gleichzeitig mit den stilisierten Hantelscheiben außerhalb des „A“ ein Symbol für das Training bildet.

Die Behandlungsschwerpunkte liegen auf der PT-Orthopädie, PT-Chirurgie und der Sportphysiotherapie. So arbeitet das ATHLETICO-Team z. B. mit einer lokalen Turnermannschaft zusammen und bietet eine kostenlose Sportlersprechstunde.

Der Weg zur patientenzentrierten Therapie

Wie zum sprichwörtlichen Rom führen auch viele Wege zur patientenzentrierten Therapie. Der Weg von Andreas Macau führte über das praktische Arbeiten mit den Patienten. Seine erste Praxis eröffnete er bereits vor neun Jahren und im Laufe der Arbeit entwickelte sich der patientenzentrierte Umgang ganz organisch.

Für ihn ist es „eine Kunst, sich auf die Eigenarten, die Herkunft und die individuellen Bedürfnisse eines jeden Patienten einzulassen und die Therapie darauf abzustimmen. Dabei darf das therapeutische Ziel jedoch nicht aus den Augen gelassen werden.“ Denn eines muss klar sein: Verliert ein Therapeut das therapeutische Ziel aus den Augen, kann keine patientenzentrierte Therapie mehr stattfinden.

Dieses Leitbild wird bereits beim Erstkontakt eines Patienten mit der Praxis umgesetzt. Je nachdem, wo dieser stattfindet – am Telefon oder direkt in der Praxis –, erfahren die Patienten, was sie von den Therapeuten erwarten können, aber auch, was von ihnen erwartet wird.


Die Arbeit an der Bank gehört ebenfalls zur patientenzentrierten Therapie – die meiste Zeit verbringen Patienten jedoch auf der Trainingsfläche (Bildquelle: © Athletico Bühl)

Wer die Praxis betritt, blickt direkt auf den Trainingsbereich, noch bevor er das Wartezimmer betritt. So wird von Anfang an verdeutlicht, dass eine Therapie im ATHLETICO in den meisten Fällen mit Aktivität verbunden ist. Andreas Macau hat die Erfahrung gemacht, dass sich die Bereitschaft der Patienten, dabei mitzumachen, deutlich erhöht, wenn der Patient direkt zu Beginn einbezogen wird.

Um das Therapeuten-Patienten-Verhältnis zu intensivieren, wird bereits bei der Terminvergabe darauf geachtet, welcher Therapeut hinsichtlich Kommunikation, Hobbys und Lifestyle gut zum Patienten passen könnte.

Um die Abläufe möglichst patientenzentriert durchführen zu können, kommen die Patienten 20 Minuten vor ihrem ersten Termin in die Praxis, um die organisatorischen Angelegenheiten wie Terminfindung, die Bezahlung des Eigenanteils oder das Digitalisieren der Arztberichte abzuhaken.

Die Anamnese wird digital durchgeführt, bevor der Patient dann in einem 3-Stufen-System behandelt wird. Nach dem Erkennen des Ursprungs von Schmerzen werden diese behandelt, um dann in Stufe drei die Verbesserung in einer aktiven Therapie zu manifestieren. Dabei wird aber auch darauf geachtet, was der Patient gerade braucht, und nicht einfach stur nach Schema F trainiert.

Dabei geht es Andreas Macau um Folgendes: „Der Patient versteht, dass es um ihn geht, wir ihn mit seinen Beschwerden wahrnehmen und er selbst in Zusammenarbeit einen Teil dazu beitragen kann, diese Beschwerden wieder loszuwerden. Denn eines ist sicher: Ein Patient, der so behandelt wird, fühlt sich wertgeschätzt, kommt bei anderen Problemen wieder, empfiehlt uns weiter und wird möglicherweise sogar Mitglied in unserem medizinischen Trainingsbereich.“

Mit seinen Ansätzen grenzt sich der Inhaber auch von Praxen ab, die nicht patientenzentriert behandeln. Denn auch wenn die patientenzentrierte Therapie, aus vielen Gründen, logisch erscheint, so ist diese Behandlungsform nach wie vor kein Standard.

Andreas Macau berichtet von Praxen, in denen Patienten nach wie vor der Ansicht sind, dass Entspannungsmassagen der Weg zum eigenen Wohl sind und diese von den Therapeuten auch so behandelt werden. Dieses Vorgehen kann die Schmerzen des Patienten kurzfristig lindern, ist einer aktiven Trainingstherapie auf lange Sicht jedoch deutlich unterlegen.

Das zeigt auch, wie wichtig die Mitarbeiter für die Umsetzung der patientenzentrierten Therapie sind. Das Konzept kann noch so gut ausformuliert und dokumentiert sein – wenn es keiner umsetzt, verpufft die Wirkung einfach.

Daher achtet Andreas Macau bereits beim Recruiting auf die Persönlichkeit des Bewerbers. Für ihn ist es vor allem wichtig, dass ein neuer Therapeut gut ins Team passt, Spaß an der aktiven Trainingstherapie hat, selbst sportlich engagiert ist und sich weiterentwickeln möchte. Dann, so seine Erfahrung, ergibt sich in der Zusammenarbeit mit dem bestehenden Team ein organischer Einsatz der patientenzentrierten Therapie.

Fazit

Das Beispiel des ATHLETICO zeigt, dass eine patientenzentrierte Therapie äußerst vielschichtig ist und viele Faktoren außerhalb der reinen Behandlungszeit wie z. B. Praxisorganisation, Patienten-Compliance oder Auswahl der Mitarbeiter in die Betrachtung mit einschließt.

Bildquelle Header: © Athletico Bühl

Der Autor

  • Jonathan Schneidemesser

    Seit seinem Germanistik-und Philosophie-Studium in Mannheim arbeitet er für das Fachmagazin BODYMEDIA. 2015 übernahm er nach Abschluss seines BWL-Studiums die Chefredaktion für das Magazin. 2017 etablierte er die BODYMEDIA dann mit einem eigenen Magazin im Physio-Bereich. Seine sportliche Erfahrung sammelte vor allem in seiner aktiven Zeit als 800m-Läufer. In seiner Freizeit joggt er durch den Wald oder schwingt Kettlebells.

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