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Management

Erfolgreiche Stabübergabe

Lösungen für die bestmögliche Unternehmensnachfolge zu finden ist in der Fitnessbranche häufig nicht ganz einfach. Wie es funktionieren kann, zeigt das Beispiel des FIT PLUS in Landshut. Dort haben Uwe Eibel und Sepp Geltinger die Geschäfte zu Beginn des Jahres an die nächste Generation übergeben.

Das FIT PLUS ist nicht nur der Marktführer in und um Landshut, sondern auch Branchenkennern in ganz Deutschland bekannt. Der Erfolg der Anlage ist eng verbunden mit den beiden Namen Uwe Eibel und Sepp Geltinger. Seit Beginn des Jahres sind Susanne Grupp und Marcel Reichel als Geschäftsführer in der Verantwortung. Nicht nur das. Sie haben sich dazu entschlossen, Anteile der Gesellschaft zu erwerben und somit auch ins unternehmerische Risiko zu gehen.

Interne Lösung für die Unternehmensnachfolge

Uwe Eibel ist 57 Jahre und seit 1983 hauptberuflich im FIT PLUS tätig. Der 63-jährige Sepp Geltinger kann sogar auf einige Dienstjahre mehr zurückblicken. Bereits 2017 haben sich die beiden erste Gedanken gemacht, wie es nach ihnen weitergehen soll. Als relativ schnell klar war, dass die Kinder der beiden Unternehmer andere Lebensziele haben und die Anlage nicht weiterführen werden, haben sie sich mit weiteren Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge befasst.

„In der Vergangenheit habe ich mal negative Erfahrung mit einer Übernahme durch einen Investor gemacht. Deshalb war das dann auch schnell vom Tisch. Uwe und ich haben erkannt, dass wir eine interne Lösung bevorzugen und Nachfolger suchen möchten, die mit großem Engagement und Herzblut das Studio weiterführen“,

Sepp Geltinger, ehemaliger Geschäftsführer des FIT PLUS Landshut

Der Stein der Studioübernahme kam dann endgültig ins Rollen, als Marcel Reichel in einem Gespräch mit Uwe Eibel das Ziel äußerte, eines Tages Chef des FIT PLUS sein zu wollen. Uwe Eibel und Sepp Geltinger steckten die Köpfe zusammen und beratschlagten, ob und in welcher Konstellation sie ihrem Mitarbeiter die Führungsposition zutrauen.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sie in ihrer Mitarbeiterin Susanne Grupp, die seit ihrer Ausbildung 1999 dem Mitarbeiterteam angehört, die ideale Geschäftspartnerin von Marcel Reichel sehen. „Als Sepp mich in sein Büro bat, merkte ich schnell, dass es ein anderes Gespräch als sonst üblich werden würde. Ich war vollkommen überrascht von Sepps Vorschlag. Ein Kauf war nie meine Absicht. Das Angebot war aber für mich wie ein 6er im Lotto“, erinnert sich Susanne Grupp.

Vertrauen, unterstützen und loslassen

Vertrauen, unterstützen und loslassen – das war und ist im FIT PLUS der Schlüssel der erfolgreichen Unternehmensübergabe. Uwe Eibel und Sepp Geltinger haben z. B. ihren potenziellen Nachfolgern bereits bei den Verhandlungen geraten, das Verkaufsangebot gründlich zu prüfen und Fachleute hinzuzuziehen.


Das FIT PLUS ist Marktführer in und um Landshut (Bildquelle: © FIT PLUS Landshut)

Zudem, und das war den beiden neuen Geschäftsführern sehr wichtig, erhalten sie bis heute auf Nachfrage Unterstützung von den beiden erfahrenen Unternehmern, die bereit sind, dem Unternehmen nach wie vor zur Verfügung zu stehen. „Auf das Know-how von Sepp in Sachen Finanzen, Steuern, Buchhaltung und Controlling wollten und konnten wir nicht von heute auf morgen verzichten. Genauso wenig wie auf Uwes Wissen in Sachen Marketing und Trainingssteuerung.

Bei aller Unterstützung ist es den ehemaligen Geschäftsführern sehr wichtig, sich nicht einzumischen und dass die neuen Inhaber ihre eigenen Erfahrungen sammeln. „Wir lassen die beiden ihren Weg gehen und vertrauen ihnen voll. Wir mischen uns nicht ein. Selbst wenn sie mal einen Fehler machen, das gehört doch zum Unternehmertum dazu und ist eine wertvolle Erfahrung. Wir würden nur einschreiten, falls wir die Substanz des Unternehmens ernsthaft in Gefahr sehen würden“, erklären Uwe Eibel und Sepp Geltinger.

Warum viele Kollegen Probleme haben, die Geschäfte an die nächste Generation zu übergeben, können Uwe Eibel und Sepp Geltinger überhaupt nicht verstehen. Es sei ein katastrophaler Trugschluss, dass viele Unternehmer glauben, dass ihre Studios ohne sie nicht weiterlaufen können. Als Unternehmer, da sind sich beide sicher, ist es unmöglich, ein Leben lang dieselbe Leistung und das gleiche Engagement aufbringen zu können.

„Es ist toll zu sehen, mit welcher Power und welchem Engagement Susanne und Marcel ihre Aufgabe erfüllen. Sie bringen jede Menge neue Ideen ein. Es ist ein neuer Spirit zu erkennen. Und um ehrlich zu sein, sind beide viel näher an den Mitgliedern dran, als das Sepp und ich in den vergangenen Jahren waren“, zeigt sich Uwe Eibel beeindruckt.

Zukunftspläne

Unter den neuen Geschäftsführern hat sich schon einiges getan. So gibt es beispielsweise im Vergleich zu früher keine Bereichsleiter mehr. Dadurch soll die offene Kommunikation mit den rund 90 Mitarbeitern gefördert und forciert werden, berichtet Susanne Grupp. Ziel ist es, die Motivation jedes Einzelnen zu fördern und zu vermitteln, dass sich jeder miteinbringen kann. Zukünftig soll das Thema Digitalisierung vorangetrieben werden. Ziel ist es, die Position als Marktführer zu festigen und weiter auszubauen.

Fazit

Wer mit Uwe Eibel und Sepp Geltinger über die Nachfolge des FIT PLUS spricht, stellt schnell fest, dass die beiden stolz und rundum zufrieden sind. Stolz, weil sich Susanne Grupp und Marcel Reichel trotz dieser schwierigen Zeit entschieden haben, das FIT PLUS Step by Step zu kaufen, und sie sehen, wie die beiden immer mehr in ihre Rolle hineinwachsen. Zufrieden sind sie, weil sie wissen, die richtige Entscheidung getroffen und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft des FIT PLUS geschaffen zu haben.

Bildquelle Header: © FIT PLUS Landshut

Der Autor

  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Zudem ist er Ansprechpartner für die BODYMEDIA Premium Partner. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.

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