Management

BGM – Umsetzungsmöglichkeiten für Fitnessstudios

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) hat in den vergangenen Jahren für viele Fitnessclubbetreiber an Bedeutung gewonnen. Auch für Michael Maute, Betreiber des bestform in Albstadt und Fitness Rottweil, ist BGM zu einer wirtschaftlich wichtigen Säule geworden. Wie er das geschafft hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Der BGM-Bereich sollte Chefsache sein. Im Falle des Autors ist es so geregelt, dass dieser die Verantwortung und Führung dieses Bereichs nicht aus der Hand gibt. Warum das so ist, wird anhand des folgenden Beispiels deutlich. Falls es BGM-Dienstleistern gelingt, einen Termin bei der Personalleitung und Geschäftsführung eines großen Unternehmens zu vereinbaren, muss eine Kommunikation auf „Augenhöhe“ gewährleistet sein. Ein Auszubildender z. B. wäre der Gesprächssituation nicht gewachsen. Zudem wäre es ziemlich respektlos, für solch einen Termin, an dem die wichtigsten Entscheider eines Unternehmens teilnehmen, einen Auszubildenden abzustellen. Das bedeutet nicht, dass BGM eine Einmannshow sein sollte – im Gegenteil. Es macht sogar Sinn, dass mehrere Mitarbeiter in diesem Bereich operativ tätig sind und sich auch fortbilden, um die Geschäftsführung zu unterstützen. 
Ein fundiertes Wissen ist auch in diesem Bereich die Basis für den Erfolg. Es ist doch etwas überraschend, wie viele Fitnessstudio mittlerweile damit werben, BGM-Experte zu sein. Bei genauerer Betrachtung bieten viele Studios jedoch lediglich Firmenfitness an. Das zeigt, dass viele Clubverantwortliche nicht wissen, was BGM eigentlich genau bedeutet und welche Themen und Aufgaben dieser Bereich umfasst. Es bringt jedoch nichts, gut zu sein, wenn es keiner weiß. Eine nicht kommunizierte Leistung ist keine Leistung. Um das erklärte Ziel zu erreichen, nämlich als der BGM-Experte im jeweiligen Marktgebiet wahrgenommen zu werden, sind verschiedene Schritte und Maßnahmen zu empfehlen. 

Wie kann man sich als BGM-Experte etablieren?
Ein erster geeigneter Schritt, um sich als BGM-Spezialist zu etablieren, ist das Halten von Vorträgen. Der größte Fehler ist es, gleich zu Beginn, ohne jegliche Vortragserfahrung, Geld für die Vorträge zu verlangen. Zunächst sollte es das primäre Ziel sein, so häufig wie möglich Vorträge vor möglichst vielen Personen halten zu können, um Kompetenz zu vermitteln. Wenn man die erste Hürde genommen hat und man wird eingeladen, sich, sein Studio und sein Konzept vorzustellen, muss der Fokus darauf liegen, den Vortrag so professionell wie möglich zu präsentieren. Neben der Gestaltung der Folien und des Inhalts, kommt es vor allem auf die Art der Präsentation an. Nur wer Freude am Präsentieren hat, schafft es Menschen zu überzeugen oder gar begeistern zu können. Die Kunst ist es, die Zuhörer zunächst davon zu überzeugen, wie wichtig es für jedes Unternehmen ist, ein nachhaltiges BGM-System zu implementieren. Wenn dies gelungen ist, muss der Speaker es nur noch schaffen, die Verantwortlichen des jeweiligen Unternehmens davon zu überzeugen, dass er mit seinem Fitnessstudio genau der richtige Dienstleister hierfür ist. Der Einsatz von Bildern und kurzen Videos hilft dabei, die potenziellen Kunden von den eigenen Leistungen zu überzeugen. 

Um auf sich aufmerksam zu machen und für möglichst viele Vorträge gebucht zu werden, ist es wichtig, das bestehende Netzwerk zur Presse zu nutzen bzw. ein solches aufzubauen. Interviews für Radio- oder sogar Fernsehsender sind ein wichtiges Sprungbrett auf dem Weg zum BGM-Experten. Auch Podcasts und die Veröffentlichung von verschiedenen Fachartikeln in verschiedenen Magazinen und Fachzeitschriften sind eine gute Möglichkeit, um sich einen Namen zu machen und den Expertenstatus zu untermauern. Im Idealfall schreibt man sogar ein Buch über das Thema BGM. 

 

Da jedes Unternehmen andere Anforderungen an ein ganzheitliches BGM-Konzept hat, sollte man als BGM-Dienstleister beim Angebotsportfolio flexibel sein und mehrere Möglichkeiten bieten

 

Die Kundenakquise
Der Satz „Der erste Eindruck zählt“ mag zwar abgedroschen klingen, trifft bei der Kundenakquise aber zu 
100 % zu. Sollen beispielsweise die Unternehmen der Umgebung auf dem postalischen Weg über das BGM-
Angebot informiert werden, gilt es, einige Dinge zu beachten. Um aus den unzähligen Briefen und Werbeangeboten, die die Unternehmen jeden Tag erhalten, herauszustechen, ist es ein Muss, dass ein schöner, ansprechender Briefumschlag verwendet wird und dann auch das Anschreiben Ihrem Anspruch als BGM-Experte entspricht. Das Anschreiben sollte nicht zu viele Informationen beinhalten, sodass das Interesse für Rückfragen und eine Kontaktanfrage geweckt wird. Zudem ist es empfehlenswert, dem Schreiben auch einen hochwertigen, professionellen Flyer beizulegen.

Flexibilität beim Angebotsportfolio
Da jedes Unternehmen andere Anforderungen an ein ganzheitliches BGM-Konzept hat, sollte man als BGM-Dienstleister beim Angebotsportfolio flexibel sein und mehrere Möglichkeiten bieten. Neben mehreren zertifizierten Präventionskursen hat sich auch ein klassisches Firmenfitness-Angebot bewährt. Bei der Vorstellung der verschiedenen Angebote ist darauf zu achten, dass immer auch auf steuerrelevante Aspekte, Stichwort „geldwerter Vorteil“, hingewiesen wird. Von großer Bedeutung sind zudem Maßnahmen, die für das jeweilige Unternehmen im Unternehmen durchgeführt werden. Das können z. B. folgende Leistungen sein:

  • Moderation von Gesundheitszirkeln
  • Arbeitsplatzbegehungen/-analysen
  • Rückencoaching am Arbeitsplatz 
  • Vorträge zu verschiedenen Themen
  • Durchführung von Gesundheitstagen

Fazit
Die Erfahrungen zeigen, dass es durch umfassende BGM-Konzepte, die in Kooperation mit Betriebskrankenkassen und Ärzten durchgeführt werden, möglich ist, bis zu 80 % der Mitarbeiter einer Abteilung für die jeweiligen Maßnahmen zu gewinnen. 
 

 

Quelle 
Bilder: ©Elnur - stock.adobe.com

Der Autor

  • Michael Maute

    Michael Maute betreibt mit seinem Geschäftspartner Thomas Böhler das bestform in Albstadt und Fitness Rottweil sowie das Gesundheitszentrum eines in Albstadt ansässigen Konzerns. Michael Maute ist Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK), Berater für Betriebliches Gesundheitsmanagement, Lehrer für Betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitsexperte im Betrieb – Förderung der psychosozialen Gesundheit. Michael Maute hat für das neue Buch von Hermann Scherer „Erfolg ist … Expertenwissen für Deinen Erfolg“ mehrere Seiten zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement beigesteuert.

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