Industrie

Persönliche Therapie in exklusivem Park-Ambiente

Training als Behandlungsform setzt sich in der Physiotherapie immer stärker durch. Mehr und mehr Therapeuten setzen sie verstärkt ein, um ihre Patienten zu behandeln. Einer, der schon lange um die Kraft der Bewegung weiß, ist Oliver Thorenz, der mit seinem KIN’ health.nature.sports in einer der schönsten Gegenden Hamburgs therapiert – inmitten einer Wohnanlage des Reemtsma-Parks.

Wer Hamburg besucht, sollte den Stadtteil Othmarschen nicht links liegen lassen. Zwischen Elbstrand und Jenischpark findet man nicht nur den grünsten Teil Hamburgs, sondern auch einen sehr sportlichen. Ein perfekter Platz also für das KIN’ health.nature.sports – eine Physiotherapiepraxis mit dem Schwerpunkt Therapie durch Bewegung. Als Teil der Reemtsma-Parkanlage befindet sich die Praxis mitten im Grünen – integriert in eine Wohnanlage. Die Geschichte des Reemtsma-Parks ist in Hamburg weithin bekannt. Philipp Reemtsma, ein bekannter Zigarettenfabrikant, erbaute Anfang der 1930er-Jahre seine Villa im Park. Damals zählte sie zu den modernsten Gebäuden der Weimarer Republik. Heute gehört das Gelände der Familie Herz, die vor allem durch ihr Unternehmen Tchibo bekannt sind. Diese wollten exklusiven Wohnraum im Park schaffen. Dazu wurden die drei bestehenden Gebäude um fünf Neubauten erweitert, die sich optisch jedoch passgenau einfügen. Bei der Planung der Anlage wurde eine Sportmöglichkeit für die Bewohner von vorneherein mit eingeplant. Vorausschauend und sehr zur Freude von Oliver Thorenz, der sein eigenes Zukunftsbild hier verwirklichen konnte. 

 


Die Praxis erstrahlt in hochwertigem Design – hier der Ruheraum

 

Moderne Praxisräume in moderner Wohnlage
In Zusammenarbeit mit dem Vermieter konnte er seine Praxis gezielt an die eigenen Vorstellungen anpassen und so seine Vision verwirklichen. Eröffnet wurde diese dann 2008 zu einer Zeit, als das Thema Design bei der Gestaltung einer Physiotherapiepraxis wenig bis gar keine Rolle spielte. Funktionalität sowie die Orientierung am Medizinisch-Klinischen waren seit jeher die Vorbilder vieler Praxen. Doch in einer Zeit, in der man bei den Pezzibällen aus zwei und bei Therabändern aus vier Farben auswählen konnte, strebte Oliver Thorenz nach größerer Diversität. Seine Praxis musste allein schon aufgrund ihrer Lage und des Publikums anderen Ansprüchen gerecht werden. Der größte Antrieb, etwas Neues zu machen, kam jedoch nicht allein von außen, sondern aus ihm selbst heraus. Eine Einstellung, die sich in ihm während der Zeit als junger Physiotherapeut herausbildete.

 


Oliver Thorenz mit Praxishund Gorda

 

Therapeut mit sportlichem Hintergrund
Oliver Thorenz erlebte das Erwachen der Fitnessbranche Ende der 80er, Anfang der 90er-Jahre am eigenen Leib mit. Als junger Sportler brachte er sich die Grundlagen für das Training selbst bei. In den Fitnessstudios gab es neben den wenigen Kursen vor allem Bodybuilding. Gesundheits- oder wellnessorientiert trainierte damals kaum jemand. Oftmals waren die Trainer selbst keine ausgebildeten Fachkräfte, sondern zeigten mit ihren gestählten Körpern, dass sie ihr Handwerk beherrschten. Den jungen Oliver Thorenz, der gerade seine Werkzeugmacher-Ausbildung absolvierte, faszinierte diese Welt. Er wollte tiefer in sie eintauchen, sie aufsaugen, aber auch Zusammenhänge verstehen, um dann wiederum andere anleiten zu können, richtig zu trainieren. 

Um nicht in den alten Bildern festzuhängen, entschied er sich bei seinem Zivildienst ganz bewusst für ein klinisches Umfeld. Zwar war er mit seinen handwerklichen Fähigkeiten prädestiniert für technische Jobs, aber Oliver Thorenz wollte die klinische Realität erfahren, spüren, ob das eine Welt ist, in der er seine Berufung findet. Nach 18 Monaten Dienst im Klinikdienst war er vollends überzeugt. Er wendete dem technischen Beruf den Rücken zu und begann die Ausbildung zum Physiotherapeuten. Nach dem erfolgreichen Abschluss machte er sich schnell selbstständig, um seinen eigenen Weg gehen zu können. 

Für ihn war, auch aufgrund seines Trainingshintergrunds, klar, dass eine gute Therapie nicht ohne Bewegung möglich ist. Während seiner Tätigkeit in einem bekannten Tennis- und Hockeyclub konzentrierte er sich daher auf Therapie durch Training und Bewegung. Parallel massierte er wochenends Gäste in einem Luxushotel. Hier lernte er hochwertiges Design und Wohlfühlambiente kennen und wertzuschätzen. Lange sollte es nicht mehr dauern und der bereits länger gehegte Wunsch von der eigenen Praxis sollte Wirklichkeit werden. 

 


Bei den Behandlungsräumen wollte Praxisinhaber Oliver Thorenz 2008 neue Wege gehen und orientierte sich an den Massageräumen von Luxushotels

 

Umsetzung der Vision
Die optische Vision hatte Oliver Thorenz bereits lange im Kopf – ein Hotelambiente mit medizinischem Einschlag sollte es werden und damit genau das Gegenteil von dem, was bisher im Physiomarkt gang und gäbe war. Ermöglicht wurde das durch einen seiner Kunden. Auf dem Gelände des Reemtsma-Parks sollten exklusive Wohnungen gebaut werden, die anspruchsvollen Mietern gerecht werden und ein naturnahes Leben mitten in der Stadt erlauben. Die Anwohner sollten einen kleinen Fitness- wie auch Massageraum bekommen. Als Betreiber hatte der Besitzer Oliver Thorenz gewählt, mit dem er während seiner eigenen Behandlungszeit als Patient gute Erfahrungen gemacht hatte. Thorenz dachte die geplanten Räumlichkeiten jedoch größer und sah eine Chance, hier seine Praxis mit getrenntem Trainingsraum zu platzieren. 

2008 war es dann so weit und das KIN’ öffnete seine Pforten. Vom Design her orientierte es sich an der Optik der Parkwohnungen. So fügt es sich organisch ins Bild des Parks ein und entspricht auch für heutige Verhältnisse noch hohen Designstandards. Der Namenszusatz „health.nature.sports“ lässt keinen Zweifel daran, aus welchen Bestandteilen sich das Konzept gestaltet. Health repräsentiert das Therapiekonzept aus Bewegung und Fitness, Nature symbolisiert den Park und Sports steht für die Bewegung, die bei der Therapie im KIN’ bevorzugt wird. Der Name repräsentiert den herausfordernden Spagat zwischen medizinischem Anspruch und Fitness. Egal ob Therapeut oder Patient: im KIN’ finden alle, die hier einen ergänzenden Mehrwert sehen das was sie suchen. Also keine klassischen Fitnessstudiokunden sind. Durch den hohen medizinischen Anspruch trainieren im KIN’ vor allem Menschen ab 40.  Aus diesem Grund war es dem Praxisinhaber auch so wichtig, optische Highlights zu setzen. Denn seine Zielgruppe hat ein ganz anderes Bedürfnis nach Design als klassische Fitnessstudiokunden. Das zeigt sich auch in der Bedeutung des Unternehmensnamens. Den eigentlichen Namen leitete Oliver Thorenz grob vom Chi oder aber Qi ab, das für Lebensenergie steht. Gesundheit, Bewegung und die Natur sind wichtig, um diese zu erhalten – so lebt es das Team rund um Oliver Thorenz. 

 

Starker Fokus auf Bewegung
Als Praktiker sorgte Oliver Thorenz dafür, dass auch die Funktionalität im Design nicht zu kurz kommt. Die Praxis ist ordentlich und clean gestaltet. In das Design integrierte Schränke erlauben das Verstauen der Therapieutensilien. Auf den 500 m² sind die Prioritäten klar verteilt. Trotz dieser großen Fläche gibt es „nur“ vier Behandlungsräume. Ein Zeichen dafür, das Bewegung und Training als Hauptbehandlungsmethode im KIN’ eingesetzt werden. Der separierte Trainingsbereich mit Kursraum umfasst etwa 160 m². Hier kümmern sich die 15 Mitarbeiter von Oliver Thorenz um die Rehabilitation ihrer Patienten. Auch eine Sauna gehört zum Portfolio der Praxis und trägt zum Wohlfühlfaktor bei. 

 


Pilates ist der Hauptbestandteil im Kursprogramm des KIN‘ health.nature.sports

 

Im Kursraum finden Pilates- und Yoga-Kurse statt. Diese ergänzen das Trainingsprogramm im Trainingsbereich und auch Patienten mit Schmerzen können daran teilnehmen. Da sich über dem KIN’ Wohnungen befinden, bieten sich ruhigere Kurse sowieso an. Oliver Thorenz ist selbst Yogalehrer und möchte seinen Mitgliedern die Möglichkeit geben, von der Entspannungsmethode zu profitieren. Seine Kurse sind mit maximal 6 Personen klein gehalten, sodass die Kursleiter intensiv auf die Bedürfnisse der Kursteilnehmer eingehen können. Das ist auch das Credo auf der Trainingsfläche. 

Während der Öffnungszeiten von 7.30–21.00 Uhr befindet sich immer mindestens eine Fachkraft auf der Trainingsfläche, um die Mitglieder anzuleiten. Um das Betreuungsnetz so engmaschig wie möglich zu knüpfen und so die eher anspruchsvolle Klientel angemessen betreuen zu können, finden regelmäßig Trainertermine statt. Zu Beginn wird die Anamnese durchgeführt sowie ein Befund erstellt. Häufig sind die Mitglieder allerdings Patienten und daher ist ihre Krankheitsgeschichte bereits bekannt. Nach 2–3 Tagen findet dann schon der nächste Termin statt, an dem das eigentliche Training beginnt. Ausgestattet mit einem frischen Trainingsplan werden die Mitglieder dann selbst aktiv. Regelmäßige Updates und Gespräche sorgen für hohe Motivation. Die Mitgliedschaften im KIN’ dauern im Regelfall ein Jahr. Wer sich neu anmeldet, kann die ersten 4 Wochen alles kennenlernen. Bei Nichtgefallen kann in diesem Zeitraum jederzeit gekündigt werden

Obwohl Oliver Thorenz für eine reine Fitnessmitgliedschaft 98 € pro Monat verlangt, hat er keinerlei Preisdiskussionen. Neben seinem guten Service und der hohen Betreuungsnähe ist der Grund dafür sicherlich in der etwas gehobeneren Gegend zu finden. Alle anderen Leistungen können als Paket hinzugebucht werden. Insbesondere das Thema Personal Training funktioniert im KIN’ sehr gut. Die Zielgruppe ist es gewohnt, sich zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten Unterstützung zu holen. Wer besser Tennis spielen möchte, bucht einen Tennistrainer, wer seinen Abschlag beim Golfen trainieren möchte, nimmt sich einen Golftrainer. Und so ist es dann auch beim Thema Fitness. Um dem Bestandteil „Nature“ gerecht werden zu können, finden Kurse regelmäßig im Park vor der Praxis statt. 

 


Die Trainingsfläche bietet alles was man für ein medizinisch orientiertes Training braucht

 

Aufgrund seiner exklusiven Lage im Park ist es für Oliver Thorenz essenziell, seine Patienten zu Mitgliedern zu machen. Laufkundschaft gibt es nämlich keine. Dafür sind diese dann sehr treu und bleiben ihm lange erhalten. Sein Erfolgsrezept sind die Nähe zu den Patienten sowie eine klare Kommunikation, mit der er aufzeigt, dass langfristige Gesundheit nur durch Eigeninitiative zu erreichen ist. Die Gesundheit seiner Patienten liegt Oliver Thorenz am Herzen, noch wichtiger allerdings ist ihm das Wohlergehen seiner Mitarbeiter. Neben einer guten Bezahlung bekommen sie die Möglichkeit, Patienten länger zu behandeln, und entkommen so der 20-Minuten-Terminspirale. Das ist gut für den Patienten und den Therapeuten. Dafür ist es ihre Aufgabe, die dafür nötige Zuzahlung anzubieten.  

 

Ausblick 
Wie überall waren viele Patienten während der Zeit des Corona-Lockdowns erst mal zurückhaltend, was die Besuche in der Praxis anging. Daher bot das Team des KIN’ digitale Betreuung via Video-Konferenz an. Das wurde so gut angenommen, dass es zu einem der zukünftigen Bausteine in der Praxis werden soll. Generell will Oliver Thorenz das Thema Digitalisierung weiter voranbringen und arbeitet an Lösungen dafür. Gleichzeitig will er die persönliche Nähe beibehalten, die sein Erfolgsrezept ist. 

Im KIN’ hat Oliver Thorenz seine Vision von moderner Therapie, die vor allem durch Bewegung und Training umgesetzt wird, verwirklicht. Genauso modern war sein Ansatz, eine Wohlfühlumgebung für seine Patienten zu schaffen, indem er sich von den damaligen Designstandards einer Physiopraxis löste und alles moderner gestaltete. Mit hörbarem Stolz berichtet er von seinem Weg und seinen Errungenschaften. Dabei scheint ihm der Erfolg nicht über den Kopf gewachsen zu sein. Mitarbeiterzufriedenheit, Patientengesundheit sowie eine persönliche Beziehung zu seinem Umfeld sind die Leitmotive, die ihn in seiner Arbeit als Therapeut und Geschäftsführer leiten. 
 

Der Autor

  • Jonathan Schneidemesser

    Seit seinem Germanistik-und Philosophie-Studium in Mannheim arbeitet er für das Fachmagazin BODYMEDIA. 2015 übernahm er nach Abschluss seines BWL-Studiums die Chefredaktion für das Magazin. 2017 etablierte er die BODYMEDIA dann mit einem eigenen Magazin im Physio-Bereich. Seine sportliche Erfahrung sammelte vor allem in seiner aktiven Zeit als 800m-Läufer. In seiner Freizeit joggt er durch den Wald oder schwingt Kettlebells.

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