Digitalisierung

So lässt sich die T-Rena-Bürokratie digitalisieren

Wer den Begriff „Bürokratie-Wahn" erklären möchte, der braucht seinem Gegenüber nur einmal die Formulare des T-RENA-Programms zu zeigen und wird verstanden werden. Die unbestreitbare Sinnhaftigkeit der Nachsorgemaßnahme wird durch den massiven bürokratischen Aufwand getrübt, die unnötig Personalressourcen belegt. Glücklicherweise gibt es mittlerweile eine Softwarelösung, die den Prozess digitalisiert.

Die Trainingstherapeutische Rehabilitationsnachsorge gehört zu den besten Entwicklungen im Gesundheitsmarkt seit Langem. Endlich ist die wichtige, in einigen Fällen sogar entscheidende Bedeutung von Muskeltraining im Rahmen einer Therapie zu den Entscheidungsträgern im deutschen Gesundheitssystem vorgedrungen. Außerdem zeigt es die Relevanz von Training an Geräten, um auf die individuellen Schwachstellen eines Patienten eingehen zu können. Damit bekommen Nachsorgeanbieter neben dem Rehasport ein weiteres effektives Werkzeug an die Hand.

Patienten werden und bleiben aktiv

Aufgrund der individuellen Steuerungsmöglichkeiten ist es daher bei vielen Patienten sinnvoll, sich in der Nachsorge für das T-RENA-Programm zu entscheiden. Für die Nachsorgeanbieterseite bietet T-RENA ebenfalls deutliche Vorteile. Die meisten Patienten wurden in der Reha gut auf das Training an Geräten vorbereitet und wissen, worauf sie beim Training achten müssen. Sie haben Training als etwas wahrgenommen, das ihnen guttut, und erkennen, dass sie auch nach dem Abschluss der T-RENA körperlich aktiv bleiben müssen. Das macht es den Nachsorgeanbietern einfach, sie später als Selbstzahler zu gewinnen.

Einen großen Nachteil hat T-RENA allerdings, und das ist Bürokratie. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um alleine einen Patienten abzuwickeln, ist enorm. Das liegt zum einen an den vielen Formularen, die in unzähligen Ausfertigungen ausgefüllt werden müssen, und zum anderen an der schweren Erreichbarkeit der Rentenversicherungen bei Rückfragen.

Zwar hat die Praxis gezeigt, dass die Rentenversicherungen in vielen Fragen sehr kulant sind, häufig kommen die Antworten jedoch auf dem Postweg, was eine Unsicherheit in der Sachlage für Patienten und Nachsorgeanbieter bedeutet – und auch mal zehn Tage dauern kann. Gerade bei steigenden Patientenzahlen im T-RENA-Programm wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten.

Das lässt sich am leichtesten an einem kleinen Beispiel illustrieren. Die Trainingstherapie sollte nicht länger als vier Wochen unterbrochen werden, bei einer Fehlzeit von sechs Wochen müssen die Patienten sogar vom Programm ausgeschlossen werden. Selbst bei anfänglicher hoher Motivation finden viele Patienten die Couch bequemer als das Training und bleiben diesem fern. Bei vielen ist sicherlich im Kopf, dass sie ja noch genug Zeit haben, um die T-RENA zu absolvieren. Bei 60 bis 80 Teilnehmern den Überblick zu behalten, wer gerade wie lange fehlt und diese ggf. zu kontaktieren, ist ein Aufwand, der im täglichen Arbeiten nicht geleistet werden kann.

Digitales System als Bindeglied

Was hier fehlt, sind digitale Systeme, die Therapeuten bei der Arbeit unterstützen, sodass sich diese vollumfänglich um das Wohl der Patienten kümmern können. Zwar bietet die Deutsche Rentenversicherung beschreibbare Formulare an, die alle Versionen eines Formulars mit denselben Inhalten ausfüllt, aber es sind einfach viele Formulare auszufüllen. Hier setzt die Lösung von myYOLO an. Der Dienstleister ist bereits aus dem Rehasport bekannt und nimmt seinen Partner hier mehr als 80 % des administrativen Aufwands ab. Das Vorgehen beim T-RENA-Programm ähnelt dem des Rehasports. Mussten die T-RENA-Formulare mit immer den gleichen Daten bisher von Hand ausgefüllt werden, werden die Daten eines Patienten einmalig eingegeben und in allen anderen Formularen automatisch ausgefüllt. Die Abrechnung eines T-RENA-Teilnehmers inklusive Fahrtkostenerstattung etc. geht so mit wenigen Klicks. Auch die Unterschriften werden digitalisiert.

Nur wenig technischer Aufwand nötig

Dafür brauchen die Nachsorgeanbieter nicht mehr als einen PC mit Internetzugang, die myYOLO-Software funktioniert einfach über den Browser. Für die digitale Unterschrift, die den Nachweis der Teilnahme an den Trainingseinheiten erbringt, benötigt man nur ein beliebiges touchfähiges mobiles Endgerät, wie zum Beispiel ein Smartphone oder ein Tablet. Alternativ bietet myYOLO einen automatisierten Check-in mit einer passenden Hardwarelösung an. Bei jedem Check-in wird automatisch eine Plausibilitätsprüfung durchgeführt. So kann es nicht mehr vorkommen, dass jemand zu häufig zum Training kommt, an aufeinanderfolgenden Tagen trainiert oder das Rezept bereits abgelaufen ist.

Auch wenn das System sehr intuitiv und praxisnah gestaltet ist, lohnt es sich, vor dem Start mit dem System eine Schulung zu absolvieren. Tauchen später Fragen auf, können diese einfach via Chat in der myYOLO-Software geklärt werden. Trotz der weitestgehenden Digitalisierung des T-RENA-Prozesses müssen die Nachsorgeanbieter am Ende alle Dokumente ausdrucken und mit der Post versenden. Das geht zwar auf Knopfdruck, trotzdem ist man noch vom Papier abhängig. Aktuell arbeitet das myYOLO-Team daran, genau das zu verändern.

Fazit – myYOLO hilft

Die digitale myYOLO-Lösung entfernt den für die Nachsorgeanbieter unnötig belastenden administrativen Bestandteil und gibt ihm damit die Möglichkeit, sich mehr und umfassender um seine Patienten zu kümmern.

Interview mit Patrick Krüger, Chief Operating Officer bei brainsport.de und zuständig für myYOLO T-RENA

BODYMEDIA: Was nimmt Ihre Lösung den T-RENA-Anbietern ab? Welche Vorteile bietet sie?

Patrick Krüger: Wir haben es geschafft, den administrativen Aufwand von T-RENA um 80 % zu senken. Das Ausfüllen der Formulare erledigen wir in myYOLO automatisiert, holen mit unserer zertifizierten digitalen Unterschrift die jeweiligen Teilnahmebestätigungen digital ein. Die Abrechnung eines T-RENA-Teilnehmers erstellen wir in wenigen Klicks und sparen dadurch den Standort, kostbare Zeit und personelle Ressourcen in der Einrichtung ein.

BODYMEDIA: Wie viel Zeit können Nachsorgeanbieter mit Ihrer T-RENA-Lösung sparen?

Patrick Krüger: Wir erleben, dass T-RENA-Standorte für einen T-RENA-Teilnehmer bislang ungefähr eine Bearbeitungszeit von 15 bis 20 Minuten einkalkulieren. Mal mehr, mal weniger. Wenn wir uns die gesamte Teilnehmerreise in der Einrichtung anschauen, kann es durchaus auch mehr sein. Mit jeder Anwesenheit wird in der Einrichtung ein manueller Prozess durchlaufen, dieser kostet Zeit und am Ende Geld. Wir können den Aufwand vom Einpflegen ins System bis zur Abrechnung auf 2 bis 3 Minuten herunterbrechen.

BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.

Bildquelle: © Luca Phil Franze

Der Autor

  • Jonathan Schneidemesser

    Seit seinem Germanistik-und Philosophie-Studium in Mannheim arbeitet er für das Fachmagazin BODYMEDIA. 2015 übernahm er nach Abschluss seines BWL-Studiums die Chefredaktion für das Magazin. 2017 etablierte er die BODYMEDIA dann mit einem eigenen Magazin im Physio-Bereich. Seine sportliche Erfahrung sammelte vor allem in seiner aktiven Zeit als 800m-Läufer. In seiner Freizeit joggt er durch den Wald oder schwingt Kettlebells.

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