Digitalisierung

Fitnesstechnologie – Freund oder Feind?

Fitnesstechnologie – Freund oder Feind? Dieser Frage sind EGYM und Pulse nachgegangen und haben 275 Entscheidungsträger von Fitness- und Gesundheitsanlagen zu diesem Thema befragt. 80 % der Befragten kamen aus Europa. Folgend werden die wichtigsten Erkenntnisse der Befragung zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Großteil der Betreiber betrachtet die Investitionen in Technologien als wertvollen Schritt, um das Trainingserlebnis über die Grenzen der eigenen Anlage hinaus zu erweitern.
  • Manche sehen die Entwicklungen auf diesem Gebiet jedoch auch kritisch und als Konkurrenzfaktor.
  • Trotzdem geben rund drei Viertel der Betreiber an, im nächsten Jahr Technologie-Investitionen in ihrer Fitness- oder Gesundheitseinrichtung planen.

Ziel der Befragung war es, herauszufinden, wie sich die Veränderungen in der Fitnessbranche und beschleunigende Faktoren wie die COVID-19-Pandemie auf die Investitionen in Technologie ausgewirkt haben. Planen Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen, in Zukunft vermehrt in Fitnesstechnologie zu investieren? Und welche Investitionen werden dabei priorisiert?


Abbildung 1 verdeutlicht, warum Fitnessstudiobetreiber Geld für Digitalisierung ausgeben

Investitionen während Corona

Während der COVID-19-Pandemie haben viele Betreiber Investitionen in Streaming-Inhalte und virtuelle Kurse (42 %) sowie die Einführung von Apps für Smartphones priorisiert (42 %). 63 % der Betreiber sind davon überzeugt, dass digitale Angebote wie Streaming-Inhalte oder virtuelle Kurse ihnen im Wettbewerb helfen werden. Interessant ist, dass von denjenigen, die digitale Angebote als Wettbewerbsvorteil ansehen, sich 23 % nicht zutrauen, diese langfristig selbst instand halten und auch warten zu können.

Obwohl ein Großteil Investitionen in Technologie als wertvollen Schritt betrachtet, um das Trainingserlebnis über die Grenzen der eigenen Anlage hinaus zu erweitern, werden die Entwicklungen auf diesem Gebiet durchaus auch kritisch gesehen. Auf die Frage „Welche technologische Entwicklung ist deiner Meinung nach die größte Bedrohung für dein Unternehmen?“ gaben 41 % an, dass sie Streaming-Inhalte und virtuelle Personal Trainer als Gefahr für ihr Business sehen. 34 % sind der Meinung, dass Technologien für das Training zu Hause eine Bedrohung darstellen, 21 % stufen Fitness-Apps und 4 % Wearables als ernst zu nehmende Konkurrenz ein.

Neben den Investitionen für Streaming-Inhalte und virtuelle Kurse haben 37 % in technologische Tools für die Trainingsfläche und 36 % in individuelles Training und weitere technologische Dienstleistungen investiert. Nur 9 % der Befragten gaben an, keine Ausgaben für Technologie getätigt zu haben.


Abbildung 2 zeigt, in welchen Bereichen Studiobetreiber am häufigsten in digitale Tools investieren

Welche Investitionen sind für 2022 geplant?

Rund drei Viertel (74,5 %) der Betreiber geben an, dass sie im nächsten Jahr Technologie-Investitionen in ihrer Fitness- oder Gesundheitseinrichtung planen. Die meisten derjenigen, die im nächsten Jahr nicht planen, Technologie-Investitionen zu tätigen, haben bereits in diesem Bereich investiert (43 %).

Für den Rest der Befragten sind fehlendes Budget (21 %), eine unklare Investitionsrendite (14 %) sowie die Unsicherheit darüber, in was investiert werden soll (10 %), die Hauptgründe dafür, kein Geld für digitale Angebote auszugeben.

61,5 % der Entscheidungsträger gaben an, dass sie in Technologie investieren, um ihre Einrichtung stärker von anderen Fitnessstudios zu differenzieren. Nur 13 % erhoffen sich von ihren Investitionen vor allem, dass sie mit der Heimfitness-Technologie konkurrieren können. 17,5 % erhoffen sich, dass sie durch ihre Investitionen ihre operativen Kosten senken können, 8 % erhoffen sich eine Reduktion der Kosten für die Mitgliedergewinnung.


Abbildung 3 veranschaulicht, dass Clubbetreiber in technologischen Entwicklungen durchaus auch Gefahren für ihr Business sehen

Das Mitgliedererlebnis zu verbessern hat Priorität

Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen, dass Zwei Drittel (66 %) schwerpunktmäßig in Technologien investieren, um das Mitgliedererlebnis zu verbessern, die Produktivität zu steigern oder beides. Nach der Einschätzung von 70 % der Betreiber ist der wichtigste Teil des Mitgliedererlebnisses entweder das individuelle Training und weitere Dienstleistungen oder die Trainingsfläche. 36 % der Technologie-Investitionen werden für den Bereich Marketing, 21 % für die Verwaltung getätigt.

Die Schwerpunkte bei Investments für die Trainingsfläche

Um das Mitgliedererlebnis durch Investitionen in die Trainingsfläche zu verbessern, planen mehr als die Hälfte der Befragten (59 %), in die Produktivität von Trainern und Mitarbeitern sowie in intelligente Fitnessgeräte zu investieren (54,5 %). 45 % der Befragten gab an, Geld für Studio-Apps, Vernetzung und Integration ausgegeben zu haben, 37 % investierten in Tools zur Bewertung der Mitglieder.

Im Zuge der Datenerhebung wurde auch die Frage gestellt, welche der folgenden Funktionen dazu bewegen würden, vermehrt auf digital vernetzte Fitnessgeräte und -technologien zu setzen. Auf Platz 1 landete die Antwort Leistungsbewertung und Trainingsempfehlungen, gefolgt von digitalen Betreuungstools für Mitglieder und Trainer und Fortschrittsvisualisierung und Gamification. Auf Platz 4 landete die Antwort Marketingunterstützung zur Bewerbung des Studios. Abgeschlagen auf Platz 5 landeten die Wearables.

Textquelle: EGYM Whitepaper
Bildquelle: ©liderina - stock.adobe.com

Der Autor

  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Zudem ist er Ansprechpartner für die BODYMEDIA Premium Partner. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.

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