Verschärfte Maskenpflicht: Bedeutung für die Physiotherapie

Durch die Anpassung der Corona-Verordnung vom 25. Januar sind Tücher und Stoffmasken als Mund-Nasenschutz an vielen Orten nicht mehr erlaubt. Als Standard gelten nun die medizinischen Masken. PHYSIO-DEUTSCHLAND weist in einer aktuellen Meldung auf die Neuerungen hin und worauf Physiotherapeuten nun achten müssen.

In vielen Physiopraxen wurde zum Schutz der Therapeuten bereits verstärkt auf medizinische Masken gesetzt. Entweder kamen der aus dem OP bekannte Mundschutz zum Einsatz oder Masken mit einer FFP2- oder FFP3-Kennzeichnung. Beide erfüllen die Voraussetzungen für medizinische Masken. Da im Handel nun auch Mund-Nasenschutz verkauft wird, der wie eine OP-Maske aussieht, aber keine ist, sollte man beim Einkauf auf eine CE-Kennzeichnung sowie die DIN EN 14683:2019-10 achten. Diese stellen sicher, dass es sich um medizinische Masken handelt. FFP2-Masken kommen bevorzugt im klinischen Bereich zum Einsatz, da ihre Schutzwirkung noch einmal höher ist. Auch bei den FFP2-Masken gilt es auf die richtige Zertifizierung zu achten. Verfügen die Masken über eine CE-Kennzeichnung oder die DIN EN 149:2001+A1:2009 handelt es sich um ein zertifiziertes Produkt. Masken mit der Kennzeichnung K95 oder KN95 entsprechen zwar dem Standard einer medizinischen Maske, nicht jedoch dem FFP2-Standard.


Ausnahmen von der Regel
Für den Einsatz in der Physiotherapie sind derzeit medizinische Masken der Standard für Therapeuten und Patienten. Trotzdem kann in Ausnahmefällen der Einsatz einer FFP2-Maske erforderlich sein. Das gilt z. B. für Behandlungsbesuche im Altenheim oder aber für Behandlungen im Kopf- und Ausatmenbereich des Patienten. Im letzteren Falls sind FFP2-Masken sogar verbindlich. Auch wenn Bayern als einziges Bundesland das Tragen von FFP2-Masken vorschreibt, so gilt das nur für die Patienten

Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Mitarbeitern medizinische Masken zur Verfügung zu stellen. Bei den FFP2-Masken gilt es zudem zu beachten, dass diese maximal 75 Minuten am Stück getragen werden dürfen. Darauf muss eine Erholungszeit von 30 Minuten erfolgen, in der keine FFP2-Maske getragen werden muss. Mitarbeiter sollten dann auf medizinische Masken wechseln oder aber Verwaltungsarbeiten ohne Maske und ohne Patienten-/Kollegen-Kontakt erledigen. 

Sind Behandlungen des Patienten ohne Maske möglich?
Aufgrund der Fürsorgepflicht gegenüber anderen Patienten und dem Einhalten der Arbeitsschutzverordnung sowie des Arbeitsschutzstandards und den Bestimmungen der BGW können Therapeuten die Behandlung eines Patienten ablehnen, wenn dieser sich weigert eine Maske zu tragen. Der Sachverhalt ändert sich, wenn Patienten das Attest eines Arztes vorlegen, das sie von der Maskenpflicht befreit. Hier muss der Therapeut abwägen, welches Gut schutzbedürftiger ist: die Gesundheit der Mitarbeiter, der anderen Patienten oder die Gesundheit des zu behandelnden Patienten. Zuerst einmal sollten Alternativen wie Hausbesuche und eine Verschiebung der Behandlung erwogen werden. PHYSIO-DEUTSCHLAND empfiehlt erst als letztes Mittel der Wahl die Behandlung des Patienten abzulehnen. Werden Patienten ohne Maske behandelt, sollten Therapeuten, laut PHYSIO-DEUTSCHLAND den Eigenschutz mit FFP2-Masken und Schutzhandschuhen erhöhen. 

 

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Der Autor

  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Seit Anfang 2023 ist er Chefredakteur. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.