Stiftung Warentest: Mängel in der Betreuung

Fitnessstudio Test

Für Jahresbeiträge zwischen 220 und 1840 Euro bieten Fitness-Studios gute Geräte, zum Teil auch vielfältige Kurse. Doch im Alltag werden die Trainierenden häufig allein gelassen. Und noch immer gibt es Verträge, die gravierende Mängel haben und die Kunden deutlich benachteiligen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einem Test von acht bundesweit vertretenden Fitness-Studioanbietern in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift "Test".

Elf Männer und Frauen zwischen 20 und 54 Jahren meldeten sich im Auftrag der Warentester in insgesamt 24 Clubs acht großer Fitnessketten an. Die Studioneulinge suchten sportlichen Ausgleich für den Alltag, wollten Beweglichkeit und Kondition verbessern, Muskeln und Rücken stärken oder Übergewicht reduzieren. Dabei sollten die Fitnessexperten der Studios sie mit einem geeigneten Trainingsplan unterstützen - so die Erwartungen der Stiftung Warentest - und sie in die Nutzung von Ausdauer- und Kraftgeräten einweisen.

Das einzige "gute" Fitness-Studio im Test war Meridian Spa. Allerdings gibt es Clubs dieses Anbieters nur in Hamburg und Berlin. Der Testsieger habe mit einer sehr guten Trainingseinführung überzeugt, so die Stiftung. Die Trainer hätten sich bemüht, den gründlichen Eingangs-Check und die Angaben der Kunden als nachvollziehbare Grundlagen für die Trainingsvorgaben zu nutzen. Eine "gute" Trainingseinführung hatten auch Injoy und Health City geboten. In den meisten anderen Studios sei kaum zu erkennen gewesen, welche Empfehlungen gegeben wurden. Eingangstests, etwas Ausdauer- oder Krafttests, die als Grundlage dienen könnten, hätten die wenigsten gemacht.

"Das größte Problem aller Studios war die kontinuierliche Betreuung der Fitnesskunden im Studioalltag", bemängelten die Warentester. "Wenn auf der Trainingsfläche Trainer nicht verfügbar sind oder keine regelmäßigen Rundgänge durch den Kraft- und Ausdauerbereich erfolgen, fühlen sich vor allem Studioneulinge alleine gelassen." Positiv fiel dagegen bei fast allen Studios die Ausstattung mit zahlreichen und unterschiedlichen Ausdauer- und Kraftgeräten auf.

In den Verträgen fanden die Tester auch Unzumutbares. So verbieten einige Studios ihren Kunden, eigene Getränke zu verzehren. Andere wollen auch dann eine außerordentliche Kündigung nicht akzeptieren, wenn der Kunde umzieht, eine dauerhafte Erkrankung hat oder schwanger wird. Oder sie behalten sich vor, das Training an einem anderen Ort anzubieten. All diese Klauseln sind rechtswidrig und damit ungültig, doch im Zweifel müssen Kunden ihr Recht vor Gericht erstreiten.