Präventionskurs in Fitnessstudio wird zum Rechtsstreit

Ein Fitnessstudiobetreiber aus der Eifel steht vor Gericht. Er soll Präventionskurse mit Krankenkassen falsch abgerechnet haben. Der Schaden: über 200.000 Euro. Was müssen Fitnessstudiobetreiber beachten, wenn sie Präventionskurse anbieten wollen?

Präventionskurse für einen starken Rücken, eine bessere Haltung oder zur Vorbeugung von Knieschmerzen. Für Teilnehmer bieten entsprechende Trainingseinheiten einen echten Mehrwert. Auch Fitnessstudios profitieren – von zufriedenen und gesunden Kunden. Krankenkassen bezuschussen die Kurse, doch sie müssen zertifiziert sein. Sind sie das nicht, machen sich Studiobetreiber strafbar.

Es drohen bis zu 10 Jahre Haft

Ein Studiobetreiber aus der Eifel steht jetzt vor Gericht, weil er Präventionskurse angeboten und geleitet hat, diese aber falsch abgerechnet haben soll. Der Mann bestreitet das. Er hätte mit zertifizierten Kursleitern Kurse geplant und angeboten. Jedoch nur zwei Mal.

Dann seien die Kursleiter kurzfristig abgesprungen, die Kurse aber ausgebucht gewesen, wie er dem SWR erklärt. Er habe die Kurse dann selbst durchgeführt, eine Qualifizierung dafür hat er laut Anklage aber erst seit 2018. Außerdem hätten die Kurse nicht den Vorgaben entsprochen.

Sollte der Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt werden, drohen ihm zwischen 6 Monaten und 10 Jahren Haft.

Das müssen Studiobetreiber beachten

Worauf müssen Fitnessstudioleiter achten, wenn sie Präventionskurse anbieten wollen? Rainer Reusch, Geschäftsführer von Prävention.digital, weist im Gespräch mit BODYMEDIA darauf hin, dass der Leitfaden Prävention der Maßstab für alles rund um Präventionskurse sei.

„Die Anforderungen wurden in den vergangenen Jahren geändert. Früher konnten Präventionskurse mit einer Grundqualifikation, zum Beispiel als Physiotherapeut, durchgeführt werden. Heute ist die Qualifizierung aufwendiger geworden. Dieser Umstand und Corona haben dazu beigetragen, dass Online-Präventionskurse stärker in den Fokus geraten sind.“

Rainer Reusch, Geschäftsführer von Prävention.digital

Heute unterscheide man Präventionskurse in Präsenz, Hybrid oder Online. Für die Durchführung von Präsenzkursen muss ein bei der ZPP zertifizierten Kursleiter nachgewiesen werden.

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Über die genauen Vorgaben des Leitfadens Prävention informiert der GkV Spitzenverband sowie die Zentrale Prüfstelle Prävention, ZPP, erklärt Reusch. Nur wer bei der ZPP zertifizierte Kurse mit zertifizierten Kursleitern vorhält, ist dazu berechtigt, Präventionskurse durchzuführen. Wer gegen diese Vorgaben verstößt, kann sich strafbar machen. Der Verkauf von Online Präventionskursen in Fitnessstudios und Gesundheitseinrichtungen kann den Einsatz deutlich erleichtern.

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Der Autor

  • Dennis Bechtel

    Dennis Bechtel studierte Germanistik und Anglistik an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Er arbeitete als freier Journalist und Texter in NRW und war u.a. als Marketing Specialist mit dem Schwerpunkt PR in einem Konzern tätig. Seit 2023 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Er verfügt über eine Fitnesstrainer B-Lizenz und spielt leidenschaftlich gern Tennis.