Neue Arthrose-Therapie hält internationaler Prüfung stand

Neue Arthrose-Therapie hält internationaler Prüfung stand Neue Arthrose-Therapie hält internationaler Prüfung stand

Ein internationales Forscherteam hat die Orthokin-Kniearthrosestudie geprüft und in der Februar-Ausgabe der weltweit führenden Fachzeitschrift "Osteoarthritis and Cartilage" veröffentlicht. In der Studie hatten Orthopäden aus Düsseldorf bei 376 Patienten die Wirkung verschiedener Arthrose-Therapien überprüft. Sowohl nach sechs Monaten als auch nach zwei Jahren schnitt die Orthokin-Therapie in allen Parametern deutlich besser ab als Hyaluronsäure oder Placebo. Bei der Orthokin-Therapie werden durch ein biotechnisches Verfahren entzündungshemmende Eiweißstoffe aus dem Blut des Patienten gewonnen und in das von Arthrose betroffene Gelenk gespritzt.

"Die Orthokin-Therapie hat sich in der Studie und bei mehreren tausend behandelten Patienten als ausgesprochen wirksam und sicher bei Kniegelenkarthrose erwiesen. Ich freue mich, dass jetzt renommierte Experten diese Ergebnisse bestätigen", sagte Prof. Dr. med. Peter Wehling, Vorstandsvorsitzender der Orthogen AG, am Mittwoch in Düsseldorf. Zudem ist die Orthokin-Behandlung überhaupt die erste wissenschaftlich belegte placebokontrollierte autologe Therapie in der Orthopädie.

"Osteoarthritis and Cartilage" ist die offizielle Zeitschrift der weltweit führenden Fachgesellschaften für Arthroseforschung "Osteoarthritis Research Society International" und "International Cartilage Repair Society". Ziel der Zeitschrift ist es, die Erkenntnisse aus Grundlagenforschung und Klinik zu verbinden und somit zur Entwicklung neuer Therapieverfahren beizutragen. Deshalb veröffentlicht "Osteoarthritis and Cartilage" ausschließlich nach strengen Kriterien in einem so genannten Peer-Review-Verfahren geprüfte Originalarbeiten.

376 Arthrosepatienten untersucht An der randomisierten, prospektiven, placebokontrollierten Studie hatten 376 Patientinnen und Patienten mit mittelgradiger Kniearthrose teilgenommen. Die Teilnehmer einer der weltweit größten Arthrosestudien wurden per Zufallsprinzip den drei Medikamenten Orthokin-Therapie, Hyaluronsäure und Kochsalzlösung als Placebo zugewiesen. Die Therapie bestand jeweils aus sechs Behandlungen. Nach sechs Wochen, sowie drei und sechs Monaten wurden das Behandlungsergebnis ermittelt. Hierbei wurden anerkannte Schmerzparameter, wie die Visuelle Analogskala (VAS) und der WOMAC-Fragebogen eingesetzt. Im WOMAC-Test beantworten die Patienten Fragen zu Schmerzen, Gelenksteifigkeit und Gelenkfunktion.

Studien-Ergebnisse Auf der Visuellen Analogskala (0=kein Schmerz – 100=stärkster vorstellbarer Schmerz) lag die durchschnittliche Schmerzintensität vor der Therapie bei 70 – also relativ hoch. Sechs Monate nach der Behandlung zeigten sich deutliche Unterschiede: In der Orthokin-Gruppe lag die mehr als 50-prozentige Besserung der Schmerzen bei 57 Prozent, während sie in der Hyalurongruppe bei 29 Prozent und in der Placebogruppe bei 28 Prozent lag.

Im WOMAC-Test zeigte sich in der Orthokin-Gruppe eine Besserung der Symptome um über 50 Prozent. In den Vergleichsgruppen war der Behandlungserfolg nur halb so groß: die WOMAC-Ergebnisse verbesserten sich nur um 25 Prozent. Insgesamt traten nur bei einem geringen Anteil von Patienten lokale Nebenwirkungen auf. Am schwächsten waren diese in der Orthokin-Gruppe.

Zweijahresergebnisse Auch die Zweijahresergebnisse sprechen für Orthokin-Therapie mit körpereigenen Proteinen. 310 Patienten beteiligten sich an einer weiteren Zweijahres-Auswertung der Arthrosestudie. Auch nach 24 Monaten profitierten noch 188 Studienteilnehmer von der ersten Therapie. 122 Patienten benötigten in der Zwischenzeit andere Therapien (Operation, Spritzen, Medikamente, Akupunktur), wobei innerhalb der Orthokin-Gruppe die wenigsten Patienten nachbehandelt werden mussten und der Behandlungserfolg am größten war.

Die Orthokin-Gruppe hatten weniger Beschwerden als die Hyaluronsäure- und Placebo-Gruppe. Auch waren Gelenkfunktion und Beweglichkeit bei den Orthokin-Patienten deutlich besser als in den Vergleichsgruppen. "Die Orthokin-Therapie ist eine sichere und lang wirksame Alternative zu den herkömmlichen Behandlungsmethoden", sagte Wehling. Die meisten Arthrosepatienten werden über Jahre mit schmerzhemmenden Medikamenten behandelt, was zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann.

Arthrosetherapie mit Schutzproteinen – eine Erfindung aus Deutschland Die Orthokin-Therapie wurde von dem Düsseldorfer Orthopäden Prof. Dr. Peter Wehling und dem Molekularbiologen Dr. Julio Reinecke entwickelt und wird von dem biopharmazeutischen Unternehmen ORTHOGEN vertrieben. Beim Orthokin-Verfahren werden verschiedene entzündungshemmende Proteine und Wachstumsfaktoren, wie IL-1Ra, aus dem Blut des Patienten gewonnen und in das erkrankte Gelenk gespritzt.

Arthrose in Zahlen In einer Gesellschaft, deren Menschen immer älter werden, wird Arthrose zunehmend zu einem gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Thema. Allein in Deutschland leiden – mit steigender Tendenz – rund acht Millionen Menschen an Arthrose der Gelenke. Das Knie ist mit vier Millionen Erkrankten am häufigsten von Verschleiß betroffen. Jährlich werden sechs Millionen Arthrosepatienten kontinuierlich vom Arzt behandelt; 1,2 Mio. Betroffene erhalten sogar regelmäßig Gelenkinjektionen. Etwa 350.000 Patienten in Deutschland werden wegen Arthrosebeschwerden jährlich stationär behandelt. Einem großen Teil – 150.00 Menschen – werden Knieprothesen eingesetzt.