Muskeln für die perfekte Figur

Prof. Dr. Elke Zimmermann propagiert Krafttraining für Frauen als ideale Sportart

Mit unterschiedlichen Sportarten wie Aerobic, Jogging oder Nordic Walking wollen Frauen etwas für ihre Schönheit tun und vor allem schlank bleiben. Einen neuen Ansatz, um diese Ziele zu erreichen, vertritt die Medizinerin Prof. Dr. Elke Zimmermann von der Universität Bielefeld. Sie ist der Auffassung, dass Krafttraining für Frauen die ideale Sportart ist. "Das Training der Muskulatur hat einen doppelten Effekt: Es strafft den gesamten Körper und wirkt  derart positiv auf die Fettverbrennung wie kaum eine andere Sportart." Auf einer Pressekonferenz in einem INJOY-Club dokumentierte die Wissenschaftlerin ihre Aussagen mit Studien und Praxisberichten.

Die größte Angst von Frauen vor dem Krafttraining ist der Muskelzuwachs. Die Sportmedizinerin erklärt dazu:"„Muskulatur, die trainiert wird, muss nicht unbedingt dick und voluminös werden." Frauen bräuchten keine Angst vor dicken "Muskelbergen" zu haben, denn ihnen fehle die entsprechende Genetik. Der entscheidende Faktor beim Muskelaufbau ist das Hormon Testosteron, wovon die Frauen nicht allzu viel besitzen. Bei ihnen überwiegt das Hormon Östrogen, welches die Einlagerung von Fett unter der Haut begünstigt und somit vorhandene Muskeln eher verdeckt.

"Krafttraining bei Frauen verursacht in erster Linie festere Muskeln und als Resultat eine straffere und bessere Figur", so Zimmermann. Darüber hinaus werden beim Krafttraining viele Kalorien verbrannt. Bei einer halben Stunde Radfahren verbrennt eine Frau mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm etwa 180 kcal – beim Krafttraining sind es etwa 332 kcal, also fast doppelt so viel.

Zudem hat Krafttraining den großen Vorteil, dass die Muskeln auch Stunden nach dem Training noch Kalorien verbrennen. Die Spotmedizinerin weist darauf hin, dass Frauen keine Angst vor der Zunahme von Muskelmasse haben müssen. Denn jedes "extra" Kilo Muskelmasse verbrenne zusätzlich, auch im Ruhezustand, täglich etwa 100 Kalorien.

Eine Studie der INJOY Fitness- und Wellnessclubs aus dem vergangenen Jahr hat ergeben, dass heute schon jede siebte Frau im Fitness-Studio trainiert. INJOY-Geschäftsführer Paul Underberg hat aber festgestellt, "dass die meisten jungen Frauen derzeit fast ausschließlich Ausdauertraining praktizieren". Dabei müssen sie darauf auch in Zukunft gar nicht verzichten, erklärt Elke Zimmermann: "Der ideale Trainingsplan enthält einen Mix von Kraft- und Ausdauertraining." Ausschlagend sind Alter, Gesundheitszustand und persönliche Interessen – daher plädiert die Sportmedizinerin für die Wahl eines Fitness-Studios, in denen qualifizierte und ausgebildete Fitnesstrainer und Physiotherapeuten arbeiten.

Neben dem großen Thema Gewichtsreduktion und Fitness hat Krafttraining nach Untersuchungen von Zimmermann aber auch positive Wirkungen auf die Gesundheit. "Krafttraining kann viele Krankheiten wie Bluthochdruck, die Zuckerkrankheit oder Rücken-probleme verhindern oder reduzieren", erklärt die Medizinerin. Laut einer Studie des amerikanischen Fred Hutchinson Cancer Research Centers bewirke Krafttraining auch eine Senkung des Brustkrebsrisikos. Allein in Deutschland erkranken pro Jahr 57.000 Frauen neu an Brustkrebs.

Auch auf die Frage, wie oft Frauen trainieren sollten, hat Zimmermann klare Antworten: "Mindestens zwei Mal die Woche sollte Krafttraining gemacht werden. Bei Anfängern reichen schon jeweils 20 Minuten pro Übungseinheit, um einen echten Trainingseffekt zu erzielen." Generell liege der große Vorteil des Krafttrainings in der Tatsache, dass auch Einsteiger mühelos ein auf sie zugeschnittenes Trainingsprogramm absolvieren können. Demgegenüber sei der "Überwindungsgrad" für Ungeübte bei Spotarten wie Laufen oder Rad fahren teilweise sehr viel höher. Dies führe dann oft zum Abbruch des Trainings, weil die ungeübten Sportler überfordert werden.

Prof. Dr. Elke Zimmermann (r.), Sportmedizinerin von der Universität Bielefeld, propagiert Krafttraining bei Frauen für eine gute Figur. Foto: INJOY