Konditionstraining statt Schonen

Neue Trainingsmethoden für Rheumatiker

Rehamediziner der Universität Halle-Wittenberg sowie zwei Rehakliniken haben neue Trainingsmethoden für Rheumatiker erprobt. Die Ergebnisse könnten einen Paradigmenwechsel in der Bewegungstherapie für Rheumatiker bedeuten.

Durch ein Konditionstraining können Rheumakranke ihre Leistungsfähigkeit stärker verbessern als bei einer Standardrehabilitation. Das zeigen erste Ergebnisse einer Studie mit 402 Patienten. In dem Projekt arbeitet das Institut für Rehabilitationsmedizin der Uni Halle-Wittenberg mit zwei Rehabilitationskliniken zusammen. Das Team entwickelte ein Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining "KAKo", kombiniert mit einem Motivationstraining.

Die konventionelle Empfehlung bei Rheuma sind schonende Gymnastik und physikalische Anwendungen. Forscher um Professor Wilfried Mau verordnete den Rehabilitanden dagegen ein anspruchsvolles Sportprogramm: Dreimal wöchentlich traten sie zuerst für 30 Minuten auf dem Ergometer. Danach durchliefen sie zusammen ein halbstündiges Zirkeltraining mit Kraft- und Koordinationsübungen. Zum Abschluss folgten Spiele wie Federball oder Softball.

Das Sportprogramm kam bei den zumeist an chronischer Polyarthritis (Gelenkrheuma) sowie an Spondyloarthritis (Wirbelsäulenrheuma) leidenden Patienten gut an. Sie hatten Spaß am Training in den festen Gruppen. Die Altersspanne reichte von 18 bis 60, wobei das Durchschnittsalter bei 48 Jahren lag. Die Ergebnisse am Ende belegten, dass die "KAKo"-Teilnehmer signifikant mehr für ihre körperliche Funktionsfähigkeit und ihr seelisches Wohlbefinden erreichten als die entsprechende Kontrollgruppe. Um die Effekte möglichst nachhaltig zu sichern, erhielten die Teilnehmer außerdem eine handlungsorientierte Motivationsschulung.

Foto: Horn-Verlag