KIT-Studie für Fitness bis ins hohe Alter

Am 21. Juli stellte Professor Alexander Woll, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Leiter der Studie „Gesundheit zum Mitmachen“, im Rahmen einer Pressekonferenz Erkenntnisse der Langzeitstudie vor. Die Studie erforscht die Zusammenhänge zwischen körperlich-sportlicher Aktivität, Fitness und Gesundheit im mittleren und späten Erwachsenenalter.

Die Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“ startete vor 29 Jahren in der Gemeinde Bad Schönborn. Hauptziel der Studie ist es, die Wechselbeziehungen zwischen Aktivität, Fitness und Gesundheit für den Einzelnen und die alternde Gesellschaft darzustellen. Von Beginn an wurde die Studie von der AOK Mittlerer Oberrhein gefördert.

Zum Abschluss der sechsten Erhebungswelle, an der 420 Probandinnen und Probanden (ab 35 Jahren) teilgenommen haben, gaben die Verantwortlichen Einblicke in die Studie. Die nächsten Ergebnisse, die alle fünf Jahre präsentiert werden, wurden für den Herbst dieses Jahres angekündigt. 

 

„Unsere Studie ist in Deutschland in mehrfacher Hinsicht einzigartig. Zum einen verfolgen wir einen interdisziplinären Ansatz aus Medizin, Psychologie und Sportwissenschaft, bei dem es nicht nur darum geht, zu erklären, warum Menschen krank werden, sondern auch, was sie – im Sinne eines bio-psychosozialen Gesundheitsverständnisses – gesund erhält. Zum anderen ist die Dauer des Untersuchungszeitraums von inzwischen fast 30 Jahren ein Alleinstellungsmerkmal. Erstmals können wir Faktoren für ‚erfolgreiches Altern‘ im Längsschnitt identifizieren.“

Professor Alexander Woll, Leiter der Studie und Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft des KIT
 

In der 1992 gestarteten Studie "Gesundheit zum Mitmachen" haben inzwischen sechs große Erhebungswellen stattgefunden. Dabei haben die bislang 959 Probandinnen und Probanden – allesamt in Bad Schönborn ansässig – neben einem Fitness-Parcours eine Analyse der Körperzusammensetzung, eine ausführliche ärztliche Anamnese sowie freiwillige Bluttests absolviert und Fragebögen zur körperlich-sportlichen Aktivität und zur psychischen Gesundheit beantwortet. 
 

20 Jahre 60 bleiben

Dass ein sportlich-aktiver Lebensstil dazu führen kann, den Gesundheitszustand und das Leistungsverhalten im Alter positiv zu beeinflussen, erläuterte Professor Alexander Woll am Beispiel von zwei Probanden, die von Anfang an der Studie teilgenommen haben.

Sie seien der Beleg dafür, dass es durchaus möglich ist, 20 Jahre 60 zu sein, so Woll. Der aktive Lebensstil hat bei beiden Probanden wesentlich dazu beigetragen, dass sie im Durchschnitt 20 jünger sind. Gerade im Bereich der Motorik, hier verschlechtern sich Menschen ab 35 Jahren jährlich um 1 %, konnten beide den Leistungsabfall erheblich bremsen