Give me "Five"

Ein neues Trainingskonzept für Fitnessclubs

Sich fit zu halten, das ist längst nicht mehr nur der morgendliche Frühsport oder das abendliche Joggen. Die moderne Fitness-Gesellschaft hat nach innovativen Techniken und Konzepten gesucht. Und in vielen Angeboten auch gefunden. Ein ganz besonders revolutionäres macht sich jetzt gerade unter Donaueschinger Absender-Adresse auf den Weg in die Fitness-Studios der Republik. Der Sportwissenschaftler Lutz Kruger, der auch das Sport- und Gesundheitscenter Rückgrat im Haberfeld betreibt, hat es entwickelt. Mit speziell dafür konstruierten Geräten und einem angepassten Trainingsprogramm wird das Konzept jetzt unter dem Namen "Five" weltweit vertrieben.

Meist sind es Erfahrungen "am eigenen Leibe", die eine solche Entwicklung in Gang setzen. Schwere Rückenprobleme zwangen den Tennisspieler Lutz Kruger zur Aufgabe seines Lieblingssports. Nachdem er mehrere Kapazitäten konsultiert hatte und der durchschlagende Erfolg ausblieb, geriet Kruger an den Freiburger Arzt Walter Packi – oft die letzte Anlaufstation für Rückenkranke. "Mit Übungen, die ich bis dahin nicht kannte, hat er mir relativ schnell geholfen", erinnert sich Kruger.

Die Behandlungsmethode auf den Grundlagen der Biokinematik faszinierte den Donaueschinger Patienten und er übernahm sie in seinem Studio in Freiburg. Dann hospitierte er mehrere Jahre bei dem "unkonventionellen" Arzt. Das Trainingskonzept unter dem Motto: Der Arbeitsalltag geht nach vorne – "Five" geht nach hinten, wurde systematisiert und weiterentwickelt. "Dabei haben wir Übungen für den gesamten Bewegungsapparat entwickelt, die in der Trainingslehre umstritten sind", so Kruger.
 
Die Idee, diese Bewegungen in konzeptionelle Bahnen zu lenken und eine entsprechende Geräteserie dafür zu "erfinden", kam dann auf der Baar ins Rollen. Christof Limberger, gelernter Schreiner, ließ sich nach einem Bandscheibenvorfall ebenfalls bei Packi behandeln. In seiner Werkstatt in Grüningen baute er sich ein Gerät, mit dem er extrem aber kontrolliert ins Hohlkreuz dehnen konnte.

"Der Backmover war die Geburtsstunde einer Geräteserie, die wir Five nannten", erklärt Lutz Kruger. Inzwischen gibt es allerdings schon zehn Geräte, alle aus Massivholz in Handarbeit gefertigt. Der dritte Mann im Boot ist Wolf Harwath, der seit über zehn Jahren die Entwicklung des Beweglichkeitskonzepts mitverfolgt. Ganz begeistert von den Erfolgen der Methode, entschloss sich der junge Physiotherapeut, an der Weiterentwicklung der Methode mitzuarbeiten.

Seit dem 1. Februar ist aus der Erfindung ein  Geschäft geworden. Die Firma KLH vertreibt die Geräte, liefert sie an die Fitness- und Gesundheitsbranche in ganz Deutschland und der Schweiz . Auch Interessenten aus anderen Ländern sind bereits auf das Produkt aus Donaueschingen aufmerksam geworden. Und ein Ende dieser "Fitness-Welle" mit Donaueschinger Ursprung ist noch nicht in Sicht.

Bild: Jürgen Müller