Gewichtsreduktion bessert Harninkontinenz

Gewichtsreduktion bessert Harninkontinenz Gewichtsreduktion bessert Harninkontinenz

Eine Gewichtsreduktion kann bei adipösen Frauen die Harninkontinenz lindern. In einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2009; 360: 481-490) wurde die Zahl der Inkontinenzepisoden durch eine mäßige Gewichtsreduktion halbiert. Übergewicht und Adipositas sind bekannte Risikofaktoren für eine Harninkontinenz bei älteren Frauen. Dies muss allerdings nicht bedeuten, dass sich die Probleme unter einer Diät bessern, zumal die Ergebnisse der Gewichtsreduktion (außer nach bariatrischen Operationen) selten zufriedenstellend sind.

Im Program to Reduce Incontinence by Diet and Exercise (PRIDE) gelang es den 226 Frauen im Interventionsarm innerhalb eines halben Jahres 8 kg abzuspecken (von 98 auf 90 kg). Sie hatten ein Diät- und Bewegungsprogramm absolviert, das sich bei Diabetikern bewährt hat. Wöchentliche Gruppentreffen mit einem Ernährungsberater, regelmäßiger Sport und eine Verhaltensänderung nach einem strukturierten Programm zeigten auch in der PRIDE-Studie Wirkung – auch auf die Häufigkeit der Inkontinenzepisoden, wie die Gruppe um Leslee Subak von der Universität von Kalifornien berichtet. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, in der die Teilnehmerinnen 1,5 kg abnahmen, senkte das PRIDE-Programm die Häufigkeit der Inkontinenzepisoden um 47 Prozent gegenüber einem Rückgang um 28 Prozent in der Kontrollgruppe.

Ein signifikanter Unterschied, auch wenn die absoluten Zahlen etwas nüchterner wirken: Dank der Diät hatten die Frauen am Ende 13 statt 24 Inkontinenzepisoden pro Woche (17 statt 24 in der Kontrollgruppe). Ein signifikanter Vorteil bestand nur bei der Stressinkontinenz (4 statt 9 Episoden pro Woche gegenüber 7 statt 10 Episoden). Doch auch die Zahl der Dranginkontinenzen ging zurück (8 statt 14 Episoden unter der Diät). Hier erzielten allerdings auch die Frauen in der Kontrollgruppe (10 statt 13 Episoden) einen Erfolg, was möglicherweise erklärt, warum das Signifikanzniveau verfehlt wurde. Da eine Gewichtsreduktion auch anderen Krankheiten vorbeugt – Subak zählt den Typ-II-Diabetes mellitus, die Hypertonie und hohe Cholesterinspiegel auf – und die Frauen sich besser fühlten, spricht wohl nichts gegen eine Gewichtsreduktion.

Der allgemeine ärztliche Rat und der Besuch von Informationsveranstaltungen (wie in der Kontrollgruppe der Studie erfolgt) dürften allerdings nur eine minimale Wirkung erzielen. Die Studie lässt außerdem offen, ob die Frauen ihr Gewicht auch nach dem Ende der Studie halten können.

Weitere Infos: www.aerzteblatt.de » 05. Februar 2009