GEK und Barmer fusionieren

Im deutschen Gesundheitswesen steht die bislang größte Krankenkassen-Fusion unmittelbar bevor: Der Verwaltungsrat der Gmünder Ersatzkasse (GEK) entschied sich am Mittwochnachmittag im schleswig-holsteinischen Plön für ein Zusammengehen mit der Barmer Ersatzkasse. Zusammen hätten beide Kassen dann rund 8,6 Millionen Versicherte.

Die endgültige Entscheidung über eine Vereinigung beider Kassen hängt nun noch vom Verwaltungsrat der Barmer ab, der derzeit in Kiel tagt. Sein Votum wird für den heutigen Freitag erwartet. Sollte der Beschluss wie erwartet positiv ausfallen, könnte die neue Krankenkasse bereits zum 1. Januar 2010 ihre Arbeit aufnehmen. Damit wäre der Weg zur größten deutschen Krankenkasse frei. Die GEK zählt derzeit rund 1,7 Millionen Versicherte, die Barmer 6,9 Millionen.

Die GEK hatte zuletzt mit mehreren großen Ersatzkassen über ein Zusammengehen verhandelt. Dabei war neben der Barmer stets auch die Techniker Krankenkasse (TK) als möglicher Partner genannt worden. "Wunschpartner" sei aber die Barmer gewesen, so GEK-Sprecher Kai Behrens.

Der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Dr. Johannes Vöcking, sagte, ein Zusammenschluss von Barmer und GEK wäre "ein Meilenstein in der Gesetzlichen Krankenversicherung". Zwei starke Partner könnten ihre Kompetenzen in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Gesundheitswesen bündeln und im Sinne ihrer Versicherten einsetzen, betonte Vöcking.

Mit der Fusion von GEK und Barmer erlebt die Fusionswelle im Krankenversicherungswesen einen neuen Höhepunkt. Seit 2007 ist die Zahl der Kassen bereits von rund 240 auf derzeit etwa 180 gesunken. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte zuletzt immer wieder betont, dass es in Deutschland deutlich zu viele Kassen gibt. Die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, hatte erklärt, viele Kassen würden über den Weg der Fusion versuchen, den ungeliebten Zusatzbeitrag zu verhindern. Dennoch müssten spätestens 2010 eine Reihe von Kassen einen Zusatzbeitrag erheben, um finanziell über die Runden zu kommen.