Drei Investoren feilschen für die Fitness

Interessenten für Hemars Rehafit kommen aus der Region

Der Betrieb läuft weiter, und nach einer zwischenzeitlichen Delle gibt es inzwischen sogar wieder Neu-Anmeldungen, sodass der Kundenbestand die laufenden Kosten deckt. Die Rede ist von Hemars Rehafit in Tittisee-Neustadt. Die Aussichten, dass das Studio eine Zukunft hat, stehen nach Einschätzung des Insolvenzverwalters nicht schlecht. Wegen Zahlungsunfähigkeit von Edo Hemar ist das Verfahren am 1. April eröffnet worden. Die Gläubigerversammlung ist auf Donnerstag, 27. Mai, beim Insolvenzgericht des Amtsgerichts Freiburg bestimmt (11 Uhr).

Erst vor wenigen Tagen hat der Freiburger Anwalt Martin Kern eine Besichtigung gehabt mit einem neuen Interessenten zum Kauf des Unternehmens. Damit sind nun drei Investoren im Rennen. Nun beginne "das Feilschen", wie Kern sagt, denn natürlich soll der Verkauf möglichst viel Geld einbringen, um die Verbindlichkeiten weitgehend auszugleichen.

Diese bewegen sich dem Vernehmen nach um 900.000 Euro. Aufgelaufen einerseits als Folge der Belastungen durch Kauf, Erweiterung und Sanierung, aber auch der Auswirkungen der Gesundheitsreform und der geringeren Leistungen für Reha. Außerdem hätten nach Gerüchten über die Schieflage des Unternehmens Kunden ihre Verträge gekündigt – diese Abgänge sind zwischenzeitlich wieder ausgeglichen. Dennoch werde ein neuer Betreiber neue Kunden werben müssen, sagt Kern, es könne ja nicht das Geschäftsziel sein, Null auf Null gerade so herauszukommen.

Bis Anfang Mai sollen sich die Dinge klären
Bei den drei Investoren – ein vierter aus dem Raum Brandenburg ist inzwischen abgesprungen – handelt es sich Kern zufolge um Interessenten aus der Region, einer davon ist nach BZ-Informationen ein Geschäftsmann aus Neustadt. Namen werden im gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen nicht gehandelt. Kern zufolge sehen aber alle gute Geschäftsaussichten für ein Fitnesszentrum, teils rein sportlich ausgerichtet, in einem Fall weiterhin mit Reha. Teils werde auch ein gastronomisches Angebot überlegt. Der Insolvenzverwalter hofft, dass sich die Dinge bis Anfang Mai klären, unter anderem auch die Frage, ob Hemar als Geschäftsführer und Mitarbeiter weiterhin tätig sein kann.

Die Sparkasse Hochschwarzwald als Gläubigerbank hat das Objekt "in verkehrsgünstiger Lage mit vielen Parkmöglichkeiten" für 395.000 Euro angeboten. Die frühere Schießer-Betriebshalle auf einem 2.800 Quadratmeter-Grundstück wurde 1999 in ein Fitness-Studio mit Umkleiden, Duschen, Sauna und Solarien umgewandelt. Neben dem Fitnessstudio bestehen Räume für Physiotherapie und Anwendungen sowie Krankengymnastik; zudem eine Betreiberwohnung.

Eduard Hemar hofft auf einen hohen Erlös aus dem Verkauf seiner Anlage. Foto: Bodymedia