Die Branche boomt - aber nicht bei allen

Fitnessclubs erleben einen Boom, und der Altersdurchschnitt steigt von Jahr zu Jahr. So das Resümee eines Artikels, der aktuell auf dem Portal "derwesten.de" publiziert wurde. Eine Anlage, die in den vergangenen Jahren gewachsen ist, ist das „Vita am Kaiserberg” in Duisburg. Hier finden die Kunden Angebote in punkto Fitness, Rehabilitation, Medizin und Kosmetik. „Das ist der Trend”, sagt Geschäftsführer Andreas Tappe. Die Zahlen scheinen ihn zu bestätigen. Hatte sich sein Center am alten Standort bis 2006 nur auf Fitness und Reha beschränkt, gewann Vita nach der Expansion kontinuierlich Mitglieder. Nach Tappes Angaben stieg die Zahl von 800 auf 2500. „Uns geht es gut. Wir haben keine Wirtschaftskrise”, erklärt der Manager. Und das bei einem Monatsbeitrag von 50 bis 100 Euro – je nach Höhe der gewählten Aufnahmegebühr. Vita hat die „Premium-Kunden” in den Fokus genommen, die vom Orthopäden über die Fußpflege bis zum Spin-Turnier alles unter einem Dach vorfinden. 74 Beschäftigte allein im Fitness- und im Rehabereich haben ihren hohen Betreuungspreis. Tappe steckt das Terrain klar ab: "Der Markt wird sich in zwei Richtungen aufteilen – in Premium-Studios und Discounter."

Diesen Standpunkt vertritt auch Rainer Schaller, der mit "McFit" ein Fitness-Imperium am anderen Ende der Preisskala erschaffen hat. Schon als Auszubildender bei Edeka habe er neidisch auf Aldi geblickt. "Die bieten Qualität zum geringen Preis. Dieses Konzept habe ich ein bisschen abgekupfert", erzählt Schaller. Und so eröffnete er 1997 den ersten McFit in Würzburg. Inzwischen hat die Kette 116 Filialen – eine davon auf Mallorca. Und McFit will weiter wachsen – in Städten ab 80 000 Einwohnern. "NRW ist unserer stärkster Markt. Von unseren über 800 000 Mitgliedern haben wir ein Drittel hier", so Schaller. In den letzten zwei Jahren sei das ein Zuwachs um 40 Prozent gewesen. Von den 125 Millionen Euro Umsatz kommen 40 Millionen aus NRW.

16,90 Euro Monatsbeitrag, 50 Cent für fünf Minuten Duschen. Die Studios sind rund um die Uhr geöffnet – ab 22 Uhr allerdings nur mit einer Nachtaufsicht besetzt. "Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche", sagt Schaller. Und dazu gehören eben keine Kinderbetreuung, Aerobic oder eine Saftbar. Der McFit-Chef: "Unser Fokus liegt auf jungen Leuten. Aus Kunden-Umfragen wissen wir, dass 95 Prozent durch das Training einfach besser aussehen wollen." "Auch die Nische funktioniert"

Schaller – nebenbei auch noch Organisator der Love Parade – kennt den Fitness-Markt. Discountern wie McFit und exklusiven Studios sagt er eine gute Zukunft voraus. "Aber auch die Nische funktioniert", meint er und nennt Kiser Krafttraining und reine Frauen-Studios. "Das Mittelfeld aber stirbt."

Dazu zählt auch der Betrieb von Wolfgang Schönhoff aus Hagen, der sein Studio allein mit seiner Frau betreibt. "Die Großen machen uns das Leben schwer. Dabei sind wir die gelernten Handwerker, die die Kunden individuell betreuen", so Schönhoff. Er kann sich lange Öffnungszeiten und niedrige Monatsbeiträge nicht leisten. Um im scharfen Wettbewerb zu überleben, hat sich Schönhoff ein zweites Standbein aufgebaut: eine Tauchschule.