Den 3674 Meter hohen Großvenediger in Osttirol bestiegen, schwierige Klettersteige überwunden, aus der Gletscherspalte geborgen und über die Schlucht der Isel abgeseilt.

Fast seit Bestehen des Sportinstitut Fessler Mühle in Sersheim im Landkreis Ludwigsburg/ Baden-Württemberg setzt Studiochef Wolfgang Fessler zum Mitgliedererhalt auf Freizeit und Erlebnisreisen. So gibt es alljährlich von Bergtouren, Motorradtouren über Radtouren bis hin zu Kulturreisen in fernöstliche Länder eine Vielzahl von Unternehmungen. Hierfür wurde im Sportinstitut Fessler Mühle eigens ein Freizeit- und Erlebnisreiseunternehmen integriert.

In der Vergangenen Woche gab es nun wieder einmal  Erlebnis pur bei der diesjährigen Berg- und Gletschertour des Sportinstitut Fessler Mühle.

Er gilt als Hausberg des Sportinstitut Fessler Mühle in Sersheim und hat einen eigenen Raum im Sersheimer Studio, der 3674 Meter hohe Großvenediger bei Prägraten in Osttirol/ Österreich. Seit bald 40 Jahren kommen Wolfgang Fessler und seine Mitglieder regelmäßig an den Tiroler Gletscherberg und so war in der vergangenen Woche wieder eine Exkursion der Sersheimer ins Venedigermassiv zu einer erlebnisreichen Bergtour unterwegs.

Von Hinterbichl bei Prägraten, nahe des Felbertauerntunnels ging es noch am Montag zügig aufwärts zur 2208 Meter hoch gelegenen Essener-Rostockerhütte. Am nächsten Tag dann schon der erste Schock für die nicht so bergerfahrenen unter den Teilnehmern. Bergführer Sigi Hatzer von den Venediger-Bergführern hatte nicht nur jede Menge Höhenmeter (insgesamt 1500 Meter), sondern gleich auch einen Klettersteig über das 2845 hohe Türml für diesen Tag ausgesucht. So manchem stockte der Atem als er vor der wuchtigen Steinwand des Türml mit seinen teilweise leicht überhängenden Passagen stand. So waren auch alle froh, als die Mannschaft am Abend auf dem 2962m hoch gelegenen Defreggerhaus Quartier bezog.

Am Mittwoch dann bei herrlichem Kaiserwetter der Aufstieg zum Großvenediger. Schon früh um sechs Uhr ging es los, denn, was die Gruppe nicht wusste, Sigi Hatzer hatte für diesen Tag noch einen langen, mühsamen Weg anberaumt. Der Großvenediger zeigte sich von seiner besten Seite und bei klar-blauem Himmel standen die Sersheimer Bergsteiger bereits um 10 Uhr am Gipfelkreuz des schnee- und eisbedeckten Giganten mit seinen zahlreichen, nicht zu unterschätzenden Gletscherspalten. Für Studiochef Wolfgang Fessler war es übrigens das zwölfte Mal, dass er selbst mit am Gipfelkreuz stand.

Dann erfolgte der Abstieg zum Defreggerhaus. Nach einer warmen Suppe zur Stärkung führte der Weg weiter durch die Gletscherlandschaft, mühsam auf und ab zum 3045 Meter hohen Wallhorntörl und anschließend zur Eisseehütte, dem Tagesziel. Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Bergsicherheit. Zuerst wurde der Eissee, auf 2661 Meter Höhe gelegen, umrundet, um anschließend durch Gletscherspalten zu wandern und die Teilnehmer in eine Spalte abzuseilen. Nachmittags auf der Hütte galt es Knoten zu üben, danach folgte eine Exkursion in Sachen Pflanzenkunde sowie eine Einführung in die Kletter- und Wandertechnik.

Sigi Hatzer hatte natürlich für Freitag wieder eine Mammuttour zusammengestellt. In aller Frühe ging es über eine schwer begehbare Schuttscharte steil aufwärts zur 2982 Meter hohen Zopetscharte. Der weitere Weg ging über den für nicht Geübte als schwierig geltenden Klettersteig über die 3054m hohe Tulpspitze in einem Rundweg zurück zur Eisseehütte. Am selben Tag noch erfolgte der Abstieg von 2500 Meter Höhe auf den Groderhof auf 1512 Metern.

Am nächsten Tag dann stand der Aufstieg mit Wanderführerin Christina Islitzer entlang der Umballfälle auf dem Programm. Ziel war Europas erster Wasserfalllehrpfad, der in den 80er Jahren weltweit Schlagzeilen machte, durch ein Hochwasser, das ganze Berghütten davonschwimmen ließ. Sigi Hatzer übrigens machte an diesem Vormittag so ganz nebenbei geschwind beim Prägrater Kogelberglauf mit. Die Gruppe erfuhr erst später, dass bei diesem Lauf neben drei Kenianern und dem Weltmeister im Bergrennen Hatzer zu den Lokalmatadoren zählt. Er errang schließlich unter den fünfzig Startern den 7. Platz  und wurde bei den Herren AK 3, 1966 und älter 1. Sieger. Er bewältigte die 1380 Höhenmeter in knapp 63 Minuten.

Ab diesem Zeitpunkt wundert sich bei den Sersheimern niemand mehr über die Leichtfüßigkeit des Venediger-Bergführers während der Führung der Sersheimer Gruppe. Bereits am Nachmittag aber löste Sigi Hatzer seine Kollegin wieder ab, denn ein kniffliger Teil stand für die Sersheimer auf dem Programm. Zur Sicherheit hatte Hatzer noch seinen Kollegen Wolfgang Islitzer mitgebracht, denn mit der Gruppe ging es nun in schwindelnder Höhe an einem dünnen Drahtseil über die Schlucht der Isel, bevor alle auf dem Groderhof einen von Eduard Egger selbst geschossenen und zubereiteten Rehgulasch bekamen. Mit vielen Erfahrungen und so mancher Blase am Fuß traten die Sersheimer dann am Sonntag die Rückreise an.


Kontakt:
Wolfgang Fessler | Untere Mühle 2-4 | 74372 Sersheim | Tel. 07042-33914 | info@fessler-muehle.de | www.sportinstitut-fessler.de

Siggi Hatzer führt die Gruppe sicher auf den Großvenediger und das schon seit 20 Jahren

Am Gipfelkreuz des 3674m hohen Großvenediger

Über schwieriges Gelände aufwärts zur Zopetscharte

Am Klettersteig war jeder auf sich selbst gestellt

Den Teilnehmern machte es sichtlich Spaß

Studioinhaber Wolfgang und Gerlinde Fessler sind oft selbst bei den Touren dabei

In schwindelnder Höhe findet sich schon einmal ein Edelweiss

Leichtes Schauern den Rücken hinunter über der Isel-Schlucht