Demografie im Waschraum: der Hygiene-Report 2015 von Initial

Internationale Studie von Initial deckt interes­sante Länder-Hygienegewohnheiten zum „Internationalen Tag des Händewaschens“ auf

Fast jeder Deutsche (95 Prozent) ist davon über­zeugt, dass persönliche Hygiene für die eigene Gesundheit wichtig ist. Interessanterweise muss es dabei aber nicht allzu keimfrei zugehen. Denn, anders als viele andere Nationen, glauben die meisten Deutschen (87 Prozent), dass „ein paar Keime“ abhärten und die körpereigenen Abwehr­kräfte stärken. Vielleicht eine Erklärung dafür, warum hierzulande die Sorge um Epidemien oder Pandemien beinahe neben­sächlich ist. Nur knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) macht sich Sorgen zu Fragen des öffentlichen Gesundheitswesens. Zum Vergleich: In Singapur etwa sorgen sich 85 Prozent aller Befragten um Epidemien, in unserem Nachbar­land Frankreich sind es immerhin 64 Prozent.

Auch wenn stolze 90 Prozent der befragten Deutschen glauben, dass gute Händehygiene vor einer Ansteckung mit Krankheitserregern schützt, waschen sich lediglich 70 Prozent häufiger die Hände, wenn sie krank sind – und geben so Krankheitserreger bereitwillig weiter. Gut drei Viertel (76 Prozent) geben an, immer, unabhängig von einer Krankheit, auf gute Hand-Hygiene zu achten – im Winter wird jedoch mehr darauf geachtet als im Sommer, so 61 Prozent der Befragten.

Ein Mittel zur Händedesinfektion führt nur knapp ein Viertel (23 Prozent) der befragten Deutschen immer mit sich. Im Vereinigten Königreich liegt dieser Wert bei 40 Prozent. Deutsche fassen stattdessen lieber erst gar nichts in der Öffentlichkeit an. In öffentlichen Toiletten etwa vermeiden 74 Prozent aller befragten Deutschen wenn möglich den Kontakt mit Oberflächen, die vor ihnen andere Menschen berührt haben – in ihrer Arbeits­umgebung sind es nur 55 Prozent, die versuchen so wenig wie möglich anzufassen. Allerdings schließen nur 44 Prozent der Befragten den Klodeckel auf öffentlichen Toiletten, bevor sie die Spülung betätigen.

Interessanterweise schätzen weibliche Befragte die Händehygiene ihrer männlichen Kollegen besser ein als umgekehrt. Frauen glauben, dass sich 72 Prozent ihrer männlichen Kollegen nach dem Toilettengang auch wirklich die Hände waschen. Männer haben weniger Vertrauen in ihre weiblichen Kolleginnen. Sie denken, dass sich lediglich 66 Prozent nach dem Toilettengang die Hände waschen.

Der Initial Hygiene-Report 2015

Die Studie wurde von der Marktfor­schungsagentur Harris Interactive mit insgesamt 5.500 Teilnehmern in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Singapur durchgeführt (pro Land 1.100 Teilnehmer). Die Teilnehmer stammten aus verschiedenen demo­grafischen Gruppen der jeweiligen Länder.

Vertreter der folgenden demografischen Gruppen wurden im Rahmen der Studie befragt:

Erwachsene mit Baby/Kleinkind
Erwachsene mit 4-11-jährigem Kind
Erwachsene mit 12-14-jährigem Kind
Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren
Junge Erwachsene (20-35 Jahre)
Erwachsene zwischen 36 und 60 Jahren; in Singapur: Erwachsene bis 50 Jahre
Ältere Erwachsene ab 61 Jahren; in Singapur: ab 51 Jahren

Die Befragungen wurden im Zeitraum 8.-14. April 2015 durchgeführt.

Männer glauben, dass sie sich – im Unterschied zu ihren Kolleginnen – häufiger die Hände auf der Toilette waschen. Foto: Rentokil Initial

Händedesinfektion schützt wirksam vor der Ansteckung mit Krankheitserregern. Foto: Rentokil Initial