Bodystreet – Speerspitze in einem wachsenden Markt

Interview: Experten stellen Erfolgsfaktoren für Franchising heraus und zeigen Branchentrends auf

Franchising ist auf Erfolgskurs, vor allem in der Fitnessbranche. Die Entwicklung von Bodystreet bestätigt dies. Im Jahr 2007 gründeten Emma und Matthias Lehner die Fitnessstudio-Marke. Nach zweijähriger Pilotphase und intensiver Konzeptarbeit präsentierten sie im Juli 2009 ihr einzigartiges Franchisemodell. Im April 2012 eröffnete in Hannover bereits der 100. Standort. Mittlerweile wird in 118 Bodystreet Studios in Deutschland, Österreich und der Schweiz trainiert: von Hamburg über Wien bis Zürich.


Im Interview stellen folgende Experten Erfolgsfaktoren für Franchising heraus und zeigen die Trends der Branche auf:

  • Waltraud Martius, Geschäftsführerin SYNCON International Franchise Consultants und Ehrenpräsidentin Österreichischer Franchise-Verband (ÖFV)
  • Torben L. Brodersen, Geschäftsführer Deutscher Franchise-Verband (DFV)
  • Gerd Maurer, Leiter Unternehmenskommunikation Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)
  • Stefan Ludwig, Direktor der Industriegruppe Sport und Freizeit beim Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte


Frau Martius, Franchising ist für Sie die „Königsklasse der Vertriebssysteme“. Welche Rolle spielt diese Königsklasse in der Fitnessbranche?
Waltraud Martius (ÖFV): Mittlerweile würde ich sogar noch weiter gehen und sagen: Franchising ist der Königsweg in der Organisation von Systemen. Man entwickelt ein Konzept, holt sich Experten ins Boot, stellt das erprobte Konzept mehreren Partnern zur Verfügung und multipliziert so den Geschäftstyp. Diese Organisationsform funktioniert natürlich auch in der Fitnessbranche bestens, wie beispielsweise das Konzept von Bodystreet zeigt. Die Fitnessbranche als wachsender Markt steht zudem besonders bei jungen Existenzgründern hoch im Kurs. Neustarter setzen hier immer weniger auf große, luxuriöse Locations, sondern vielmehr auf erfolgserprobte Konzepte mit möglichst geringen Investitionskosten. Der Einstieg in etablierte Franchisesysteme ist deshalb für viele der ideale Weg.

Auf welche Erfolgsfaktoren baut Franchising auf und erfüllt Bodystreet Ihrer
Meinung nach diese Kriterien?

Waltraud Martius (ÖFV): Zuerst braucht man eine Dienstleistung, die am Markt nachgefragt wird. Dies ist bei Bodystreet der Fall. Die beiden Franchisegeber Emma und Matthias Lehner haben erkannt, dass der Trend in der Fitnessbranche hin zu Spezialtraining mit
viel Effizienz für den Kunden und geringen Kosten für den Betreiber geht.
Nach gelungener Pilotierung haben sie dann ihr Franchisesystem gestartet – die beste Variante, um das Konzept zu multiplizieren. Die wesentlichen Erfolgsfaktoren sind hierbei die vier Erfolgsfaktoren des Franchising, nämlich Arbeitsteilung, Spezialisierung, Selbstständigkeit und Gemeinsamkeit.

Herr Brodersen, der Deutsche Franchise-Verband (DFV) zählt aktuell rund 280 Mitglieder – Bodystreet ist noch eines der jüngeren und seit 2009 dabei. Was zeichnet das Münchner Franchiseunternehmen von Emma und Matthias Lehner aus?
Torben L. Brodersen (DFV): In erster Linie Innovation. Bodystreet, das ist eine hochinteressante Geschäftsidee, die eine Nische im Fitnessmarkt für sich gefunden hat. Hinzu kommen das immense Wachstum, die Professionalität und der Wille von Emma und Matthias Lehner, diese Expansion stetig voranzutreiben. Denn der Anspruch der beiden Franchisegeber ist extrem hoch. Sie wissen genau, wo sie hinwollen und wie sie dorthin kommen. Das ist nicht immer der Fall. Bei Bodystreet stimmt das Konzept. Sie nehmen viele Ideen von außen auf, holen sich Experten ins Boot und schulen sich und das Team, beispielsweise mit der firmeneigenen Bodystreet Academy oder mit den Angeboten des Deutschen Franchise-Instituts.

Qualität fängt immer auch beim Thema Ausbildung an. Welche Qualifizierungsmöglichkeiten gibt es für Franchisemanager?
Torben L. Brodersen (DFV): Es gibt die Möglichkeit den IHK-Zertifikatslehrgang zum Franchisemanager zu absolvieren. Dieses bundesweit einzigartige Seminar wurde gemeinsam von der IHK Erfurt und dem DFV entwickelt. Emma und Matthias Lehner haben dieses Zertifikat im Mai 2012 erworben.
Damit gehören sie, wie die weiteren sieben Absolventen des ersten IHK-Zertifikatslehrgangs, quasi zur Speerspitze der deutschen Franchisemanager. Dies ist ein wichtiges Signal, denn unser Bestreben ist es, professionelle Strukturen in die Systemzentralen der Franchiseunternehmen zu bringen.

Herr Maurer, die deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) bietet zudem ein duales Studiensystem an. Welche Vorteile hat dieses für Studenten, aber auch für Unternehmen wie Bodystreet?
Gerd Maurer (DHfPG): Das duale System der DHfPG besteht aus zwei Säulen: die Lehre durch die Hochschule und die praktische Ausbildung im Unternehmen. Das Besondere an unserem Konzept ist der integrierte Fernunterricht, der parallel zur Ausbildung im Betrieb durchgeführt wird, und die dadurch sehr kompakten Präsenzphasen an den bundesweiten Studienzentren der Hochschule. Die Studenten haben dadurch mehr Zeit, um Praxiserfahrungen in den Unternehmen zu sammeln. Sie können so in längerfristige Projekte integriert werden und verdienen bereits während des Studiums ihr erstes Gehalt. Der Vorteil für Unternehmen liegt ebenfalls auf der Hand: Die Nachwuchskräfte werden besser in den betrieblichen Workflow eingebunden. So wird ihnen schrittweise mehr Verantwortung übertragen.

Wie sieht genau die Kooperation der DHfPG mit Bodystreet aus?
Gerd Maurer (DHfPG): Im Prinzip qualifizieren wir den Bodystreet Nachwuchs. Die Studenten bekommen von uns die Fachkompetenz und sammeln die nötigen Praxiserfahrungen, um dann einen Bodystreet Standort leiten zu können. Es besteht dabei immer der direkte Kontakt zwischen Hochschule und Unternehmen. Denn die beiden Franchisegründer Emma und Matthias Lehner legen großen Wert auf die Qualifikation ihrer Mitarbeiter. Durch das duale System wird dieses hohe Qualifikationsniveau garantiert und es entsteht im Endeffekt eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Unternehmen, Studenten und Hochschule.

Herr Ludwig, zusammen mit dem Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV) veröffentlichte Deloitte 2012 eine Studie zu den Entwicklungen des deutschen Fitnessmarktes. Wie schätzen Sie den Trend ein?
Stefan Ludwig (Deloitte): Die Branche wird bunter, das Angebot vielfältiger. Das heißt, es konnte 2011 weiterhin ein Wachstum verzeichnet werden, und auch die Prognose der Betreiber von Fitnessanlagen für das laufende Jahr ist sehr positiv. Gerade die Special Interest Angebote, wie Bodystreet, haben in den letzten Jahren zu diesem Wachstum beigetragen, da durch ihre Konzepte neue Zielgruppen erschlossen wurden.

Werden Special Interest Studios wie Bodystreet als direkte Konkurrenz zu klassischen Fitnessstudio-Ketten wie McFit oder Fitness First gesehen?
Stefan Ludwig (Deloitte): Theoretisch ist Bodystreet natürlich als Konkurrenz zu den klassischen Fitnessstudio-Ketten zu sehen, da sie im gleichen Markt tätig sind. Aber praktisch sind die Konzepte meiner Meinung nach zu unterschiedlich. Am Ende werden sich die einzelnen Kundengruppen ihr Angebot nach ihren Präferenzen aussuchen. Ich sehe die  Special Interest Konzepte deswegen eher als Ergänzung am Markt, weniger als Konkurrenz.

Weitere Informationen unter www.bodystreet.com

Persönliche Schulung von Gründerin Emma Lehner, Foto: Bodystreet/ Oliver Reif

Bodystreet Fitnessgerät, Foto: Bodystreet/ Oliver Reif