Bewegungstraining gegen krebsbedingte Fatigue

Ein gezieltes Bewegungstraining verbessert nicht nur die körperliche Fitness von Krebspatienten, sondern verhindert offenbar auch das Auftreten chronischer Erschöpfungszustände. Körperliches Training zur Stärkung des Herzkreislaufsystems und Verbesserung der allgemeinen Fitness kann bei Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, erfolgreich gegen das chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue) eingesetzt werden. Das zeigen die Ergebnisse einer dänischen Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde. Auch verbesserte sich durch gezieltes Training das psychische Wohlbefinden der teilnehmenden Krebspatienten. In die Untersuchung waren 196 Frauen und 73 Männer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren einbezogen worden, die an unterschiedlichen Krebserkrankungen litten und eine Chemotherapie erhielten. Die Hälfte der Patienten nahm sechs Wochen lang jeweils neun Stunden pro Woche an einem Sportprogramm teil, in dem intensives Bewegungstraining mit Entspannungstraining und Übungen zur Körperwahrnehmung abwechselten. Das Bewegungstraining enthielt Übungen zur Stärkung des Herzkreislaufsystems und der Ausdauer. Im Entspannungstraining wurden den Teilnehmern neben Entspannungstechniken und passivem Muskeltraining auch Massagen angeboten. Als Kontrollgruppe erhielt die andere Hälfte der Patienten die bei einer Krebserkrankung herkömmliche Betreuung. Die Patienten, die am Sporttraining teilnahmen, litten verglichen mit der Kontrollgruppe seltener unter Fatigue. Zudem waren ihre körperliche Fitness und die emotionale Befindlichkeit besser. Auch Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung profitierten nach Aussage der Studienautoren von dem Training. Keinen Einfluss hatte das Sportprogramm auf die von den Patienten gefühlte Lebensqualität. Dennoch bewerten die Studienautoren das Bewegungstraining als ein sinnvolles zusätzliches Angebot für Krebspatienten, die mit einer Chemotherapie behandelt werden müssen.