Außerordentliche Wirtschaftshilfe für Fitnessstudios

Die Bundesregierung unterstützt Selbstständige, Solo-Selbstständige, Betriebe und Einrichtungen, die von der temporären Schließung im November betroffen sind in Höhe von voraussichtlich ca. 10 Milliarden Euro. Wie die Details und Bedingungen für die Hilfen aussehen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Ab wann und wie lange gelten die neuen Maßnahmen?

Die zusätzlichen Maßnahmen gelten seit dem 2. November deutschlandweit. Die Maßnahmen werden bis Ende November befristet. Nach Ablauf von zwei Wochen werden die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sich erneut beraten und die durch die Maßnahmen erreichten Ziele beurteilen und gegebenenfalls notwendige Anpassungen vornehmen.

Wer kann die außerordentliche Wirtschaftshilfe beantragen?

Antragsberechtigt sind direkt von den temporären Schließungen im November betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Solo-Selbständige, Vereine und Einrichtungen und indirekt betroffene Unternehmen nach folgender Maßgabe:
Direkt betroffene Unternehmen: Alle Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die auf der Grundlage des Beschlusses des Bundes und der Länder vom 28. Oktober 2020 erlassenen Schließungsverordnungen der Länder den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Hotels zählen als direkt betroffene Unternehmen.
Indirekt betroffene Unternehmen: Alle Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80 % ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen.
Verbundene Unternehmen – also Unternehmen mit mehreren Tochterunternehmen oder Betriebstätten – sind dann antragsberechtigt, wenn mehr als 80 Prozent des verbundweiten Gesamtumsatzes auf direkt oder indirekt betroffene Verbundunternehmen entfällt. Erstattet werden bis zu 75 % des Umsatzes der betroffenen Verbundunternehmen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

Wie hoch ist die außerordentliche Wirtschaftshilfe?

• Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließungen in Höhe von 75 % des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt bis zu einer Obergrenze von 1 Millionen Euro, soweit der bestehende beihilferechtliche Spielraum des Unternehmens das zulässt.
• Zuschüsse über 1 Millionen Euro bedürfen für die Novemberhilfe noch der Notifizierung und Genehmigung der EU-Kommission. Die Bundesregierung ist derzeit in intensiven Gesprächen mit der Europäischen Kommission, um eine solche Genehmigung für höhere Zuschüsse zu erreichen.
• Bei Antragsberechtigten, die nach dem 31. Oktober 2019 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der durchschnittliche Wochenumsatz im Oktober 2020 oder der durchschnittliche Wochenumsatz seit Gründung gewählt werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

 

„Ich möchte, dass die Hilfen zügig bei den Betroffenen ankommen. In dieser Krise geht es darum, solidarisch zusammenzustehen, damit wir weiter vergleichsweise gut durch die Pandemie kommen.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz

 

Werden andere staatliche Leistungen mit der Wirtschaftshilfe verrechnet?

Andere staatliche Leistungen, die für den Förderzeitraum November 2020 gezahlt werden, werden angerechnet. Das gilt vor allem für Leistungen wie Überbrückungshilfe oder Kurzarbeitergeld.

Wie verhält es sich mit Umsätzen, die trotz grundsätzlicher Schließung erzielt wurden?

Wenn im November trotz der grundsätzlichen Schließung Umsätze erzielt werden, so werden diese bis zu einer Höhe von 25 % des Vergleichsumsatzes nicht angerechnet. Um eine Überförderung von mehr als 100 % des Vergleichs-Umsatzes zu vermeiden, erfolgt bei darüber hinausgehenden Umsätzen eine entsprechende Anrechnung.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

 

„Wir lassen in dieser ernsten Lage unsere Unternehmen und ihre Beschäftigten nicht allein, sondern erweitern nochmals unsere Hilfsangebote für die von den Corona-Regeln besonders betroffenen Selbständigen, Unternehmen und Einrichtungen. Abschlagszahlungen sollen so schnell wie möglich erfolgen, möglichst bis Ende November 2020.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

 

Steuerliche Hilfsmaßnahmen

Selbstständige und Unternehmen, die unmittelbar vom Coronavirus betroffen sind, haben einen Anspruch auf:
•  Flexibleres Kurzarbeitergeld und flexiblere Arbeitszeitregelung
•  Entlastung von Unternehmen u. a. durch zinslose Steuerstundung
•  Leichterer Zugang zu Förderkrediten – Kreditsumme insgesamt unbegrenzt
•  Später falls notwendig: Stützung der Konjunktur

Welche steuerlichen Erleichterungen sind vorgesehen

•  Durch eine pauschalisierte Verlustrechnung im Jahr 2020 kann eine Steuererstattung sowohl für bereits in diesem Jahr geleistete Vorauszahlungen als auch für 2019 gezahlte Beträge beantragt werden.
•    Für Steuerschulden aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie der Umsatzsteuer bis Ende 2020 gibt es die Möglichkeit der Stundung.
•    Steuervorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer können angepasst werden.
•    Der Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen kann ebenfalls angepasst werden.
•    Die Finanzbehörden verzichten auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie der Umsatzsteuer.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums.

Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Unternehmen


•  Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind, können Kredite erhalten.
•  Unternehmen, die mindestens drei Jahre am Markt aktiv sind bzw. zwei Jahresabschlüsse vorweisen können, sind ebenfalls dazu berechtigt.
•  Unternehmen mit 11 bis 249 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind, erhalten auch Kredite.
•  Außerdem wird der KfW-Schnellkredit für Soloselbstständige und kleine Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten geöffnet und angepasst.

Die Anträge müssen über die jeweiligen Banken und Sparkassen gestellt werden. Junge Unternehmen, die noch keinen Jahresabschluss vorweisen können ERP-Gründerkredit-Universell für Investitionen und Betriebsmittel beantragen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der KfW
 

Textquelle:  © 2020 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung; © 2020 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
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Der Autor

  • Constantin Wilser

    Constantin Wilser ist seit 2006 in der Fitnessbranche als Redakteur tätig. Davor absolvierte er sein Bachelor-Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. Seit 2019 ist er Bestandteil des BODYMEDIA-Redaktionsteams. Seit Anfang 2023 ist er Chefredakteur. In seiner Freizeit trainiert der Fußball-Fan gerne im Studio, geht laufen oder fiebert im Fußball-Stadion mit.